Der Dividenden-Renten-Topf

 

Ein Leser hat es geschafft und ist seit dem 1. Oktober in die Freizeitphase gewechselt. Ich versuche bis zu diesem Zeitpunkt ein möglichst gleichmäßiges monatliches Dividendeneinkommen zu generieren. Einen anderen Ansatz hat mein Blogleser gewählt und ich stelle Euch sein Vorgehen vor:

 

 

 

Die Dividenden der letzten 12 Monate habe ich auf einem Tagesgeldkonto gesammelt. Ab 01. Oktober wird nun der in den vergangenen 12 Monaten aufgelaufene Betrag in 12 gleichen Monatsraten als "Dividenden-Rente" an mein Giro-Konto überwiesen. Gleichzeitig gehen alle in den nächsten 12 Monaten eingehenden Dividenden wiederum auf dieses Tagesgeldkonto.

 

Dieses Tagesgeldkonto nenne ich meinen "Dividenden-Renten-Topf". Dieser Topf entleert sich einerseits, wird aber andererseits bereits wieder aufgefüllt. Bedingt durch den einmal geschaffenen Vorlauf von 12 Monaten kann ich nun eine für 12 Monate gleichbleibende Dividenden-Rente an mich überweisen. Schwache Dividenden-Monate oder eventuelle Kürzungen werden dabei ausgeglichen.

 

Nach weiteren 12 Monaten werde ich dann gleichermaßen vorgehen und den Renten-Zahlbetrag neu festlegen. Mein System ist sozusagen eine "Perpetuum Cash-Cow".... ein Topf der nie mehr leer wird, da er sich ja gleichzeitig immer wieder füllt und mit Glück durch die Steigerung der Dividenden zu einer immer höheren Auszahlungsrate führt. Unbenommen davon kann man dann eventuell "überschüssiges" Geld, dass man auf dem Girokonto nicht benötigt, reinvestieren, so dass die Dynamik noch zunimmt.

 

Der einzige Nachteil meines Auszahlungs-Systems ist, dass man eine etwas höhere Cashquote hat und nicht vollständig investiert ist. Aber das nehme ich gerne in Kauf, habe ich doch mit konstanten Auszahlungen ein gute Planungssicherheit.

 

Diese Vorgehen finde ich sehr gut, da sich evtl. Dividendenkürzungen nicht sofort bemerkbar machen. Einen Nachteil im Vorhalten einer etwas höheren Cash-Quote finde ich nicht, dies kann sogar von Vorteil sein, da man immer eine Reserve hat, falls doch mal ein Notfall eintritt.

 

Einen gewissen Charme hat die Methode auch in Hinblick auf die Zahlungstermine der Dividenden. Ich bin auf eine gleichmäßige Verteilung der Zahlungen angewiesen, was mich in der Aktienauswahl einschränkt. Mit dieser Methode spielt es letztlich keine Rolle, wenn z. B. deutsche Unternehmen hauptsächlich von April bis Juni ausschütten.

 

Also lieber Leser, genieße die Freizeit und Danke für den Beitrag über dein System.

 

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Kommentare: 13
  • #1

    Marco (Donnerstag, 06 Oktober 2016 19:21)

    Hi Alexander, hi Leser,

    diesen Ansatz zur Glättung der monatlichen Ausschüttungen finde ich sehr gut. Vor allem aus psychologischer Sicht ist dies beim Budgetieren sicherlich sehr hilfreich.
    Aus meiner Sicht macht das Vorgehen aber erst ab größeren Beträgen Sinn (ich denke hier an vierstellige Beträge) bzw. wenn der geglättete Betrag einen spürbaren Teil der Gesamteinnahmen ausmacht.

    Bis dahin dauert es bei mir noch eine ganze Weile, aber das System werde ich im Hinterkopf behalten. #bookmarked ;-)

    Vielen Dank für's Teilen.

    Gruß,
    Marco

  • #2

    Mike (Donnerstag, 06 Oktober 2016 20:58)

    Guten Abend allerseits,

    super Ansatz! Auf das erste Empfinden hin, würde ich sagen, dass dies meine Motivation stark erhöhen würde, da es sich um ein jährliches Spiel mit Prämie handelt.

    Einerseits bekomme ich jeden Monat Geld auf mein reguläres Konto überwiesen, was dem Gefühl von finanzieller Freiheit näher kommt. Ich könnte mich also schon so fühlen, obwohl ich es noch nicht bin. Und das eben auch bei sehr kleinen Beträgen!

    Andererseits werde ich angespornt mein "Gehalt" im nächsten Jahr zu erhöhen. Ich könnte mir also zum Zielsetzen im folgenden Jahr Betrag x im Monat auszuzahlen oder meinen Betrag um y Prozent zu erhöhen.

    Der Ansatz hat also sehr viel Charme, vielleicht werden wir es ebenfalls Mal angehen. Auf jeden Fall vielen Dank für diesen Tipp.

    Beste Grüße
    Mike von den Beziehungs-Investoren

  • #3

    Dennis (Donnerstag, 06 Oktober 2016 21:23)

    Hallo zusammen,

    das Vorgehen hört sich extrem interessant an und spricht mich als Planungs-Mensch absolut an! Danke für das Teilen - auch wenn meine Aufbauphase noch Jahre andauern wird. Trotzdem ist es tatsächlich etwas für den Hinterkopf.

    Viele Grüße,
    Dennis

  • #4

    easydividend (Donnerstag, 06 Oktober 2016 21:45)

    Also ich muss schon sagen:
    Dieser Ansatz gefällt mir sehr gut! Meine Dividenden-Einnahmen sind nur momentan noch so klein, dass die Auszahlung für mich momentan keinen Sinn ergeben würde.

    Aber wenn ich einmal ein größeres Dividenden-Depot habe werde ich mir sicher überlegen, ob ich dies auch so löse.

    Herzlichen Dank an diesen Leser !

    mfG Chri

  • #5

    Konrad (Freitag, 07 Oktober 2016 08:54)

    Auch ich finde den Ansatz gut!

    ...eigentlich eine sehr einfache Lösung, aber auf die einfachsten Sachen kommt man selbst ja meistens nicht! :-)

  • #6

    ZaVodou (Freitag, 07 Oktober 2016 10:32)

    Man benötigt ja noch nicht mal ein ganzes Jahr als Vorlauf, da die Amis alle drei Monate Zahlen und die großen Zahler März/Juni/Sept./Dez. zahlen. Bräuchte man also nur drei Monate Vorlauf. Und die meisten haben US-Aktien.
    Hätte nicht gedacht, dass das jetzt so 'ne große Erkenntnis ist. Ich habe mich nämlich immer gewundert, warum man jetzt unbedingt einen Februar-Ausschütter gesucht hat. Und alles andere nebensächlich war. Oder so geil auf monatliche Ausschütter ist. Über so was habe ich mir nie Gedanken gemacht.
    Kapitalflussrechnung machen und schauen, wie viel Geld man minimum vorhalten muss.

  • #7

    Timo (Freitag, 07 Oktober 2016 14:33)

    Wenn man jahrzehntelang monatlich bezahlt wurde, fällt die Umstellung leichter, wenn die regelmässigen Kapitalströme des Gehaltes durch etwas anderes, beispielsweise Dividenden oder Zinseinnahmen ersetzt werden(+ evtl. Rente/Pension). Es schafft ein nicht zu unterschätzendes Gefühl der Kontiniutät.
    Die Geilheit auf monatliche Ausschütter hat auch handfeste Gründe, gerade in der Akkumulations-Phase. Wenn ich monatliche Einnahmen zur Wiederanlage bekomme, habe ich einen Zinseszinsvorteil, der sich gerade in langen Zeiträumen deutlich bemerkbar macht.

  • #8

    Anoli (Samstag, 08 Oktober 2016 08:41)

    mal eine andere Frage was machst du mit deinen Yum Brands wegen Spin-Off ?

  • #9

    Elmar (Samstag, 08 Oktober 2016 11:50)

    Hallo,

    der Ansatz ist super! Die Dividenden (egal ob Monats- oder Jahreszahler) werden geglättet und die Höhe der Auszahlungen jedes Jahr neu errechnet. Ideal!
    Ich denke, ich würde es genau so machen wollen. Allerdings ist es in meinen Augen nur sinnvoll, wenn in gewisser Teil der monatlichen Kosten dadurch gedeckt wird, oder die monatlich auszuzahlende Summe eine gewisse Größe annimmt.
    Bis ich so weit bin, habe ich also noch ein paar Jahre vor mir... :-)

    VG
    Elmar

  • #10

    Alexander (Samstag, 08 Oktober 2016 15:46)

    @Anoli
    Gar nichts. Das Chinageschäft scheint kaum Gewinne abzuwerfen und bei einem Verkauf wird sogar über eine Sonderdividende gemunkelt. Also gar nichts ist nicht ganz richtig, ich stocke irgendwann weiter auf. Ob dieses oder nächstes Jahr werde ich sehen.

    @Elmar
    Der Leser ist in den Ruhestand getreten, da hast du wirklich noch ein paar Jahre Zeit. Bis dahin dürfte dein Depot einige tausend € abwerfen.

  • #11

    Lars (Dienstag, 11 Oktober 2016 13:39)

    Bei einem reinen Dividenden-Aktiendepot zur Lebensabendfinanzierung würde ich nie auch nur annähernd voll investiert sein. Eine Cashquote von 15-20% kann die Nerven in einer langanhaltenden Baisse mit 30 bis 50% Kursrückgang durchaus beruhigen und Kurzschlussreaktionen verhindern.

  • #12

    Alexander (Dienstag, 11 Oktober 2016 20:28)

    Kommt immer auf das Vermögen an. Bei 100 Mio braucht es keine 15-20 %, da langen 100k vollkommen, zumal da im Jahr vermutlich 5-6 Mio reinfließen. Ich werde mal 95 - 98 % Cash fahren.

  • #13

    Vermögensanleger (Montag, 14 November 2016 16:23)

    Ich finde den Ansatz auch überdenkenswert. Die Vorteile hast du ja alle genannt. Als Nachteil würde mir einfallen, dass deine Ausschüttung jedes Jahr unverzinst erstmal brach liegt. Da müsste man mal ausrechnen, was das kostet.

    Schöne Grüße
    Marco