Rezension: Ich gönn´ mir Freiheit

Wie genügsamer Konsum zu weniger Arbeit und mehr Freiheit führt.

 

Der Autor hat in seinem Buch zwölf unterschiedliche Menschen interviewt, die entweder die finanzielle Freiheit anstreben oder bereits erreicht haben. Hierbei geht es nicht um die Frage, wie werde ich am schnellsten finanziell frei, sondern er beleuchtet in deren Lebensgeschichten, wie sie es geschafft haben, nicht mehr arbeiten zu müssen oder kurz davor stehen. Es werden zwölf unterschiedliche Lebensmodelle aufgezeigt, vom Erbschaftsmillionär bis zum digitalen Nomaden. Finanziell frei heisst nicht unbedingt, dass man nicht mehr arbeiten muss. Durch die Anpassung des Konsums kann es auch sein, dass man für seinen Lebensunterhalt weiterhin arbeiten muss, aber die Prioritäten anders gesetzt sind und Zeit für anderes, wie z. B. Reisen zur Verfügung steht. Auch das kann finanzielle Freiheit bedeuten, wenn man sich nicht mehr zum Sklaven des Geldes macht.

 

Interessant sind die Lebensmodelle auch dahingehend, was es für den Einzelnen bedeutet, viel Freizeit zu haben. Was macht man mit dieser Zeit? Die Masse der Bekannten geht weiterhin einer geregelten Arbeit nach und man ist praktisch "allein". Wie richtet man sich seinen Tagesablauf ein? Wenn jemand nicht mehr arbeitet, ruft dies oftmals Neid und Unverständnis hervor. Wie soll man damit umgehen? Diese Fragen beleuchtet der Autor bzw. seine Interviewpartner.

 

Das Buch regt zum Nachdenken und jeder, der die finanzielle Freiheit in welcher Form auch immer anstrebt, findet hier vielleicht einige Antworten. Das Buch ist durch seine Gliederung in die einzelnen Kapitel gut und flüssig zu lesen. Den Schreibstil finde ich als angenehm und wer gerne kurze Biographien liest, ist hier genau richtig. Es hat nicht den Anspruch ein Lehrbuch zur finanziellen Freiheit zu sein, sondern soll viel mehr zu unterhalten, was dem Autor durchwegs gelungen ist. Ich habe es relativ schnell gelesen und kann mir vorstellen, die eine oder andere Lebensgeschichte ein zweites Mal zu lesen.

 

Der Untertitel stimmt vielleicht nicht ganz und hätte etwas anders formuliert werden können. Dies ist der einzige Kritikpunkt meiner Rezension.

 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und zum Nachdenken angeregt. Ich halte daher fünf Sterne für gerechtfertigt, die ich dem Autor gerne gebe.

 

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Kommentare: 17
  • #1

    Norbert (Samstag, 11 Mai 2019 15:38)

    Hallo Alexander,
    ich bin von deinem Tempo beeindruckt. Aber besonders von der Ruhe die du an den Tag legst. Bei jedem Rücksetzer muss ich immer erstmal kurz sammeln, bevor ich erneut investiere. Da bin ich froh wenn du einfach weiter investierst.
    Danke für deine Inspiration.
    Gruß
    Norbert

  • #2

    Heiko (Samstag, 11 Mai 2019 17:51)

    In einer immer komplizierter werdenden Umwelt, ist der Mensch nur noch ein kleines Rädchen, das sich immer schneller dreht und nicht mehr zu Ruhe kommt.
    Eines Tages erkennt man dann schliesslich sein Hamsterrad. Aber Hoffnung keimt auf, wenn man Seiten wie die von Alexander entdeckt, die einem ein Vorbild sein können, um etwas zielsicher aufzubauen und zu erreichen.
    Es braucht nicht die völlige "finanzielle Freiheit" zu sein, sondern es genügt schon, sich so weit zu motivieren, um seine eigenen Vorstellungen von mehr Lebensqualität zu verwirklichen. Nicht nur jeden Tag das machen zu müssen, was andere für einen vorschreiben, sondern relativ frei selbst entscheiden zu können, wie das eigene Leben aussehen kann. Schliesslich wird einem bewusst, dass die eigene Uhr tickt und alles ein Ende hat. Sich dessen bewusst zu werden und versuchen durch kluges aufbauen eines Depots, in Zukunft ein wenig mehr Freiheit zu haben (finanziell oder zeitlich), das sollte das Ziel sein. Es ist nicht entscheidend, wie groß das Depot letztendlich ist, sondern dass es überhaupt existiert und man beständig daran "arbeitet". Wenn man es dann noch schafft, für sich einen Weg zu finden, um ein zufriedenes, genügsames Leben zu führen, dann ist es ein tolles Gefühl. Was am Ende wirklich zählt, ist Gesundheit, aber ein bisschen Kleingeld ist auch nicht schlecht....
    Danke Alex für die Buchvorstellung
    Gruß
    Heiko

  • #3

    Dieter (Montag, 13 Mai 2019 19:36)

    Hallo Alexander,
    deinen blog lese ich schon einige zeit mit und kann dem buchtitel einiges abgewinnen. am anfang war ich sehr unsicher wie ich mein bischen geld jeden monat anlegen soll. aber ich habe es einfach getan. auch wenn die gebühren etwas höher waren oder ich nicht optimal streuen kann. aber eine reise beginnt mit dem ersten schritt und dann immer einen fuß vor den anderen. mal rechts rum, dann links rum aber immer richtung ziel.
    und jetzt? mist! jeden monat knapp unter 90eur dividende. wohin nur mit dem ganzen geld......mal ne rechnung zahlen aber das meiste reinvestieren. immer einen fuß vor den anderen

    danke alex für deinen motivierenden blog und danke an mitleser wie heiko. hilft echt.

    viele grüße
    Dieter

  • #4

    Delura (Dienstag, 14 Mai 2019 11:17)

    Hallo Alexander,

    kann mich den Worten meiner beiden Vorschreiber nur anschließen, Du machst kontinuierliche und gute Arbeit. Das ist vor allem für junge und (noch) unsichere Investoren sehr wichtig.

    Ich bin Dir zwar mit meinem Passiveinkommen etwas voraus, aber mit Deinem Tempo kann ich nicht mithalten...

    Aber, wichtig ist das man seine gesetzten Ziele erreicht - Glück Auf und weiter so !

  • #5

    Alexander (Dienstag, 14 Mai 2019 20:55)

    Hallo Norbert,
    was wirklich ernsthaftes ist ja die letzten Monate nicht passiert und den Rücksetzer Anfang des Jahres habe ich schlicht verschlafen. Solange die Dividenden fließen ist alles gut (für mich). Im Laufe der Jahre wirst du auch ruhiger, das ist der Vorteil des Alters^^

    Hallo Heiko,
    kluge Worte. Deine Mails sind mir auch immer Inspiration und regen zum Nachdenken an. Eine Antwort steht noch aus, ist nicht vergessen.

    Hallo Dieter,
    du hast vollkommen recht, immer einen Fuß vor dem anderen. Manchmal torkelt man so dahin, aber solange die Richtung stimmt, passt das. Die Dividendenstrategie ist schon sehr langfristig, aber mit der Zeit zahlt es sich aus. Z. B. Altria hat die Dividende in den letzten fünf Jahren von 2,00 € auf 2,86 € erhöht, immerhin 43 %. Ich hoffe, dass da noch etwas geht.

    Hallo Delura,
    schön, dass du noch mitliest.
    Ich hoffe immer, das ich dem einen oder anderen etwas Hilfe geben kann (den Damen natürlich auch). Das Tempo hat mich selber überrascht. Nachdem ich mietfrei lebe, ein kleines Nebeneinkommen habe und eigentlich nicht viel brauche, läuft es ganz gut. Wenn ich meine erste Planung anschaue, bin ich doch ein Stück voraus :)
    Momentan leidet der Blog nur etwas an mangelnder Freizeit, aber es wird auch wieder besser (die Arbeit fordert mich aktuell etwas mehr als mir lieb ist).

    Viele Grüße
    Alexander

  • #6

    Micha (Freitag, 17 Mai 2019 23:11)

    Hallo Alexander,
    hallo zusammen,

    was haltet ihr von dem Bericht?

    Grüße
    Micha


    https://www.cnbc.com/2019/05/17/jp-morgan-3m-troubles-will-continue-may-cut-dividend.html

  • #7

    AlKi (Samstag, 18 Mai 2019 10:45)

    Gar nichts. Entscheidend sind alleine die Zahlen und die Vergangenheit der Firma. Vom Gewinn oder freien Cash-Flow werden werden knapp an die 60 % ausgeschüttet (Dividende) da ist noch einiges an Platz bevor es zu einer Dividendenkürzung kommt. Weiter ist die Dividendengeschichte von 3M etwas was für 3M spricht. JP-Morgan hat während der Finanzkrise seine Dividenden gekürzt 3M nicht. Bisher konnte 3M seine Dividende seit 61 Jahren steigern! Und ich denke dass Managment wird alles erdenkliche tut dass dies so bleibt. Es könnte natürlich sein dass JP das Kurs drücken möchte um Aktien möglichst günstig zu erwerben.
    Gruss AlKi

  • #8

    David (Samstag, 18 Mai 2019 15:56)

    Ich habe an der Börse gelernt, "Alles ist möglich" fundamental gut aufgestellte Firmen werden verkauft, andere werden gehyped. Ob eine Divikürzung kommt/bevorsteht - weis von den Kleinanlegern eh niemand, oder hat es bei Kraft Heinz einer vorhergesehen und auf dem Hoch verkauft? 3M wird seinen Weg gehen. Auch Kraft Heinz - wichtig ist nur das man halbwegs den richtigen EInstiegszeitpunkt wählt und nicht gleich "All IN" geht, sodass man immer in Schwächephasen auch mal nachkaufen kann. Ich handhabe das mittlerweile "fast" wie Alexander. Der einzige Unterschied ist, dass ich nicht sofort auf 10.000 hochsetze, sondern wirklich nur dann, wenn ich der Meinung bin, das eine starke -mittlere Unterbewertung zum aktuellen Zeitpunkt herrscht. Wenn man 25+ Unternehmen im Portfolio hat gibt es da immer Kandidaten, vor allem auch wenn manche wie 3M oder Kraft Heinz vom Kurs her zurückkommen. Wenn man dann aber schon komplett investiert ist, fällt es einem natürlich schwer - hier kann man nur rechtzeitig einen Teil verkaufen und kaufen / um Verluste zu realiseren und den Einstiegskurs zu drücken. Daher versuche ich persönlich schon zu schauen, dass ich nicht zu frühzeitig hochpushe den Anteil einer Firma. Auch ich habe z.B. Altria anfangs schon höher eingekauft - mittlerweile ist da der Anteil aber auch schon höher - nur ist es nun meiner Meinung nach auch fundamental mehr wie gut ( aber klar - auch hier können irgendwann mal NAchrichten kommen die negativ sind) daher gilt es immer auch ab und an ein Auge drauf zu haben.

  • #9

    xyz (Sonntag, 19 Mai 2019 12:03)

    @AlKi : für Investoren ist die Zukunft einer Firma entscheidend und nicht so sehr was in der Vergangenheit passiert ist. Ich habe mir den Artikel eben mal reingezogen. Insbesondere der letzte Abschnitt, wo es um Prozesskosten in Mrd-Höhe ging, stimmt mich doch negativ. Weiß da jemand genaueres? Für mich ist 3M daher momentan nur eine Halteposition.

  • #10

    AlKi (Sonntag, 19 Mai 2019 13:48)

    @xyz: Natürlich ist die Zukunft einer Firma entscheidend. Aber für mich spielt es doch eine Rolle wie die Vergangenheit einer Firma aussieht. Wenn 3M 61Jahre Dividende schon bezahlt und zig Krisen hinter sich gebracht hat und dabei die Kurs und Dividende fortwährend gesteigert hat dann ist dass was. Das Andere ist eben ein Artikel eines Bankanalysten. Nun ja. Wenn ich dann entscheiden kann oder muss dann ist die Sache für mich klar. Ansonsten man wird sehen "Chance oder Risiko"???
    Gruss AlKi

  • #11

    Alexander (Dienstag, 21 Mai 2019 09:08)

    Der Analyst hatte Glück mit seiner Vorhersage zu GE und muss nun liefern. 3M zahlt seit über 100 Jahren ohne Unterbrechung Dividende und ist extrem breit aufgestellt. Wäre was im Argen, müsste 3M eine adhoc rausgeben. Auf Analystenmeinungen gebe ich nicht viel.

  • #12

    Günni (Dienstag, 21 Mai 2019)

    Alles sehr motivierend, wie immer und werde mir das Buch mal zu gemüte führen.
    Baue auch immer mehr mein Depot auf um für die Zukunft ein wenig zu tun.

    Aber was die SPD bzw. Herr Scholz da so vor hat, was die Abgeltungssteuer angeht, da kommen einen schon nicht mehr so motivierende Gedanken hoch.
    Die SPD möchte ja die Abgeltungssteuer abschaffen. Bitte Googeln !!!!!!!


    Mit den deutschen kann man es schon machen, kann ja wohl nicht sein das es, "da Menschen gibt die ihren Lebensunterhalt aus Dividenden bestreiten" hat mir tatsächlich so ein SPD-Unmesch an seinem Informationsstand erzählt:-))
    Dafällt einen ja dann wohl nichts mehr zu ein.

    "In dem am 7. Februar 2018 ausgehandelten Koalitionsvertrag haben die Parteien CDU, CSU und SPD festgehalten, dass die Abgeltungsteuer auf Zinserträge zukünftig abgeschafft werden soll. Gerade in der SPD gab es in der Vergangenheit viele Wortmeldungen, in welchen argumentiert wurde, dass es nicht sein kann, dass Kapitalerträge mit der Abgeltungsteuer von 26,375 Prozent (incl. Soli) günstiger besteuert werden als Arbeitseinkommen (individueller vom Gesamteinkommen abhängiger Steuersatz).

    Diese generelle Aussage war so nie richtig. Infolge der Abgeltungsteuer wurden gerade die Dividenden wirtschaftlich höher besteuert als Arbeitseinkommen. Die Abgeltungsteuer führte nämlich dazu, dass Dividenden nicht nur mehr auf Ebene des Anteilseigners besteuert, sondern auch auf der Ebene der ausschüttenden Gesellschaft werden. Eine Gutschrift der Besteuerung auf Ebene der Gesellschaft gibt es für den Anteilseigner seit der Einführung der Abgeltungsteuer nicht mehr, so dass es zu einer zweifachen Besteuerung desselben Gewinns kommt. Anders ist dies nur bei den Zinseinkünften. Eine zweifache Besteuerung findet hier nicht statt."

    Warten wir es mal ab.
    LG

  • #13

    Alexander (Dienstag, 21 Mai 2019 15:13)

    Hallo Günni,

    in einer Fernsehsendung war das ebenfalls Thema und als ein älterer Teilnehmer sagte, dann müsste das Halbeinkünfteverfahren wieder eingeführt werden, schauten der Kevin und die junge Dame der Grünen nur dumm in die Kamera, da sie damit gar nichts anfangen konnten.

    Rechne ich mit 10.000 € brutto Dividende, dann zahle ich heute 2.637,50 € Steuer incl. Soli, beim Halbeinkünfteverfahren nur 5.000 x 30 % pers. Steuersatz = 1.500 €.
    Immerhin 1.137 € weniger und meinen jährlichen USA-Aufenthalt setze ich auch noch ab :) Also so schlecht wäre das doch gar nicht.

    Grüße
    Alexander

  • #14

    Günni (Dienstag, 21 Mai 2019 18:35)

    Ja das stimmt natürlich beim Halbeinkünfteverfahren, warten wir mal ab was die sich noch so ausdenken in Zukunft.

    Ansonsten lassen wir uns nicht beirren von diesen.......�
    Weiß nicht ob du diese Seite kennst, wenn nicht schaue mal vorbei, auch sehr inspirierent.
    Für die anderen mitleser natürlich auch!
    https://www.mrfreeat33.com/

  • #15

    Michel (Mittwoch, 29 Mai 2019 20:25)

    #15 & #16 = als Kompliment getarnte Werbung ?

  • #16

    Alexander (Donnerstag, 30 Mai 2019 11:31)

    Hallo Michel,
    ja - das wird zunehmend schwieriger. Offensichtliche Werbeposts lösche ich umgehend, manchmal ist schwer zu sagen, ob es noch unter Werbung läuft. Ich möchte aber nicht das Feld für die Homepage abschalten. Andererseits, wie heißt es so schön? Währet den Anfängen. Daher habe ich die beiden Kommentare gelöscht.

    Alexander

  • #17

    Andreas (Mittwoch, 18 September 2019 11:56)

    Ich sehe immer beide Seiten: Konsum und Einkommen. Und irgendwann kommt man an einen Punkt, wo sich kaum Verbesserungen einstellen, weil man schon viel ausgereizt hat. Dann wird hartnäckig weiter optimiert, statt es gut sein zu lassen und die andere Ecke zu verbessern. Ein Beispiel, was ich meine:
    Wer bereits zu den oberen 10% der Einkommensschicht gehört, wird nur noch sehr schwer Verbesserungen finden. Oft ist man schon gut gebildet und qualifiziert und arbeitet viel. Auf der anderen Seite gibt man aber noch sehr viel Geld für Blödsinn aus. Da 20% bei den Ausgaben zu sparen ist einfacher, als noch 1% mehr Einkommen zu generieren.
    Aber auch andersum gibt es viele: Die knausern sich durchs Leben, jammern, dass sie kein Geld haben. Statt aber einfach mal eine Bewerbung zu schreiben und mal 20% (bei entsprechender Qualifizierung) mehr rauszuholen, wird dann auch nicht gemacht.
    Ich selbst habe beide Seiten start verbessert und kann ohne Probleme 1000,- pro Monat anlegen, ohne auf Urlaub, Auto, Familie zu verzichten oder mich tot zu arbeiten. Aber ich verzichte dann halt auf DInge, die anderen wichtig erscheinen (regelmäßig Essen gehen, rauchen, etc)