Depotanpassung

Der letzte Beitrag mit meiner Einkaufsliste hat doch zu regem Interesse geführt und teilweise scheint es mir, hat der Beitrag für Verwunderung gesorgt. Warum neue Werte? Warum auch noch REITs?

 

Das Ganze ist ein längerer Entwicklungsprozess, der letztlich in einer Anpassung des Depots mit entsprechender Einkaufsliste mündete.

 

Ausgangspunkt war, dass ich nach meinem Plan fast alle Werte auf die Zielgröße für dieses Jahr gebracht habe und die noch offenen Aktien schlichtweg zu wenig Rendite auf Sicht von 12 Jahren bringen. Hätte ich einen Jahrzehnte währenden Anlagehorizont, könnte und müsste ich andere Überlegungen anstellen. Bei mir steht nun mal das Ziel 1.000 € netto pro Monat bis Anfang 2029 fest.

 

Rechne ich die aktuellen Dividendenrenditen mit der durchschnittlichen Dividendensteigerung der letzten 5 Jahre hoch, dann kommen teilweise magere Renditen raus. Kraft Heinz 4,37 %, General Dynamics 4,27 %, Parker-Hannifin 5 %. Weiterhin habe ich festgestellt, dass die Dividendensteigerungen der letzten zwei Jahre relativ gering ausfielen, was künftig sogar zu noch geringeren Renditen führen könnte.

 

Eine Möglichkeit wäre gewesen, dass ich dann eben aussichtsreichere Werte aufstocke. Allerdings würde das dazu führen, dass einzelne Aktien immer mehr an Gewicht gewinnen und letztlich der Hauptertrag von diesen wenigen Aktien kommt.

 

Die andere Möglichkeit wäre, ich nehme doch neue Titel in mein Depot und schaffe mir so mehr Spielraum bei Nachkäufen. Ich bevorzuge diese Vorgehen.

 

Eine Überlegung war auch, warum soll ich 11 bis 12 Jahre warten bis ich 5 % Rendite auf mein Anlagekapital bekomme, wenn es mir REITs und High-Yielder gleich liefern? Diesen Gedanken hege ich schon länger, daraus ist auch die Sammlung der Monatszahler entstanden.

 

Nachdem fest stand, ich erweitere mein Depot, überlegte ich mir, wie es ausschauen sollte. Hier spielt der Wohlfühlgedanke eine zentrale Rolle. Ich habe auch gerne einen Plan, an dessen Verwirklichung ich arbeite. Andere empfinden das vielleicht als Einschränkung, mir hilft es, auf dem Weg zu bleiben.

Die Abteilung High-Yielder sollte nicht mehr als 20 % (200 €/Monat) ausmachen, während das eigentliche Depot mit 80 % (800 €/Monat) weiterhin die Haupterträge liefern soll. Die Einteilung in Newcomer und Dinosaurier ist fließend und eine genaue Angabe geht nicht. In früheren Beiträgen habe ich bereits erläutert, dass ich versuche einen Kern mit ausgewachsenen Unternehmen, die nur noch geringe Dividendensteigerungsraten liefern, dafür aber Stabilität bedeuten, mit Newcomern zu kombinieren. Diese weisen eine noch nicht so lange Dividendenhistorie auf, erhöhen dafür die Dividenden stärker.

 

Ein anderer Aspekt, den es zu berücksichtigen gilt, ist die Branchendiversifikation. Die Unternehmen sollen Geschäftsmodelle aufweisen, deren Produkte und Waren voraussichtlich auch in Zukunft benötigt werden und aus unterschiedlichen Sektoren kommen. Die Einteilung nach Branchen ist gar nicht so einfach, da jedes Finanzportal eine eigene Einteilung hat. Manche Firmen finden sich in mehreren Branchen wieder, weil sie unterschiedliche Tätigkeitsfelder haben. Ich habe mich für eine eigene Einteilung entschieden, die zudem sehr grob ist. Im Bereich Technologie z. B. unterscheide ich nicht zwischen Hard- und Software oder im Bereich Nahrungsmittel zwischen Getränke und "feste" Lebensmittel.

 

Die nachfolgende Tabelle zeigt meine aktuellen Bruttoeinnahmen in $ und den prozentualen Anteil auf. (Stand 05/2017)

 

 


 

 

Für die weitere Planung musste ich mir Gedanken über die Umsetzung machen.

 

Die High-Yielder sollen etwa 200 €/Monat liefern. Ich gehe hier von keinem wesentlichen Dividendenwachstum aus, daher habe ich über 11 Jahre Zeit, diesen Bereich auf- und auszubauen. Die Gesamtinvestition dürfte zwischen 40.000 € und 50.000 € liegen. Ich muss demnach im Jahr 4.000 € bis 5.000 € investieren oder grob alle zwei Monate 1.000 €. Das sollte zu schaffen sein.

 

In der Folge konnte ich meine Planungstabelle anpassen. Hier waren zwei wesentliche Parameter zu ändern. Die Anzahl der Firmen auf das angestrebte Endziel 40 erhöhen und die Zielvorgabe der mtl. Einnahmen von 1.000 € auf 800 € reduzieren. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die einzelne Positionsgröße. Bei vielen Firmen brauche ich vorerst keine Nachkäufe mehr tätigen. In der nachfolgenden Tabelle sind die Unternehmen aufgeführt, die noch Investitionen erfordern. Ob ich diese tatsächlich in mein Depot aufnehme, wird sich zeigen. Die ganzen Berechnungen ändern sich, wenn Dividenden erhöht (oder gekürzt) werden, der Jahreswechsel erfolgt und ich den 5-Jahresdurchschnitt neu berechne. Daher ist das immer als eine Momentaufnahme zu betrachten.

 

 

In der nebenstehenden Übersicht sind die erforderlichen Investitionen in € für 2017 sichtbar, nachdem ich meine Planungstabelle angepasst habe. Wie man sieht, ist das durchaus überschaubar und die größten Broken sind PepsiCo und Colgate-Palmolive. Einen Joker halte ich mir offen. Ein Unternehmen findet sich bestimmt durch Zufall.

 

Ich werde dieses Jahr wohl keine weiteren 28.000 € investieren, außer die Börse würde dramatisch einbrechen. Vielleicht schaffe ich noch 20.000 €, das wird sich zeigen.

 

Ich hoffe, ich konnte etwas Licht ins Dunkel bringen und habe nicht für noch mehr Verwirrung gesorgt. Ich bin mir im Klaren, dass ich mir selber immer wieder Zwänge in irgendeiner Form auferlege, aber ich kann dies jederzeit ändern, wenn es sinnvoll ist oder ich neue Ideen habe. In Stein ist das alles nicht gemeißelt.

Kommentar schreiben

Kommentare: 8
  • #1

    SP (Donnerstag, 11 Mai 2017 22:38)

    Hallo Alexander,

    Lese dein Blog immer sehr gerne!

    Das heißt, deine Liste unter Monatszahlern ist deine target Liste für deinen High Yielder Anteil deiner Investition? Irgendwelche Schwerpunkte, erste Targets dafür?

  • #2

    Meinkleinesdepot (Samstag, 13 Mai 2017 12:42)

    Falls du einen monatlich ausschüttenden Reit suchst: ishares em bond A0NECU. Gibts auch gehedged in Euro. Ich freue mich über die monatlichen Zahlungen. � Die Ausschüttungsrendite schwankt seit ich Anteile habe zwischen ca. 4,6 und 5,8% brutto, eben je nach Euro/Dollar Kurs und Marktschwankung. Einmal im Jahr wird ein kleiner Teil thesauriert.
    Grüße!

  • #3

    Patrick (Samstag, 13 Mai 2017 16:25)

    @meinkleinesdepot

    Den ETF iShares J.P. Morgan $ EM Bond UCITS ETF (meintest du wohl anstelle eines Reits) habe ich auch schon lange auf der Watchlist, ich kann jedoch nicht ausreichend das Zinsänderungsrisiko hinsichtlich des ETFs einschätzen?

    Die sukzessive Leitzinserhöhung der FED dürfte sich zumindest nicht positiv auf die Bonds auswirken. Wie siehst du das Risiko von Ausfällen, wenn man einer Finanzkrise entgegenschlittern sollte? Steht es für dich in einem angemessenen Verhältnis zur Rendite?

  • #4

    Plutusandme (Sonntag, 14 Mai 2017 10:18)

    Moin Alexander,
    Wir haben seit kurzem auch ein Highyield mit im Depot. Wir haben uns allerdings für ein ETF entschieden. Die ersten Zahlungen war auch okay. ETF's werden bei uns im Depot höher gewichtet als Einzelwerte, wobei wir immer auch drauf achten, das sich die Einzeltitel nicht noch zusätzlich im ETF wieder finden.

    LG
    Plutusandme

  • #5

    Alexander (Sonntag, 14 Mai 2017 10:41)

    @SP
    Die Monatszahler sammle ich, weil ich nirgends eine halbwegs vernünftige Übersicht gefunden habe. Meine Zielliste ist im letzten Blogbeitrag aufgeführt.

    @meinkleinesdepot
    Ich nehme den ETF in die Monatszahlertabelle auf.

  • #6

    Sparkojote (Montag, 15 Mai 2017 08:44)

    Hallo Alex,

    Sehe es bei den Highyieldern ähnlich wie Du, wobei ich manchmal Angst habe das sie beginnen aus der Substanz zu zahlen um die Dividendenzahlungen aufrecht zu halten. Es gibt da einige Beispiele die eine höhere Payoutratio als 100% haben, das finde ich dann doch eher ungesund.

    Im Moment habe ich auch PSEC Prospect Capital Corp. auf dem Schirm, bei denen ist der Kurs letzte Woche eingebrochen auf 8$. Dort würde ich gerne mit einer kleineren Position einsteigen, wenn sich eine gute Möglichkeit ergibt.

    Gruss
    Thomas

  • #7

    Timo (Montag, 15 Mai 2017 15:34)

    Der sicherste, wenn auch nicht einfachste Weg ist, die Sparquote zu erhöhen. Dein Soll-Plan sieht ca. 275000 Investitionssumme vor, die 12000 netto erwirtschaften sollen, ca. 4,4% netto, recht ambitioniert aus heutiger Sicht und nur USA. Jede Erhöhung Deiner Investitionssumme senkt die benötigte Rendite und das einzugehende Risiko.

  • #8

    Alexander (Montag, 15 Mai 2017 17:16)

    @Thomas
    Es kommt auf das Unternehmen an. Bei REITs ist die Payoutratio nicht unbedingt aussagekräftig. Da kommt es mehr auf den FFO an (Funds From Operations).

    @Timo
    Die Sparquote kann ich nicht weiter erhöhen. Die momentan offenen 27.5000 € wären unter der Bedingung, dass die Dividenden im Schnitt wie in den letzten 5 Jahren wachsen. Wäre dies der Fall bräuchte ich keine weiteren Investitionen tätigen. Ich investiere jedes Jahr zwischen 20.000 € und 30.000 € aus meiner Sparquote, dazu kommen die Dividendenerträge. Sollte ich das durchhalten, dann hätte ich in den nächsten 10 Jahren 400.000 bis 500.000 € investiert.