Rezension: Geldanlage in REITs

REITs sind in Deutschland noch relativ unbekannt und die Informationen über diese Anlageform sind im deutschsprachigen Raum eher rar gesät. Diese Lücke schließt der Autor mit seinem Buch vortrefflich. Eingangs erläutert er die Vor- und Nachteile von direkten Investitionen in Immobilien. Aus meinem beruflichen Alltag kann ich nur warnen, zu blauäugig an Immobilieninvestitionen heran zu gehen, da es viele Fallstricke gibt und der Markt von Profis dominiert wird.

 

Als Kleinanleger bieten REITs eine Alternative, um bei überschaubarem Risiko in "Betongold" zu investieren. Neben dem klassischen Equity und REITs und Mortage REITs erläutert der Autor unter anderem kurz Anlageformen wie Baby-Bonds oder Preferred Shares. Zu den einzelnen Gesellschaftsformen führt er verschiedene Beispiele von Unternehmen auf, was ich normalerweise in Büchern bemängele, da sich jeder problemlos über typische Aktiengesellschaften informieren kann. Allerdings dürften sich Einsteiger schwer tun, überhaupt REITs zu finden. Hier sind die Quellenangaben und Links im Anhang ein guter Hinweis. In dem Buch wird weiterhin auf die Besteuerung und auf mögliche Eigenheiten hingewiesen. Den Abschnitt über die Bewertung von REITs kann ich nicht in allen Punkten teilen, zumal ich es da in meinem Depot einfacher halte, was aber eine persönliche Sichtweise ist. Das Buch ist kompakt und gut lesbar geschrieben. Es setzt praktisch kein Fachwissen voraus und lädt dazu ein, einzelne Kapitel mehrmals zu lesen, da die Informationsdichte relativ hoch ist. So habe ich doch einiges Neues lernen dürfen.

 

Den Exkurs I über die Finanzkrise fand ich interessant, wobei er sich den Exkurs II über das Eurosystem hätte sparen können. Aber das ist auch nur meine persönliche Meinung und spielt bei meiner Bewertung keine Rolle.

 

Fazit:

Ein sehr gut recherchiertes Buch und man merkt, dass sich der Autor seit Jahren mit dem Thema beschäftigt. Ich kann es jedem empfehlen, der sich mit der alternativen Geldanlage in REITs beschäftigen möchte. Der Einsteiger findet einen guten Einstieg und der erfahrene Anleger das eine oder andere Detail, dass er vielleicht noch nicht kannte. Für dieses Standardwerk gebe ich gerne fünf Sterne.

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Kommentare: 15
  • #1

    Heiko (Samstag, 06 April 2019 16:42)

    Hallo Alexander,
    deiner Buchrezesion ist nichts mehr hinzuzufügen. Alles genau wie du beschrieben hast. Dieses Buch und das Buch "Bargeld statt Buchgewinn" des gleichen Autors, sollten bei jedem Anleger der sich in hochrentierlichen Anlagen ein Grundwissen aneignen möchte im Bücherregal stehen.
    Eine deratig gut recherchierte Materie findet man sonst nur in den USA. Pazos ist für mich die No. 1 in Deutschland was Fachwissen und fundierte Recherche über diese Themen angeht.
    Zusatzinfo: auf seiner Homepage https://nurbaresistwahres.de/ bietet Luis Pazos alles was dem Infosuchenden hilfreich sein kann. Darüber hinaus bietet er noch einen Premiumbereich an, in dem der geneigte Anleger noch viel konkretere Anlagehilfen und Übersichten seiner privaten Depots finden kann.
    Fazit: Super Lektüre, die sich ausgezeichnet auch als Geschenk an Interessierte eignet.
    Gruß Heiko

  • #2

    Lukas (Samstag, 06 April 2019 21:45)

    Danke "Heiko" ...

  • #3

    Marco (Sonntag, 07 April 2019 08:58)

    Danke "Heiko" ;-)

  • #4

    Klaus (Sonntag, 07 April 2019 10:41)

    Danke Luis...ähmmm "Heiko"...

  • #5

    MattySpaghetti (Sonntag, 07 April 2019 10:46)

    Danke "Heiko" :))

  • #6

    Heiko (Sonntag, 07 April 2019 11:15)

    Nein meine Herren, mich gibt es wirklich. Und ich bin nicht Luis. Ich hab mir die Bücher von Luis kurz vor Weihnachten zugelegt. Obwohl ich mich schon eine Weile mit der Materie beschäftigt hab, muss ich sagen, dass ich viel für mich daraus gewinnen konnte. Luis braucht eigentlich keine Werbung, da er Interessierten ein Begriff ist. Genau wie Alexander mit seinem Blog hier, leistet der Buchautor sehr gute Arbeit in Sachen Finanzieller Bildung. Und das sollte eine Erwähnung wert sein.
    Gruß "Heiko"

  • #7

    Oliver (Sonntag, 07 April 2019 12:56)

    Moin zusammen,
    mal eine Frage an die Steuerexperten:
    kann Finanzliteratur oder z.B. auch das Aktienfinderabo in der Einkommenssteuererklärung abgesetzt werden, wenn ich Wertpapierverkäufe oder -erträge versteuern muss?
    Vielen Dank und Gruß
    Oliver

  • #8

    Alexander (Sonntag, 07 April 2019 14:38)

    Nachdem Heiko und ich seit etwa 2 Jahren regelmäßigen Mail-Kontakt haben und ich Luis Pazos vom Finanzblogger-Kongress persönlich kenne, kann ich ruhigen Gewissens behaupten, dass Heiko und Luis zwei unterschiedliche Personen sind.

    Hallo Oliver,
    durch die pauschale Quellensteuer sind keine Werbungskosten mehr absetzbar. Als es noch das Halbeinkünfteverfahren gab, konnte man alles mögliche absetzen. Fahrten zu Hauptversammlungen, Bücher, Abo´s, Gebühren jeglicher Art. Ich brauche keine Steuererklärung (Anlage KAP) abgeben und das ist gut so :)

    Viele Grüße

  • #9

    Alexander (Montag, 08 April 2019 20:40)

    Bernadette und Jochen,
    ich habe eure Posts gelöscht. Die Funktion, die Homepage zu hinterlegen, ist für Blogger etc. gedacht und nicht, um damit für völlig artfremde HP´s Werbung zu machen. Es wäre schade, wenn ich die Funktion deaktivieren müsste.

  • #10

    Oliver (Dienstag, 09 April 2019 10:09)

    Hallo Alexander,

    wahrscheinlich bin ich schon zu lange im Geschäft, deshalb kaufe ich mir kaum noch Bücher. Im Netz findet man eigentlich alles, was man braucht. OK, man sollte beim Thema REIT Englisch können, da gerade die amerikanischen/kanadischen REITs die interessantesten sind. Wenn man sich damit also direkt beschäftigen möchte, kann man gleich sein Englisch ein bisschen improven :).

    Folgender Link gibt viele gute Erklärungen zu REITs:

    https://www.reit.com/data-research/research/nareit-research/reits-and-real-estate-outlook-2018

    Eigentlich bietet die Seite extrem viele Infos dazu.

    Und wer eine Liste der US REITs möchte, wird z.B. hier fündig:

    https://www.reitnotes.com/list-of-public-reits/

    Ich bin ein großer Fan von REITs und habe 20% Anteil davon in meinem Portfolio. Ich kaufe aber genau wie Du nur direkt die Aktien und keine speziellen ETFs dazu. Dann habe ich auch nur die Unternehmen, die ich möchte. Im Grunde sind REITs etwas für fortgeschrittene und gemütliche Investoren. Sie haben keine Riesenschwankungen bei den Kursen, es sind damit auch keine großartigen Kursgewinne zu erwarten. Das ist aber auch gar nicht die Aufgabe von REITs. Sie sollen hohe Ausschüttungen generieren und wenn man z.B. überlegt, von den Ausschüttungen zu leben, dann kann man das mit REITs gut beschleunigen. Es ist als Strategie auch möglich umzuschichten, kurz bevor man sagt, man möchte nicht mehr voll arbeiten. Das hatte ich mir auch überlegt, aber davon abgesehen, weil es nicht nötig war. Ein wesentlicher Nachteil sind die entweder nicht vorhandenen oder geringen Dividendenerhöhungen. Das muss man einkalkulieren, auch wenn es welche gibt, die regelmäßig erhöhen. Von daher ist es schwierig, wenn man gerade so mit den Einnahmen hinkommt, nur REITs zu besitzen.

    Wer sich mit REITs beschäftigen möchte, wird wahrscheinlich bei den beiden obengenannten Seiten zu 100% informiert sein. Ich würde dazu noch einen Broker heranziehen, der direkt in den USA preisgünstig handelt, um zum einen die Kosten zu minimieren und zum anderen den Problemen mit der z.T. komischen Besteuerungsversuche einiger Banken bei den REITs aus dem Weg zu gehen. Ich bin, was Bankkosten betrifft, sowieso wie Dagobert Duck eingestellt. Das bringt auch Performance. mein direkter Vergleich ist Consors gegen Lynx (besitze bei beiden Banken ein Depot). Bei Consors zahle ich, wenn ich direkt über den US-Markt kaufen würde, knapp 20 EURO. Bei Lynx sind es 5 $, ein nicht unerheblicher Unterschied. Man könnte das sogar noch günstiger machen, wenn man über IB geht.

    Viele Grüße
    Oliver

  • #11

    Finanzfelix (Dienstag, 09 April 2019 13:06)

    Vielen Dank für die kurze Buchrezension. Und auch die zuletzt geschriebenen Kommentare wie z.B. der Denkanstoß von Oliver finde ich interessant.

    "Das ist aber auch gar nicht die Aufgabe von REITs. Sie sollen hohe Ausschüttungen generieren und wenn man z.B. überlegt, von den Ausschüttungen zu leben, dann kann man das mit REITs gut beschleunigen"

    Genau muss ich mir noch mal genauer anschauen.

    Toller Input!

    Dankeschön.

    Gruß
    Finanzfelix

  • #12

    Alexander (Dienstag, 09 April 2019 20:04)

    Hallo Oliver,
    ich kaufe fast keine Bücher mehr, die kommen oft ungefragt über die Post. Luis habe ich angehauen^^ Ich meine aber trotzdem, dass es gut ist, Bücher vorzustellen. Ich bekomme viele Mails von Lesern, die sich erst seit kurzem mit der Börse beschäftigen und noch auf der Suche nach ihrem Weg sind. Da lese ich dann auch das zwölfte Buch für Einsteiger.

    Das Problem mit REITs etc. ist, dass sie nur für die Endphase geeignet sind. Mit dem Dividendenvergleichsrechner (im Downloadbereich zu finden) kann man schön sehen, dass man langfristig mit Wachstum besser fährt. Als Beimischung gefallen mir REITs auch gut.

    Viele Grüße
    Alexander

  • #13

    Oliver (Mittwoch, 10 April 2019 09:26)

    Hallo Alexander,
    ja, in deinem Fall ist es sicher gut, dass Du Bücher regelmäßig vorstellst. Der Blog ist ja primär für Leute, die sich in das Thema einarbeiten möchten.

    Was die REITs betrifft, sollten die in einem Portfolio nicht fehlen. Aber auch nicht übergewichtet werden, weil die Auszahlungen so schön hoch sind. Am Anfang kann man durchaus ein paar Positionen einstreuen, motivieren die Auszahlungen doch sehr. Mich haben in der Aufbauphase gerade die steigenden Erträge zum weitermachen animiert. Andererseits sind Unternehmen mit jährlich steigenden Dividenden natürlich nachhaltiger. Nur: Man weiß halt nicht, was alles nachhaltig ist, auch wenn man sich an den Champions hält. Du kennst das Problemchen ja auch, wenn einige Firmen zwar die Dividende erhöhen, das aber nur homöopatische Dosen sind oder die Steigerungen durchbrochen werden mit einer Dividendenkürzung. General Electric ist z.B. eine Position bei mir und da ist natürlich der Wald- und Wiesen-REIT dann viel besser.

    Was mir bei vielen Leuten auffällt ist, dass sie gerne überteuerte REITs kaufen, obwohl es genügend solide mit 6 - 8% Auszahlung gibt. Wahrscheinlich ist es das gleiche Sicherheitsdenken - auch wenn es die bei solchen Unternehmen genauso wenig gibt - als wenn man vermehrt in Positionen investiert, die nur wenig Schwankung und wenig Ertrag bringen. Ansonsten wäre z.B. der massive Kursanstieg bei Reality Income nicht zu verstehen. Ein REIT mit 3,81% Dividendenrendite ist definitiv zu teuer. Gerade im Einkauf liegt ja bekanntlich die zukünftige Performance.

    Viele Grüße
    Oliver

  • #14

    Alexander (Mittwoch, 10 April 2019 20:52)

    Hallo Oliver,

    O ist mir auch ein Rätsel. Wenn die weiter steigen, verkaufe ich die noch und nehme den Kursgewinn mit. Die anderen REITs wie Iron Mountain, Crown Castle etc. steigern die Dividende ansehnlich. Da sind 7 % durchaus normal. Die sehe ich eher wie normale Aktien. Wenn man hier mit 3-4 % einsteigt, dann passt das. Sonst möchte ich schon 6 % bis 8 % ohne Dividendensteigerung haben.

    Viele Grüße
    Alexander

  • #15

    Micha (Donnerstag, 16 Mai 2019 23:46)

    Hallo Oliver,

    kannst du einige gute REITs nennen, möchte mein Portfolio mit einigen ergänzen.

    Danke