Julius und sein Startup localstoring.com

Jede Woche bekomme ich Anfragen, ob ich nicht Artikel gegen Bezahlung erstelle oder bereits fertige Artikel veröffentlichen möchte. Einige Unternehmen fragen direkt nach meiner Preisliste, andere sind regelrecht unverschämt und fordern, dass ich für sie (kostenlose) Werbung auf meinem Blog mache. Da ist alles dabei - seriös und unseriös. Inzwischen lösche ich die Anfragen und antworte nicht mehr. Ist da unhöflich? Manchmal ja, aber irgendwann nervt das ungemein und ich habe keine Lust, dauernd zu begründen, warum ich nicht will. Ich will nicht - Punkt. Der Blog soll den Lesern und mir zum Erfahrungsaustausch dienen und man soll sich gegenseitig helfen.

 

Die Leser, die schon länger den Blog verfolgen, wissen, dass ich den Blog versuche "sauber" zu halten und keine weitere Monetarisierung anstrebe. Nun veröffentliche ich doch die Vorstellung eines Startups?

 

Das Ganze ist darin begründet, dass ich mit Julius schon länger Kontakt hatte und er mir sehr früh von seiner Geschäftsidee erzählte. Ich finde die Idee gut und sagte ihm zu, dass er einen Artikel schreiben soll, den ich dann auf dem Blog veröffentliche und ihn so unterstütze. Julius und seine Mitstreiter sind recht rührig und gehen das alles sehr professionell an.  Vielleicht hat ein Leser selber Platz zum Vermieten oder ebenfalls eine Idee für ein Unternehmen?

 

Hier der Beitrag von Julius:

 

Lieber Alexander,

ich bin seit mehreren Jahren aufmerksamer Leser deines Blogs und möchte dir und deiner Leserschaft von meinem neuesten Projekt erzählen. Ich denke, die Idee könnte für viele deiner Leser sehr interessant sein.

 

Angefangen habe ich mit dem Thema passivem Einkommen nach meinem Jobeinstieg bei einem großem Halbleiterhersteller in München. Als frisch gebackener Absolvent habe ich direkt nach dem Studium zum Wirtschaftsingenieur meine Ausgaben kaum nach oben angepasst und dementsprechend schon früh viel Geld ansparen können. Nach und nach habe ich mich deshalb für das Thema Geldanlage interessiert, wobei mir der Ansatz von Aktien und dividendenstarken Titeln besonders zugesagt hat. Neben meinem Aktien-Depot, ETFs, Genossenschaftsanteilen und REIT-Beteiligungen bin ich dann schnell auf die Idee gekommen, dass es doch auch noch weitere Möglichkeiten zum Aufbau von Einkommenströmen geben muss. Besonders diejenigen, wo nicht zu Beginn ein großer Kapitalstock vorhanden sein muss.

 

Meine erste Firma habe ich dann im Affiliate Marketing gegründet, bei welcher ich über Facebook-Likeseiten Produkte von Amazon vertrieben habe. Das war damals zwar sehr einfach aber doch auch sehr zeitaufwendig. Irgendwann habe ich dann angefangen, e-Books über Amazons KDP Plattform zu verkaufen. Das ist zwar wirklich passiv, aber die Erträge summieren sich maximal auf ein gutes Essen im Monat.

 

Als dann vor etwa einem Jahr ein Freund fragte, ob er meinen zentralen Keller in München mieten könnte, da er zu viele Sachen habe und meiner ja leer stehe, wurde ich stutzig. Er wollte doch tatsächlich 100€ pro Monat dafür bezahlen, da er bei den anderen Anbietern auf dem Markt (self-storage Unternehmen) für dieselbe Größe etwa 200-300€ zahlen musste. Außerdem war ihm wichtig, in der Nähe lagern zu können und nicht monatelang in einem Knebelvertrag gefangen zu sein.

 

Da kam mir die Idee, dass ja mehrere Leute dieses Problem haben könnten und nach einiger Zeit Recherche, kam mir der Gedanke, diese Idee als Unternehmen umzusetzen. Mit Localstoring.com habe ich das nun seit Mitte Oktober getan. Die Plattform ist so etwas wie das Airbnb für Lagerplätze und es können von Kellerabteilen, Dachböden, Garagen über Freiflächen alles angeboten werden.

 

Die Plattform an sich stellt vor allem die Sicherheitskomponente. Eine kostenlose Versicherung versichert die eingelagerten Gegenstände und alle User werden verifiziert. Unser Team stellt außerdem einen 24/7 Kundensupport via Live-Chat, E-Mail und Hotline.

 

Während für die Mieter vor allem der bis zu 80 % günstigere Preis und die lokale Nähe interessant sind, können die Vermieter Ihren ungenutzten Raum zu Geld ohne den Verlust Ihrer Privatsphäre machen. Viele Leute haben freien Platz und wissen noch gar nicht, wie viel potenzielles Geld Sie damit verpassen. Ein grober Überblick kann sich mit einem auf Erfahrung basiertem Umsatzrechner auf der Homepage verschafft werden.

 

Bei einem Start-Up ist vor allem das Team sehr wichtig. Nur wenn man alles selbst machen kann,    „in-house“, schafft man es mit geringem Kapitaleinsatz schnell und effektiv zu arbeiten. Deshalb sind von Anfang an ein Entwickler und ein Designer neben mir als Ökonom an Bord. Wir sind also ein 3-Mann-Gründerteam und decken bis auf rechtliche Themen alles selbst ab.

 

Da wir nun „live“ sind, geht es jetzt daran zu skalieren. Das ist bei einem „Private-to-Private“ Marktplatz besonders schwer, da man sowohl das Angebot, als auch die Nachfrage parallel aufbauen und ansprechen muss, aber wir sind hier guter Dinge. Ebenfalls sind wir seit mehreren Wochen im Accelerator Programm des LMU Entrepeneurship Centers, welches uns hierbei mit Mentoren und Netzwerk verstärkt. Denn ganz ohne Kapital geht das Geschäftsmodell, wenn man stark wachsen will, dann doch nicht – deshalb befinden wir uns mitten in unserer ersten Finanzierungsrunde.

 

Es wäre kein Bericht über das Unternehmertum, wenn ich nicht auch noch die Probleme und Schwierigkeiten ansprechen würde. Wir kämpfen eigentlich täglich mit neuen Herausforderungen. Besonders die steuerliche Anmeldung der Kapitalgesellschaft und alle mit sich kommenden Rechten und Pflichten der Geschäftsführung haben uns zu Beginn sehr beschäftigt. Ein weiteres Thema welches uns persönlich sehr wichtig ist, ist die DSGVO konforme Handhabung der Daten. Es musste also sichergestellt werden, dass ebenfalls alle Plugins und Dienstleister nach deutschem Recht handeln und wir eine gute Datenschutzerklärung erstellen. Dies sind jedoch alles noch Themen mit denen man rechnen muss. Unerwartete Sachen wie das Thema Brexit und seine Konsequenzen haben uns dann doch etwas kalt erwischt. Es war sehr schwierig eine Versicherungspolice zu finden, welche solche Schäden bestmöglichst abdeckt. Einen Vertrag, welchen ich monatelang mit einem Spezialversicherer ausgehandelt hatte, musste dieser leider absagen, weil es zu unsicher für Ihn war, in der aktuellen Phase mit einem deutschen Unternehmen eine Geschäftsbeziehung aufzubauen. Doch zum Glück lernt man daraus, und im Endeffekt haben wir nun eine noch bessere Police angebunden.

 

Wir sind also guter Dinge, die Milliarden schwere self-storage Industrie, durch unseren digitalen, auf der sharing economy basierten, online Marktplatz aufzumischen! ^^

 

Wenn also einer von euch Lesern Lust hat, sich mit einem freien Quadratmeter völlig kostenfrei einen weiteren passiven Einkommensstrom aufzubauen, freue ich mich, wenn Ihr auf localstoring.com vorbei schaut :)

 

Für Fragen und Feedback stehen wir euch jederzeit unter kontakt@localstoring.com zur Verfügung oder einfach per Live-Chat / Telefon.

 

Herzliche Grüße aus München

 

Julius und Team localstoring

 

 

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Kommentare: 16
  • #1

    David (Sonntag, 17 November 2019 16:03)

    Hallo,

    Ich wohne in 15537 Gosen - und hätte eine Garage noch frei, wo man ca. 4-5 Motorräder unterstellen könnte über die WIntersaison immer. Wie / Was muss ich bei euch eintragen - da steht Garage 1-3 Stellplätze ;) Aber Autos würde ich da nicht reinstellen.
    Ich habe mich mal erkundigt , was man so für EInlagern von Motorrädern zahlt - Preise sind sehr unterschiedlich von 25-50 Euro schon alles gelesen pro Monat. Tips?

    LG
    David

  • #2

    Julius (Sonntag, 17 November 2019 16:12)

    @David

    Stell das Objekt als Garage ein und schreibe in die Infos dass die Garage nur für Motorräder ist. Vielleicht kannst du auch den Titel so wählen "Überwintern von Motorrädern/Rollern"
    Wenn du dann das Objekt als QM Aufgeteilt vermietest, kann jemand für sein Motorrrad je nach größe 1-2 Qm anfragen. Preis Empfehlung in deiner Gegend würde ich 20-25 Euro sagen pro Motorrad (2qm) :-) Schau dir den Erstellungsprozess einfach mal an, da wird alles abgefragt. LG Julius von localstoring. Melde dich bei Fragen gerne

  • #3

    David (Sonntag, 17 November 2019 18:56)

    Hallo Julius, ich mach mir nur Sorgen um die Versicherung - wenn da 10.000 Euro steht und die z.B. in eine Garage einbrechen und nen Auto oder mehrere Motorräder klauen - was ja nicht selten heutzutage vorkommt deckt die Versicherung nicht alles ab.. mhmm

    Ich denke das ist eher für Wertgegenständer unter 10.000 Euro dann geeignet.

  • #4

    IMHAMSTERRAD (Sonntag, 17 November 2019 23:51)

    Klingt nach einem interessanten Modell. Einige Privatpersonen haben bestimmt noch eine freie Garage oder Raum, den sie vermieten könnten um noch nebenbei etwas zu verdienen. Geld braucht man immer. Früher hat man das in der Zeitung inseriert, da noch kaum einer eine hat, heutzutage bei ebay Kleinanzeigen. Wenn er eine Versicherung mitanbietet für die eingelagerten Gegenstände, ist dies ein interessanter Mehrwert. Ich wünsche viel Erfolg!

  • #5

    Arne (Montag, 18 November 2019 20:11)

    Coole Sache! Ich hab ohnehin schon überlegt meinen Dachboden zu vermieten... Die Idee für so eine Plattform ist mir dabei tatsächlich auch mal gekommen. Hab ich aber dann nicht weiter verfolgt ;) Meinen Dachboden werde ich direkt mal eintragen :)
    @Julius: "Dachboden" habe ich im Kalkulator nicht gefunden. Wie siehst du da die Preise z.b. im Vergleich zu einem Kellerraum? (Hamburg zentral, ca 15qm)

  • #6

    Julius (Montag, 18 November 2019 21:12)

    @Arne
    Super! :) Je nach Variablen wie Zugang und Anzahl der Mieter kannst du für das ganze Objekt schon 120-150€ verlangen. Tipp: vermiete auf QM Basis mit einem günstigem start-Preis und wenn nurnoch wenige frei sind Preis anheben!

  • #7

    spaciba (Dienstag, 19 November 2019 09:35)

    hallo leute, sorry, aber meine ehrliche meinung dazu - das ist ne totgeburt. niemand kommt auf die idee, nach einem lagerraum oder ähnlichem woanders als bei immoxxx.de oder ebay kleinanzeigen zu suchen.

    der markt wird von diesen ganz klar dominiert und da wird sich auch nichts anderes durchsetzen, nichtmal wenn man rund um die uhr internet, radio und fernsehwerbung machen würde

    sorry, aber das ist in meinen augen rausgeschmissenes geld, tut mir leid

  • #8

    Julius (Dienstag, 19 November 2019 14:33)

    @spaciba

    Vielen Dank für deine Einschätzung. Bei Ebay/Immox gibt es Deutschlandweit nur eine handvoll Angebote, weswegen alle zu den self-storage Buden rennen müssen und diese sich den Preis aussuchen können :-)
    Dennoch danke für deine kritische Meinung. LG Julius

  • #9

    Chris (Sonntag, 24 November 2019 18:28)

    Hallo

    Die rechtliche Seite kommt mir zu kurz.

    Ich würde meinem Mieter die Ohren lang ziehen, wenn er es wagt, nachdem er bereits ohne unsere Zustimmung einen Hund angeschafft hat, auch noch seine Kellerräume oder die Garage zu vermieten.
    Wird dort etwas Brennbares eingelagert und das Objekt brennt ab, wer trägt dann die Schäden? Auch einmal an Drogen, Waffen und Leichen denken. Nicht weit von uns entfernt wurden zersägte Frauen in kleinen Fässern in einer Garage eingelagert.

    Sonst gute Idee, der Mehrwert, die Zielgruppen und das Alleinstellungsmerkmal müssen herausgearbeitet werden.

    Grüße

  • #10

    Jens (Sonntag, 24 November 2019 21:18)

    Servus,
    Sehe ich ganz genauso wie spaciba und Chris. Zumal die Umsetzung sagen wir mal mangelhaft ist. Ich hab mal reingeschaut und einen Garagenplatz im Münchner Norden gesucht. Jetzt zahl ich über 80€ /Monat,vielleicht find ich ja was billigeres über den Winter....-- Angezeigt wird mir dann bei Plz Eingabe alles bunt durcheinander von Leipzig über Frankfurt,Heidelberg usw. In München/ Maxvorstadt eine Einzelgarage ( verifiziert,bis zu 80% billiger) für 47€/Woche = 188/Monat. Wäre dann bei 80% billiger regulär 940€ im Monat??? Ohne Beleuchtung und Strom.Angemietet und weiter zu vermieten.
    Öhm ja....nein Danke.
    Viele Grüße

  • #11

    Julius (Dienstag, 26 November 2019 15:49)

    @Jens

    Wenn du nach PLZ suchst kommen die Angebote nach Entfernung, da wir erst ein paar Parkplätze haben ist dann irgendwann eben Leipzig der nächste :-).
    Das von dir genannte Angebot ist verhältnismäßig teuer ja, aber das ist die Entscheidung des Vermieters. Im Münchner Norden haben wir mehrere Parkplätze um 70-80€ im Monat. LG Julius

  • #12

    Jens (Dienstag, 26 November 2019 17:22)

    @ Julius
    SO ists ja auch richtig ;- )
    Sonntag wars noch vogelwild durcheinander.
    Was ich mit dem "Angebot" vor allem meinte...vll. solltet ihr solche Einstellungen auch auf die ortsübliche Miete überprüfen,solange es noch nicht so viel ist?! Und solche "etwas überteuerten" nicht mit reinnehmen.Und wie Chris auch sagte,das rechtliche, "darf der das überhaupt"...
    Viele Grüße,Jens

  • #13

    42sucht21 (Donnerstag, 28 November 2019 17:16)

    Schöne Webseite. Toll das mit der Shared Economy und so und wie einfach Geld verdienen sein kann.

    Wird auf der Webseite eigentlich darauf hingewiesen, dass bei separater Vermietung von einem Stellplatz bzw. Lagerfläche durchaus Umsatzsteuerpflicht bestehen kann - bzw. wann nicht - damit Vermieter nicht ungewollt Steuerhinterziehung begehen?

    Das geht ja in Richtung gewerblicher Mietvertrag: Wie ist denn die Haftung für den Vermieter geregelt wenn an der Mietsache Schaden entsteht, bzw. durch den Mieter Schaden an der Immobilie oder gar anderen Personen?

  • #14

    Julius (Sonntag, 01 Dezember 2019 13:56)

    @42sucht21

    Vielen Dank! Als Plattform weisen wir darauf hin, dass Erträge prinzipiell steuerpflichtig sind, dürfen aber rechtlich keine weiteren Handlungsempfehlungen geben. Als gewerblicher Vermieter kann ich mein Angebot als solches Ausweisen und es wird die Ustr. gesondert ausgewiesen (auf den monatlichen Abrechnungen).

    Schäden an den eingelagerten Sachen werden von unserer Versicherungspolice gedeckt. Ansonsten greift oftmals die (wenn vorhanden) Haftpflicht. LG Julius

  • #15

    MeißenMike (Mittwoch, 04 Dezember 2019 20:43)

    Hey Julius, sehr coole Idee! Da ist einiges an Bewegung momentan im Markt, so scheint es doch tatsächlich mehrere Startups in dem Bereich zu geben... Bin mal gespannt ob ihr euch durchsetzen könnt, Plattformen wie bspw Verstaumich.de haben schon ein echt gutes Angebot. Ich wünsch auf jeden Fall alles Gute :)

  • #16

    Julius (Sonntag, 08 Dezember 2019 14:21)

    @MeißenMike

    Vielen Dank! Es gibt viele Portale wie das von dir genannte, dort kann man auch nicht bezahlen und hat keine Versicherung - im Endeffekt also ein Kleinanzeigenportal und mehr nicht :-)