Monatsübersicht Juni 2022

Sparquote und Cash

Diesen Monat habe ich 3.000 €  gespart, die Dividendeneinnahmen lagen bei 1.346 € netto.

 

Die Investitionen beliefen sich  auf  4.417 €. Für weitere Käufe stehen  mir 15.750 € zur Verfügung. 

 

  

Dividenden 

Ich erhielt  Dividendenzahlungen mit einer Summe von 1.345,66 € netto. 

 

Im Vergleich zum Juni 2021 (985,69 €) ist das eine Steigerung um  359,97 € oder 36,52 %. 

 

Die Dividendeneinnahmen 2022 liegen bei 7.757,57 €.

 

 

Die Zahlungen kamen von: 


 

 

Aktienkäufe

Ich habe 4 Käufe durchgeführt und die Investitionssumme steigt auf 424.961,13 €.

 

Depotentwicklung

Die Depotentwicklung ist für mich nicht sonderlich wichtig, zumal sie durch die ständigen Zukäufe noch verfälscht wird. Weiterhin kommt es darauf an, wann ich in mein Depot schaue und welcher Börsenplatz von OnVista zur Kursversorgung herangezogen wird. Man kann aber dennoch eine allgemeine Entwicklung ablesen und letztendlich kommt es auf ein paar Euro nicht an.

   

 

 

In den letzten Tagen erhielt ich einige E-Mails, bei denen sich die Fragen um meine Einschätzung bezüglich der Lage an den Börsen und meiner Reaktion auf die Kursverluste drehten.

 

Meine Antworten fielen so oder so ähnlich aus:

 

Der Markt wird nicht völlig zusammenbrechen. Es müssten praktisch (fast) alle Unternehmen der Welt insolvent gehen und wir hätten Milliarden Arbeitslose und es gäbe ein Kampf ums tägliche Überleben.

 

Diese Angst ist völlig unbegründet!

 

Die Medien in Deutschland sind in ihrer Berichterstattung ziemlich negativ und am Ende glaubt man, dass alles nur noch schlechter werden kann. Dem ist nicht so. Klar ist der Krieg in der Ukraine vor unserer Haustür, aber wen interessiert das z. B. in Südamerika? Interessiert uns der Krieg in Syrien, Jemen, Afrika? Alles eine Frage des Standpunktes.

 

Derzeit gibt es einige wirtschaftliche Verwerfungen. Inflation, Energieknappheit, Rohstoffknappheit, Lieferkettenprobleme usw. und das alles nach der Corona-Pandemie. Wie in jeder Situation gibt es Gewinner und Verlierer. Ölfirmen, Rüstungsfirmen oder erneuerbare Energien gewinnen, andere haben Einbußen wie Lieferdienste oder die energieintensive Industrie. Einige Firmen betrifft das z. B. überhaupt nicht. Verkaufen die Leute wegen der aktuellen Lage ihr Handy? Sicher nicht. Telekommunikationsdienstleister oder Gewerbeimmobilien (REITs) sind kaum betroffen.

 

Da einfach große Unsicherheit herrscht, geht der Markt insgesamt runter, egal wie das Geschäft läuft. Und die letzten Jahre ging es nur rauf, das darf man nicht vergessen. In der Regel dauern solche Baissen zwischen 12 - 18 Monate, dann ist das Tief erreicht und die Kurse steigen wieder. Die Firmen strukturieren um, erschließen neue Geschäftsfelder und passen sich der Lage an. Daher sehe ich das trotz aller Widrigkeiten gelassen.

 

Ich habe mein Depot mit vielen defensiven Werten bestückt, die teilweise seit über 100 Jahren am Markt sind. Sie haben 2 Weltkriege, die Ölkrise in den 70ern, den Crash in den 80ern, den Neuen Markt, 9/11, die Finanzkrise überlebt und sie werden auch die jetzige Krise überleben. Vielleicht wird eine Dividende ausgesetzt oder gekürzt, was zwar unschön wäre, aber kein Totalschaden.

 

Mein Depot ist unterm Strich noch gut im Plus und hat im Vergleich zu einigen Tech-Werten nur wenig verloren. Sollte der Markt weiter einbrechen, ist es noch ein Stück hin, bis ich in den roten Bereich komme. Solange die Dividenden regelmäßig kommen, macht mir das nichts aus. Ich habe sogar den Vorteil, gute Unternehmen günstig zu kaufen. Eine Insolvenz von Procter+Gamble, Coca Cola, Pepsi, Johnson + Johnson halte ich aktuell für ausgeschlossen. Mein Depot ist zwar in den vergangenen Monaten nicht so gut gelaufen, wie manche Indizes, dafür ist es in der aktuellen Lage relativ stabil.

 

Hat man Probleme mit seinem Depot, würde ich es mir anschauen und überlegen, was machen die Firmen, wie lange sind sie am Markt, werden sie die Krise meistern oder sind da "heiße" Startups dabei? Ein vorsichtiger gezielter Depotumbau bei Bedarf, um eine gewisse innere Ruhe zu finden und dann einfach liegen lassen.

 

Die Börsengeschichte ist 400 Jahre alt und es gab immer Schwankungen. Gute Unternehmen kommen gestärkt aus der Krise. In 5 Jahren ist die Situation von heute Geschichte. Daher kaufe ich weiter nach und freue mich jeden Monat über meine Dividenden.

 

Fazit: Ich sehe das gelassen.

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Kommentare: 45
  • #1

    Roberto (Montag, 04 Juli 2022 16:54)

    Hallo Alex,

    Glückwunsch zu den Dividendeneinnahmen im Juni und Deiner Gelassenheit in Bezug auf die Märkte.

    Mit Deiner Aussage "Interessiert uns der Krieg in Syrien, Jemen, Afrika?" hast Du ein sehr interessantes Thema angesprochen. Menschen, die in einer für den Westen geopolitisch unbedeutsamen Region leben, werden völlig vergessen. 1,5 Millionen Kurden sind aus der Türkei nach Syrien geflüchtet vor dem Schergen und Autokraten Erdogan, der versucht, dieses Volk unter fadenscheinigen "Terrorvorwürfen" auszulöschen und die Welt schaut zu. Im Nordirak hat Erdogan sein Ziel bereits erreicht. Nun wendet er sich mit einer neuen Militäroffensive gegen die geflüchteten Kurden gen Syrien. Nur zur Erinnerung: Die Kurden haben in Syrien Seite an Seite mit den USA gegen den IS gekämpft. Ihnen ist es zu verdanken, dass der Islamische Staat seine Einflusssphäre in Syrien fast vollständig verloren hat. Immerhin hat der Westen am Sonntag "Bedenken" geäußert, ob ein neuer Genozid an den Kurden angebracht sei. Diese Doppelmoral ist mir wirklich zuwider. Während der Krieg in der Ukraine die Nachrichten der TV-Programme und die Schlagzeilen aller Zeitungsblätter füllt wird über andere Ecken der Welt, wo noch weitaus Schlimmeres passiert (Syrien, Jemen, Teile Afrikas), überhaupt nichts berichtet. Diese Länder oder Völker haben keine Fürsprecher in der westlichen "Gemeinschaft". Erdogans Arm reicht ja mittlerweile bis nach Schweden und Finnland. Schweden, Finnland und die NATO haben für mich durch den Kniefall vor der Türkei ihre Glaubwürdigkeit verloren. Wenn ein solch höchst undemokratischer Staat die Geschicke Europas und der NATO bestimmt sollte man das zumindest hinterfragen.

    Gruß Roberto

  • #2

    Heiko (Montag, 04 Juli 2022 18:35)

    Sehr gutes Monatsergebnis bei Rente mit Dividende und tolle Steigerung zum Vorjahr!
    Ohne Unterbrechung rollt der Schneeball immer schneller weiter und wer nicht nur auf die Statistik schaut, sondern sich etwas mehr Zeit nimmt, liest einen sehr guten Monatskommentar von Alex. Gute Arbeit zahlt sich über die Jahre aus.
    Viele Grüße

  • #3

    Vaido (Montag, 04 Juli 2022 19:57)

    "Interessiert uns der Krieg in Syrien, Jemen, Afrika?" Das ist wirklich ein sehr guter Punkt. Wir sollten uns stets bewusst sein, dass wir in einer Blase leben, die objektive Entscheidungen erschwert, egal auf welchem Teil der Erde wir leben.

  • #4

    Gerry (Montag, 04 Juli 2022 20:01)

    Hallo zusammen;

    es ist ja eigentlich ein Börsen-Blog - aber sei mir eine politische Frage an Roberto erlaubt:
    inwieweit siehst Du durch den NATO-Aufnahmeantrag einen Kniefall von Schweden und Finnland vor der Türkei ? Hat den Preis dafür nicht die USA bezahlt in Form von Zusagen an Erdogan über F-16 Kampfjets ?
    Meine Hoffnung was die Türkei angeht ist ohnehin, dass Erdogan am ehesten durch den Verfall der türkische Lira und damit verbundenen wirtschaftlichen Niedergang sein politisches Ende findet.

    Und was die Börsen angeht, sehe ich das ebenso gelassen wie Alex - wann hat man schon so günstige Einstiegsgelegenheiten wie aktuell ! Fürs zweite Halbjahr besteht die gute Chance auf positive Nachrichten.

  • #5

    Chris (Montag, 04 Juli 2022 20:03)

    Herzlichen Glückwunsch, Alexander.
    Du hast es auf den Punkt gebracht mit deiner Aussage. Ruhe bewahren, sich vorher das Unternehmen, in das man investiert genau ausschauen und wenn ein solides Bilanz, auf ein gutes Geschäftsmodell mit einem entsprechenden Namen trifft, dann ist man auch für solche Zeiten gewappnet. Wichtig ist auch immer, dass man sich seine eigene Meinung bildet und nicht nur irgendjemand hinterher läuft oder jedes aufgeschnappte Idee bzw. Investition mitgeht.
    Wenn man dann in der aktuellen Zeit kontinuierlich seinen Weg weiter geht und nicht ins Zweifel gerät, dann wird das schon werden.

    Viele Grüße
    Chris

  • #6

    Roberto (Montag, 04 Juli 2022 21:51)

    @ Gerry

    Der Kniefall besteht für mich darin, dass Erdogan über sein Veto Schweden und Finnland wochenlang Zugeständnisse bei der Auslieferung von Flüchtlingen (Kurden) abgerungen hat, welche die Türkei vor 2017 verlassen haben und in den skandinavischen Ländern eine neue Heimat gefunden haben. Erst gestern hat Erdogan erneut gedroht, die Ampel für den NATO-Beitritt von "Grün" wieder auf "Rot" zu schalten, sollten die beiden Länder nicht umgehend der Vereinbarung nachkommen. Da hat man es bei der NATO mit den Menschenrechten nicht so, denn wir alle wissen, was mit den Kurden geschieht, welche an die "rechtsstaatlichen" Instanzen der Türkei ausgeliefert werden. Dramatischer Verfall der Türkischen Lira und eine Inflationsrate von 79 Prozent gegenüber dem Vorjahr haben mich auch hoffen lassen, dass Erdogan sich politisch nicht halten kann. Aber scheinbar sitzt er nach wie vor fest im Sattel und kann einen neuen Angriffskrieg in Syrien planen und finanzieren.

    Gruß Roberto

  • #7

    Hansi (Dienstag, 05 Juli 2022 09:37)

    Hallo Roberto,

    bitte hier kein Erdogan Bashing betreiben und nicht zu politisch werden. Es ist hier weiterhin ein Börsenblog und so soll es auch bleiben. Danke!

  • #8

    Oliver (Dienstag, 05 Juli 2022 11:44)

    Hallo Alexander,

    läuft gut, Auch wenn ein paar Buchwerte weg sind. Das sehe ich wie bei selbstgenutzten Immobilien: Solange das Depot tut, was es soll, ist alles OK. Die Dividenden fließen und werden gesteigert, wie man an deiner Liste sieht. Daneben gibt es pro Kauf ein paar Aktien mehr. Was kann man daran bitte nicht mögen?

    Momentan durchlaufen wir durch die ganzen Ereignisse eine negative Phase, was die Börsenkurse betrifft. Es ist wie jede Baisse, sie wird irgendwann durch einen Wiederanstieg abgelöst. Die vermeintlichen Katastrophen aus den vergangenen Jahrzehnten sind heute kurstechnisch nur noch Randerscheinungen. So wird es mit dieser Phase genauso sein: In 10 Jahren interessiert das keinen Menschen mehr.

    Wenn man in Aktien investiert, sollte der Anlagezeitraum 15+ Jahre sein, Bei mir ist es bereits das Plus und über Börsenkurse mache ich mir nur bzgl. meinen Käufen Gedanken. Ich kann sie sowieso nicht voraussehen und wenn ich mal 100 von dieser oder der Aktie kaufe, beeinflusst das den Kurs nicht. So viel Marktmacht besitze ich nicht, brauche ich aber auch nicht.

    Das wichtigste ist die Kontinuität steigender Dividenden. Und genau das macht dein Portfolio.

    Grüße Oliver

  • #9

    Dividende-um-Dividende (Dienstag, 05 Juli 2022 14:18)

    Hallo Alexander,

    Glückwunsch zu dem starken Ergebnis - dein Portfolio liefert solche Ergebnisse ja in schöner Regelmäßigkeit ab. Die Marke von 1k pro Monat an Dividenden-Erträgen dauerhaft übertroffen zu haben ist schon herausragend - "life changing money" :-).
    Bei mir waren es im Juni 702,73€ netto an Einnahmen, womit ich auch mehr als zufrieden bin. Für das Gesamtjahr bin ich auf Kurs und rechne erstmals mit über 10.000€ netto an Dividenden - ein Meilenstein!

    Die Lage an den Märkten sehe ich ganz ähnlich wie Du und nehme es gelassen. Es ist sogar etwas umgekehrt, fallende Kurse bei Qualitätswerten sind definitiv willkommen. In solchen Börsenphasen versuche ich jedenfalls mit etwas mehr Kapital zu investieren, als in den Zeiten wo Euphorie und Sonnenschein herrschen. Wobei ich grundsätzlich kein Market Timing betreibe, sondern Monat für Monat neues Kapital investiere.
    Insbesondere in diesen Korrekturphasen und Krisenzeiten sind die regelmäßigen Dividenden "Gold" wert für Nachkäufe oder Sonstiges.

    Bei deinen Käufen gefällt mir STAG Industrial am besten, nachdem der Kurs "endlich" mal wieder etwas zurückgekommen ist.
    Auf meiner Kaufliste stehen derzeit u.a. folgende Werte: Verizon, Bank of Nova Scotia, Bell Canada (BCE), Enbridge, Realty Income, Store Capital sowie Texas Instruments und Broadcom aus dem Chipsektor.

    Viele Grüße und eine schöne Restwoche,
    Susanne

  • #10

    Dennis (Mittwoch, 06 Juli 2022 12:57)

    Herzliche Glückwunsch zum erneut tollen Monatsergebnis. Ich verzeichnete € 975,— im Juni und bin ganz zufrieden.

    Die nachgebenden Kurse berühren mich maximal in der Form, wann ich wo mein Einstieg platziere.

    Ganz aktuell habe ich DOW INC. als auch Honeywell ins Auge gefasst.

    Mir ist die Stetigkeit der Dividende wichtig. Zu beiden Unternehmen finde ich gefühlt recht wenig im Netz.

    Von daher die Frage an Euch.
    Was haltet Ihr von den Unternehmen?
    Mich würde Eure Meinung zur Entscheidungsfindung interessieren.

    Vielen Dank vorab

    Dennis

  • #11

    Dividenden Markus (Donnerstag, 07 Juli 2022 13:38)

    Gute Summe! Und tolle Steigerung zum Vorjahr!

    Wie kommt's dass du immer noch soviel sparen oder Geld beiseite legen kannst? Bist du noch im voll im Job drin?

  • #12

    Alexander (Donnerstag, 07 Juli 2022 13:47)

    Hallo zusammen,

    danke für die Kommentare.

    Hallo Dennis (#10),
    es wird dir hier vielleicht nur jemand antworten, der die Unternehmen schon hat. Eine Möglichkeit wäre, dass du im Forum die Unternehmen vorstellst und deine Gedanken dazu äußerst. Dann wird es vielleicht mehr Antworten geben.

    Hallo Markus,
    ja - arbeite immer noch Vollzeit. Ich habe nur meine Nebentätigkeit zurückgeschraubt. Die Sparraten werden auch auf 2.000 €/Monat sinken.

    Viele Grüße
    Alexander

  • #13

    Dividende-um-Dividende (Donnerstag, 07 Juli 2022 16:09)

    @Dennis - #10

    Aus der Sicht von Income Investoren gefällt mir DOW Inc. ganz gut. Ist halt ein Zykliker, aber die Basisstoffe aus dem Chemiesektor werden ja immer gebraucht. Der aktuelle Kursrückgang (mglw. Rezessions-Sorgen etc.) macht DOW mM nach attraktiv. Eine Dividenden Rendite von ca. 5,5% in Kombination mit einer Pay Out Ratio von unter 30% ist eine gute Ausgangslage.
    Hinzu kommt, dass DOW evtl davon profitieren könnte, sollte BASF über längere Zeit nicht produzieren können...aber schwierig einzuschätzen.
    Ich bin selbst (noch) nicht in DOW Inc. investiert, kann mir eine kleine Position durchaus vorstellen...

    VG
    Susanne

  • #14

    Dennis (Donnerstag, 07 Juli 2022 16:47)

    Hi Susanne,

    Super und Danke für Deine Meinung. Auch ich sehe den Punkt des profitierens im
    Hinblick auf BASF.

    Die 5,5 % klingen verlockend. Wie siehst du das Thema Verschuldung?

    Lg
    Dennis

  • #15

    Gerry (Donnerstag, 07 Juli 2022 18:37)

    @Dennis
    Ich würde Dir als Alternative zu DOW einen anderen Chemie-Riesen vorschlagen:
    LyondellBasell bietet ebenso knapp 5,5% Dividendenrendite aber zusätzlich jährliche Steigerungen um etwa 6% bei niedrigerer Payout-Quote als Dow Inc.

    Damit bin ich bisher gut gefahren - zumal im Juni noch eine Sonderdividende von 5,20 Dollar ausgeschüttet wurde - eben weil´s so gut läuft ;-)

  • #16

    Dennis (Donnerstag, 07 Juli 2022 18:58)

    Hey Garry, das Unternehmen hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm. Werde ich mir gleich mal angucken. Danke für die Idee :-)

  • #17

    DividendenSparer (Freitag, 08 Juli 2022 09:03)

    Wahnsinns Steigerung. Und das von einem sowieso schon hohen Niveau. Sehr inspirierend!

  • #18

    quinoa (Dienstag, 12 Juli 2022 13:41)

    So langsam wird BASF interessant ... vielleicht eine Idee für einen deutschen Wert im Depot bei dem einen oder anderen? BASF hat nicht nur Ludwigshafen, hat erstaunlich gute Q2-Ergebnisse und ist ein schön langweiliger Wert.

  • #19

    Chris (Dienstag, 12 Juli 2022 14:57)

    Sehe ich ganz genauso. Ich habe damals die BASF am Coronatiefpunkt gekauft und stocke nun nach und nach auf. Wenn dieses Jahr doch noch schlecht laufen sollte ist das bei denen egal. BASF wird das überwinden und mir dann schön fleißig Dividenden zahlen. �

  • #20

    Sascha (Dienstag, 12 Juli 2022 17:25)

    Hallo Chris,

    BASF ist schön zurückgekommen allerdings hat das auch seinen Grund.
    Und wenn das Jahr wirklich schlecht laufen sollte, gar die Politik in der Versuchung sein wird BASF gegenüber anderen Industrien zu bevorteilen, so würde ich es als nicht sicher ansehen das BASF die Dividende bezahlen kann/bezahlen darf.
    Nicht falsch verstehen, auch ich bin investiert, glücklicherweise sehr breit aufgestellt so dass ich einen Ausfall verkraften kann und eben diesen Ausfall schließe ich nicht aus.

  • #21

    AlKi (Dienstag, 12 Juli 2022 20:12)

    Hallo. Ich sehe BASF alles grosses Risiko vor allem weil sie in einer Abhängigkeitssituation sind. Angenommen der Ukrainekonflikt spitzt sich weiter zu und es gibt kein Erdgas aus Russland mehr. Dies würde den Kurs drücken und eventuell zu einer Dividendenkürzung oder sogar zu einer Streichung führen.
    Gruss AlKi

  • #22

    Chris (Mittwoch, 13 Juli 2022 11:39)

    Hallo, ich bin seit einer Weile stiller Mitleser dieses Blogs und habe mein Anlageverhalten nach und nach Deiner Idee angenähert. Ich komme auf deutlich über € 1.000 an Dividendenzahlungen und muss jetzt nur noch den dafür benötigten Zeitraum von einem Jahr immer weiter reduzieren.

    Trotz der bisher noch etwas bescheideneren Anlagesumme ist der Zinshebel aus Dividendensteigerungen schon jetzt zu erkennen. Meine Prognose für dieses Jahr fällt bereits um einiges größer aus als ursprünglich gedacht. Ich hege die leise Hoffnung, dass meine Prognose für den Renteneintritt ebenfalls deutlich zu konservativ war.

    Viele Grüße
    C.

  • #23

    Smartix (Mittwoch, 13 Juli 2022 12:59)

    @ Chris: Kannst du uns mehr über dein Portfolio erzählen ? Danke.

  • #24

    Chris(tian) (Donnerstag, 14 Juli 2022 14:24)

    Bin ich gemeint? (13.07.2022: 11:39)
    Ich habe mich vor ein paar Jahren am Dax orientiert, ganz langweilig Deutsche Post, Telekom oder BASF gehalten aber alles irgendwann verkauft. Über die Hamborner Reit bin ich damals auch erstmals dem Immobiliensektor begegnet. Ich habe dann den Blick in die USA gerichtet und mir naiv die Frage gestellt, welche Unternehmen wohl noch existent sein werden, wenn ich alt bin und habe Coca Cola als Buy and Hold Dividendenaktie gekauft. Danach habe ich wieder nach REITs gesucht und bin evtl. über Realty Income zufällig auf diesem Blog gelandet. Ich habe dann noch andere REITs (WP Carey) dazugenommen und weitere Unternehmen, die überwiegend auch im Depot des Blogautors liegen.

    Schwerpunkt bisher sind Konsumgüter und REITs und ich sollte als nächstes schauen, mehr in andere Branchen zu diversifizieren. Ich bin da aber noch in der Entscheidungsfindung, da ich mit vielen Unternehmen nicht vertraut bin. Ich verfolge gern die Vorschläge im Kommentarbereich oder die laufenden Ankäufe im Blog.

    Erstmals habe ich wieder etwas BASF beigemischt. Da ist natürlich Spekulation enthalten, dass es mit der Dividende weitergeht. In dem Fall würde ich die Aktie dauerhaft "liegen lassen."

    Es ist auffällig, dass mit den laufenden Investitionen und den Dividendensteigerungen meine vorsichtigen Erwartungen vermutlich deutlich übertroffen werden. Damit habe ich nicht gerechnet und es hat im Vergleich zu meinen ersten Erfahrungen eine ganz andere Dynamik. Auch wenn die Beträge noch nicht spektakulär sind.

  • #25

    Smartix (Freitag, 15 Juli 2022 10:31)

    #24 @ Chris(tian): vielen Dank für deine Antwort. Ja, sorry, ich hatte vergessen, mindestens die Kommentar Nummer zu notieren. Zeitlich hätte ich gerne ein paar Anhaltspunkte, in welchem Zeitraum (5, 10 oder 20 Jahre?) alles lief, aber es ist schon mal gut zu wissen, wo andere investieren und welche Gedanken dahinter stecken.
    Momentan laufen eindeutig die Divi-Aktien am Besten, insbesondere die High-Yield Aktien. Das scheint ein Reflex für die meisten Anleger zu sein, die die hohe Inflationsraten fürchten. Und durch die hohe Nachfrage nach solchen Aktienklassen kommt ein willkommener Nebeneffekt dazu: die Werte steigen oder sind zumindest extrem stabil. Daher ist es zur Zeit die Königsklasse, dank Wertsteigerung + Divis.
    Liebe Grüße

  • #26

    olaf (Montag, 25 Juli 2022 14:33)

    wirklich schade zu sehen wie das Interesse für diesen blog schwindet, die börsenstimmung drückt aufs gemüt und viele haben mit steigenden lebenshaltungskosten zu kämpfen, so dass fürs investieren nichts mehr übrig bleibt, 2022 haben sich 280.000 deutsche von der börse verabschiedet, ist ja eigentlich eine gesunde marktbereinigung, aber die meisten werden nicht wiederkehren, was der aktienkultur wieder einen knick bescheren dürfte

  • #27

    Alexander (Montag, 25 Juli 2022 17:19)

    Hallo olaf,
    das Interesse dürfte auch schwinden, da ich nicht mehr so viel Inhalt liefere wie in den Vorjahren. Nach 8 Jahren bloggen gehen die Themen langsam aus ;)
    Im Forum hat man eine zusätzliche Möglichkeit zu diskutieren, was die Kommentare im Blog ebenfalls etwas weniger werden lässt.

    Grüße

  • #28

    Michael (Dienstag, 26 Juli 2022 07:48)

    Moin,
    also ich warte schon wieder gespannt auf die Auswertung des nächsten Monats - immer sehr interessant, an dieser Stelle nochmals vielen Dank für die tollen Informationen und Ergebnisse, welche du mit uns teilst.
    Ich nutz eine schöne Mischung zwischen Wachstumsaktien (boerse-aktuell) und diesen tollen Aktien in deiner Auflistung.
    Sonnige Grüße

  • #29

    Skatmann (Dienstag, 26 Juli 2022 09:39)

    @Olaf,
    Aber WARUM sich 280.000 Deutsche von der Börse verabschiedet hat, schreibst du leider nicht.
    Denke darunter sind sehr viele, die die Börse als Einbahnstrasse Richtung Norden gesehen haben und durch Corona oder die Ukraine jetzt erleben, dass es auch nach Süden gehen kann und da ganz schnell ihr Geld "retten" möchten und doch lieber wieder das sichere Sparbuch nutzen wollen und sich nur mit dem Thema "schnell reich werden" befasst haben, aber nicht mit dem Thema Börse und Aktien.
    Oh viele "und's" in einem Satz :-)

  • #30

    Udo (Mittwoch, 27 Juli 2022 10:26)

    Hallo Alex,
    was macht eigentlich dein Parkplatz-Invest? Ich hätte jetzt die Möglichkeit ggf. auch einen zu erwerben (12 Plätze), weiß aber noch nicht ob sich der zeitlicher Aufwand zum Ertrag rechnet.

  • #31

    Alexander (Mittwoch, 27 Juli 2022 17:37)

    Hallo Udo,

    ich habe den Parkplatz (20 Stellplätze) komplett an ein Unternehmen vermietet. Sie Straßenreinigung erledigt eine Firma.

    Aufwand:
    1 x im Monat den Mieteingang kontrollieren
    4 x im Jahr Straßenreinigung überweisen
    1 x im Jahr Steuererklärung

    Insgesamt ca. 1-2 h im Jahr :)

    Solltest du Einzelmieter haben, dürfte sich der Aufwand in Grenzen halten, da viele auf Dauer einen Stellplatz wollen. Stimmt die Rendite, würde ich kaufen.

    Grüße

  • #32

    Unruheständler (Mittwoch, 27 Juli 2022 21:31)

    Hallo Udo,
    ich kann da Alexander nur zustimmen, es kommt aber auch auf die Lage an!
    Bei mir eine Stadt im Ruhrpott nähe Fußgängerzone mit zusätzlichem Garagenhof.
    Sobald ein Mieter kündigt, habe ich eine lange Liste mit Interessenten, die auf einen freien Platz warten ;-)

  • #33

    Frank Druck (Donnerstag, 28 Juli 2022 12:29)

    Um das politischen Thema noch mal auf einen anderen Bereich zu lenken bei dem mich eure Meinung sehr interessieren würde (deine natürlich auch Alexander).

    Stichwort Ukraine Anleihen

    Aktuell werden die bei rund 20$ zum Nennwert 100$ gehandelt (Verzinsung rund 7,75% auf 100. Beachte: Mindestinvest Nenntwert 100.000$, also effektiv rund 20.00$

    Wäre es aus eurer Sicht ethisch vertretbar, da zu investieren?
    (Ob man das Geld jemals wiedersieht, steht auf einem ganz anderen Blatt.)

    Auf den ersten Blick sieht es so aus, als würde man von der Notlage der Ukraine profitieren.
    Man könnte aber auch sagen, durch den Kauf stützt man den ukrainischen Staat. Den solange noch jemand deren Anleihen kauft, stürzen die Kurse zumindest nicht ins Bodenlose, was Neuemissionen für die Ukraine noch teurer/unmöglich macht (wenn denn irgendwann jemals wieder gemacht werden). Klar, der Kauf von Anleihen im Nennwert 100.000 ist quasi nichts, aber dann könnte man auch sagen, wozu Fairtrade Kaffee kaufen? Mein bisschen Kaffeekonsum ändert rein gar nichts.

    Weiter, und das wäre für mich das Kernargument pro, könnte man sich selbst verflichten, von jeglichem Gewinn ( also aus Zinszahlungen und ggf. Rückzahlung des Prinzipals) die Hälfte zu spenden, zB an ein Waisenhaus in der Ukraine. Und so gesehen kommt das Geld wirklich irgendwo hin, wo es sinnvoll ist und landet nicht in den Taschen eines Hedgefonds, der die Gewinne sicher nicht spenden wird.

    Würde mich wirklich interessieren, was ihr darüber denkt.
    Vielleicht gibt es noch einen Aspekt, der wirklich absolut dagegen spricht, den ich aber noch gar nicht auf dem Schirm habe.
    Ich finde es schwierig. Insbesondere, weil diese Anleihen ja im Zusammenhang mit Ereignissen stehen, bei dem jeden Tag Menschen sterben.



    Zum Thema, kommt überhaupt eine Zins/Rückzahlung.

    Wenn die Ukraine den Krieg verliert, sehr wahrscheinlich nein.
    Wir hoffen natürlich, dass es nicht so kommt und der Westen und insbesondere die USA haben ein ganz massives Interesse, dass es nicht dazu kommt.

    Wenn die Ukraine ein souveräner Staat bleibt, werden sie so oder so gigantische Geldmengen für den Wiederaufbau brauchen (ich habe irgendwo 750 Milliarden$ gelesen).

    Wo wird dieses Geld herkommen? Teilweise vom Westen (EU Staaten, USA, IWF), aber sicher auch von den Kapitalmärkten, also durch Staatsanleihen.

    Die Frage ist, wird der Kapitalmarkt bereit sein, der Ukraine Geld zu leihen, wenn die "alten" Anleihen nicht bedient werden? Zahlungsausfälle oder auch nur "Restrukturierungen" (i.e. Schuldenschnitt) kommen normalerweise nicht gut an.
    Ich könnte mir vorstellen, dass der Westen verhindern will, dass die Ukraine "schlecht" darsteht und hier massiv unterstützt. Was das im Ergebniss bedeutet, kann keiner vorhersehen (Schuldenschnitt 25%, 50% oder 75%).

    p.s. aktuell hat die Ukraine um ein Moratorium gebeten, alle Zins und Principal Rückzhalungen um 2 Jahre zu stunden.

  • #34

    Alexander (Donnerstag, 28 Juli 2022 17:24)

    Hallo Frank,

    die moralische, ethische Seite musst du für dich selber beantworten.
    Es gibt das alte Sprichwort: Bei Geld hört die Freundschaft auf. Es gibt Leute, die nicht in Tabak oder Öl investieren, einige haben Probleme mit Rüstungsfirmen. Ich habe hier keine Probleme, d. h. ich hätte auch kein Problem in Kriegsanleihen usw. zu investieren.
    Du musst dich fragen, ob du in den Spiegel schauen kannst und du damit leben kannst. Hier muss jeder in sich reinhören.

    Die Risiken beschreibst du ausführlich. Einem möglichen Totalverlust stehen sehr gute Gewinne gegenüber. Sollte die Ukraine als eigenständiger Staat bestehen bleiben, wird es sicherlich einen Marschallplan zum Wiederaufbau geben und die Anleihen zu großen Teilen bedient werden. Auch eine Teilrückzahlung würde eine positive Rendite ergeben.

    Grüße Alexander

  • #35

    Christian (Donnerstag, 28 Juli 2022 20:20)

    Meinem Verständnis nach hat Ukraine bewusst Anleihen aufgesetzt, um mit dem eingenommenen Geld Kriegsausgaben zu finanzieren. Aus einer Pro-Ukrainischen Sicht also m.E. sogar ein Pro-Argument.

  • #36

    42sucht21 (Donnerstag, 28 Juli 2022 21:30)

    @wirklich schade zu sehen wie das Interesse für diesen blog schwindet
    Ich empfinde das ist eher als Qualitätsmerkmal, dass es im Forum so unaufgeregt ruhig und stetig zugeht. Das zeigt doch, Alexanders unaufgeregter Plan geht ganz einfach & stetig erfolgreich auf.

  • #37

    Anton (Donnerstag, 28 Juli 2022 23:13)

    @ Frank Anleihen Ukraine

    Der Markt ist kalt wie die Hundeschnauze. Der Markt kennt keine Moral. Wie Alexander bereits schrieb, wie Du dies in Dein eigenes Verhalten als Investor einbindest, musst Du selbst entscheiden.
    Ich habe von einem guten Investor (meine Meinung) gehört, dass man Gefühle außen vor lassen sollte, wenn man investieren will, ansonsten ab zum Sparbuch. Ganz im ernst, ein Unternehmen zu finden, welches in allen Belangen sauber ist, dürfte ein schwieriges Unterfangen sein.
    Eine kleine Anmerkung: wenn Du diese Anleihen nicht direkt vom UA-Staat erwirbst, dann fließt Dein Geld nicht der UA zu, sondern dem Verkäufer dieser Anleihen.

  • #38

    Frank Druck (Freitag, 29 Juli 2022 16:27)

    Vielen Dank für eure Antworten und Anregungen. Das weiß ich wirklich zu schätzen.


    @Alexander
    hmm, also Öl, Tabak und Rüstung kann man sicher so und so sehen.

    Allerdings würde ich definitiv z.B. keine russischen Staatsanleihen kaufen, auch nicht solche, die schon von der Invasion emitiert wurden und erst recht keine "echten" russichen Kriegsanleihen. Auch nicht, wenn die eine hohe Verzinsung bieten würden und mit Gold besichert wären (wovon Rußland wohl ziemlich viel hat). Denn dann würde man ja effektiv den Krieg gegen die Ukraine finanzieren, u.a. mit all den gezielten Angriffen auf Wohngebäude und den darin lebenden Zivilisten, um die Moral des Landes zu schwächen (so jedenfalls in unseren westlichen Medien dargestellt).



    @Christian

    ja, die Kriegsanleihe gibt es. Die ist aber eher für echte Patrioten, weil sie 0% Verzinsung hat und Rückzahlung glaube ich erst 2040 (außerdem nicht in Dollar, sondern urkrainische Hryvnia).
    Ich beziehe mich auf die Anleihen, die in der Zeit vor der Invasion emitiert wurden. In dem Sinne also keine Kriegsanleihen, sondern "normale" Staatsanleihen (in Dollar).

    @Anton
    Ich kenne den Satz mit den Gefühlen und dem Sparbuch eher in dem Kontext, ob man es aushalten kann, wenn das Depot mal 25% ins Minus geht.

    Na ja, also man kann schon ganz deutliche Linien ziehen zwischen Unternehmen, die quasi überhaupt nicht sauber sind und solche, die es zumindest einigermaßen sind, mit anderen Worten solche, die einen Code of Conduct nach westlichem Standard unterschrieben haben und aufwendige Compliance/Whistleblowersysteme installiert haben.

    Im Code of Conduct steht zB ganz deutlich drin, Keine Kinderarbeit etc.
    Über die Whisleblower hotlines können Mitarbeiter anonym Meldungen machen, wenn es zB zu Übergriffen kommt oder das Unternehmen

    Natürlich gibt es Unternehmen, die so was vorhalten und das dann heimlich über Subunternehmer umgehen (um Kosten zu sparen). Aber das macht man halt auch nur 1x, denn, wenn es aufgedeckt wird, bricht ein medialer "Sh*tstorm" vom Zaunbricht, welcher den Markenwert nachhaltig schadet und u.U. sehr kostspielige Gerichtsprozesse nach sich zieht bei denen sich große Anwaltskanzleien eine goldene Nase verdienen.

    Ja, ich würde die Anleihen auf dem Sekundärmarkt erwerben, also gerade nicht direkt vom ukrainischen Staat.
    Stimmt das Geld geht erst mal an den Verkäufer (der bekommt allerdings nur 20 auf 100, hat also einen Verlust von 80).
    "Geld kriegen" würde die Ukraine von mir aber später in dem Moment, wenn sie die Rückzahlung nicht vollständig leistet, sondern nur zB die Hälfte oder eben nichts :)



  • #39

    Anton (Samstag, 30 Juli 2022 21:27)

    @ Frank

    Mir ging es mit den Gefühlen eher darum, dass es Krisen, bei denen z.B. Menschen sterben (Hunger, Krieg, etc.), immer gibt und dass man hier die Gefühle außen vor lassen muss, wenn man investiert, und zwar geht es mir nicht primär darum die Kriegstreiber zu unterstützen, sondern zu verstehen, dass dies den globalen Markt wirklich nicht interessiert. Solange eine Krise, ein Schock nicht das Potenzial hat, Verluste im Volumen des globalen Wachstums zu generieren, sollte die globale Wirtschaft nicht schrumpfen. Dies fällt vielen sehr schwer, besonders bei Ereignissen, welche „um die Ecke“ passieren.

    Russische Staatsanleihen, etc. Never. Solche Märkte sind für mich prinzipiell tabu, da vollkommen unberechenbar. Diese Entscheidung habe ich übrigens auch für China vor getroffen und bereist vor geraumer Zeit meine Positionen aufgelöst (hatte Alibaba und China Water Affairs und AIA). Alle noch mit kleinem Gewinn verkauft. Ich bin zu 99% in der Developed World unterwegs. Den einzigen EM Anteile habe ich den FTSE All World. Keine EM Einzelaktien.

  • #40

    Chris (Sonntag, 31 Juli 2022 09:54)

    @ Frank

    Die Ukraine ist ein sehr junges Gebilde, erstmalig geformt als Verwaltungseinheit durch die deutschstämmige Zarin.
    Des Weiteren ist die Ukraine immer noch ein Vielvölkerstaat. In dem umkämpften Teil war die ukrainischstämmige Bevölkerung seit Jahrhunderten eine Minderheit und lebt heute vorwiegend auf dem Land. In den Städten lebt die russischstämmige Bevölkerung. Die Ukraine bezieht ihr Bruttosozialprodukt fast ausschließlich aus den umkämpften Gebieten. Die Hauptstadt Kiew trägt durch die Verwaltung ein wenig bei, ebenso Lemberg. Aber hier werden keine Devisen erwirtschaftet.
    Das Bundesheer Österreich, Oberst Markus Reisner, bietet auf YouTube sehr gute Aufklärung.
    Wie überlebensfähig wird die Ukraine sein? Wird die Korruption sinken? Werden die Flüchtlinge, insbesondere die jungen Menschen zurückkehren?
    Die Ukraine steht im Herbst vor ihrem Versorgungszusammenbruch, für den Krieg wird Geld gedruckt, dem keine Waren und Dienstleistungen gegenüberstehen.

  • #41

    olaf (Sonntag, 31 Juli 2022 13:16)

    @ Chris

    sehr gut recherchiert, zum thema korruption in der ukraine gab es vor kurzem einen interessanten bericht im zdf, wo 2 mittelständische unternehmen aus deutschland, welche sich dort ansiedeln wollten, über ihre erfahrungen berichteten

    ganz ungeniert gab es schutzgelderpressungen und als man diese den staatlichen institutionen gemeldet hat begann erst das wirkliche grauen, man wurde von staatlicher seite derart eingeschüchtert und drangsaliert, so dass man keinen anderen ausweg sah, als die zelte wieder abzubrechen

    stellt euch selbst die frage, ob ihr euer geld in ein solch korruptes system investieren wollt, wo selbst staatliche institutionen von mafiösen strukturen unterwandert sind, patriotismus mit der ukraine hin oder her, dafür ist mir mein hart erarbeitetes geld zu schade

  • #42

    Frank Druck (Montag, 01 August 2022 13:38)

    @Anton
    ja, verstehe deinen Punkt.

  • #43

    Frank Druck (Montag, 01 August 2022 13:52)

    @ Chris
    also dass die Ukraine den Hauptteil ihrer Wirtschaftsleistung aus den umkämpften Gebieten bezieht, würde ich mal in Abrede stellen. Wenn ich mir anschaue, wo der Weizen wächst, dann ist das in der Tat stark in diesen Gebieten, aber eben nicht ausschließlich. Des weiteren ist da nach meinem Kenntnisstand vor allem Kolhe und Stahlindustrie angesiedelt. Ich sags mal ganz provkant. Wer will das noch haben?
    Spätestens mit diesem Krieg ist allen klar, weg von den Fossilen Energieträgern. Und dass man mit Stahl kein Geld mehr verdient, ist auch kein Geheimnis (siehe ThyssenKrupp).

    Den Kanal auf Youtube kenne ich, die Videos von dem Oberst finde ich in der Tat sehr gut, insbesondere nicht einseitig, sondern erscheint mir relativ nüchertn und objektiv (soweit das hier möglich ist).

    Bezüglich deiner Bedenken. Aus eigener Kraft wird die Ukraine auf keinen Fall überstehen und erst recht nicht wieder auf die Beine kommen.

    Wird der Westen, insbesondere die USA zulassen, dass die Ukraine verliert?
    Ich denke eher nein. Im Gegenteil. In Woshington sieht man doch hier eine historische Chance, den Einflußbereich massiv zu erweitern, im wahrtsten Sinne des Wortes direkt an die russische Grenze.

    Und für die Zeit danach.
    Wie Alexander schon geschrieben hat, wird es wohl relativ sicher eine Marschalplan geben, um 1. die Ukraine wieder aufzubauen und 2. jeglichen Keim von Unzufriedenheit wegen schlechter wirtschaftlicher Perspektiven im Keim zu ersticken.

  • #44

    Frank Druck (Montag, 01 August 2022 15:43)

    @ Olaf
    Ja, die Ukraine landet auf der Korruptionshitliste in oberen Bereich.
    Vielleicht aber auch ein Grund, warum die Bevölkerung die Nase gestrichen voll gehabt hat und es zum Maidanaufstand kam.

    Allerdings jetzt irgendwelche zwei Unternehmen aus einer Doku heranzuziehen scheint mir ein bisschen beliebig. Nicht vergessen, was wir im Fernsehen sehen, sind keine Nachrichten, sondern Stories. Es werden immer nur die gezeigt, wo es ganz besonders gut gelaufen ist (Goldmedaliengewinner, self-made Milladäre etc.) oder die, bei denen es völlig katastrophal schief gegangen ist. Für Zwischentöne ist da kein Platz.
    (Ausgenommen der oben schon genannten österreichische Oberst, der scheint mir wirklich "Nachrichten" zu produzieren, nicht Stories.)

    Ich könnte jetzt auch für die vermeintlich furchtbare Bürokratie in Deutschland eine Doku über zwei hochqualifizierte indische IT Spezialisten heranziehen, die eigentlich nach Deutschland einwandern wollten.
    Ganz ungeniert hat man von den armen Indern einen Berg von Unterlagen (Geburtsukunde, Bescheinigung Staatsbürgerschaft, Bescheinigung letzte Wohnanschrift in Indien, vollständiger Arbeitsvertrag des potentiellen Arbeitgebers in Deutschland etc.) ausschließlich in deutscher Sprache verlangt (die englischen beglaubigten Abschriften haben nicht gereicht).

    Als man dies der vorgesetzen Behöre gemeldet hat, ging das Grauen erst richtig los. Man wurde von staatlicher Seite derart mit Deutschkenntnisnachweise und Einbürgerungssprachtests eingeschüchtert und drangsaliert, so man keinen anderen Ausweg sah, als lieber nach Kanada auszuwandern.

    Also mal Spaß beiseite.
    Ja, das mit der Korruption ist natürlich ein Thema.
    Aber nochmal.
    Werden sich die USA die Chance entgehen lassen, die geopolitische Landkarte neu zu gestalten? Was sind da schon ein paar Millarden, die beim Wiederaufbau nicht da landen, wo sie eigentlich hinsollten, sondern in irgendwelchen korrupten Säckeln.

    Und da ist doch genau ein entscheidender Punkt... Wenn ich das tatsächlich machen sollte und am Ende ein Gewinn rausspringt, dann würde ich ja, wie oben geschrieben, die Hälfte des Gewinns für einen guten Zweck in der Ukraine spenden. Und da würde ich definitiv ganz genau drauf achten, dass das Geld wirklich da ankommt, wo es hinsoll. Also nicht einfach nur spenden (wo man nicht weiß, wo was versackt), sondern notfalls hinfahren und dem Weisenhaus das Geld in Hand drücken oder Sachspenden abliefern (jaja, auch das kann zweckentfremdet werden, aber irgendwo hört es dann auf :)


    Griechenland Korruptionsindex 51
    Ukraine 68
    Deutschland 20


  • #45

    Alexander (Montag, 01 August 2022 16:40)

    Zu den USA wäre noch zu ergänzen, dass sie den Krieg in der Ukraine nutzen, um Russland wirtschaftlich und militärisch zu schwächen. Sie riskieren keine eigene Soldaten, sondern müssen nur Waffen liefern. Politik ist ein schmutziges Geschäft.