Anpassung meiner Taktik

Wie bei einer alten Uhr, die man immer wieder etwas justieren muss, ist es genauso notwendig, ab und an seine Strategie zu überarbeiten. Genau genommen ändere ich nicht meine Strategie, sondern passe lediglich meine Taktik an die Umstände an. 

 

Vielleicht ist es dem einen oder anderen Leser aufgefallen, dass ich bei meinem letzten Kauf 2.000 € statt wie bisher 1.500 € investiert habe.

 

Das hat zwei Gründe.

 

Zunächst den banalen Grund. Ich habe gerne meine Investitionen auf ganze Tausender und nicht halbe Tausender (also X.500 €). Eigentlich ist das egal, aber mir gefällt das besser, andere haben lieber ganze Zahlen Aktien im Depot. Dies führt zum zweiten Grund.

 

Ich kaufe bald mein 33. Unternehmen und damit mein vorerst letztes. Je mehr Unternehmen man hat, desto mehr Zeit kostet das Depot und die möchte ich lieber mit der Familie und dem Blog verbringen.

 

Wenn ich künftig 33 Unternehmen aufstocke, heist das 1.500 € x 33 = 49.500 € Investition. Auch wenn meine Sparrate aktuell sehr hoch ist, bräuchte ich drei Jahre, um jeden Wert einmal nachzukaufen. Kann ich mal nicht so viel auf Seite legen, dann sind das relativ schnell 4 Jahre. Eine lange Zeit.

 

Daher habe ich mir überlegt, die Investitionssumme künftig auf 1.000 € zu reduzieren. Das sind dann immer noch 33.000 €. Wenn es gut läuft, reduziere ich den Investitionszyklus je Unternehmen auf zwei Jahre. So kann ich voraussichtlich zumindest jeden Monat einen Kauf tätigen. 500 € spare ich per Dauerauftrag, die Dividendeneinnahmen nähern sich stetig der 200 € Marke und 300 € zusätzlich sparen sollte möglich sein. Habe ich genügend Aufträge, dann kommen noch ein paar Sonderzahlungen und Boni dazu.

 

Das Einzige, was dagegen sprechen könnte, sind die zusätzlichen Gebühren.

 

Da hilft wiederum etwas rechnen. Gehe ich von einer Investitionssumme von 150.000 € aus, dann habe ich statt 100 Käufe á 1.500 € eben 150 Käufe á 1.000 €, also 50 Käufe mehr. Bei meiner Depotbank liegt die Mindestgebühr bei gerundet 9 € pro Kauf. Meine Mehrkosten belaufen sich dann auf 450 €.

 

Bei einer Investitionssumme von 150.000 € sind das gerade mal 0,3 % aufgeteilt auf vielleicht 10 Jahre.

 

Wenn ich dagegenstelle, dass ich zum Beispiel bei einem Drittel der Käufe eine Quartalsdividende mehr erwische, einfach weil ich früher kaufen kann, wird der Gebührennachteil geringer. Bei einer angenommenen Nettorendite von im Schnitt 2 % beim Erwerb, liegt der Vorteil bei

150.000 € x 1/3 x 0,02 x 1/4 = 250 €.

 

Der Nachteil reduziert sich damit auf 200 € und das im Blick auf 10 Jahre oder mehr. Das kann ich verschmerzen.

 

Deshalb habe ich in den letzten Kauf 2.000 € investiert, um eine glatte Investitionssumme zu bekommen. Künftig werde ich dann nur noch 1.500 € investieren, wenn ich eine "ungerade" Investition habe und sukzessive auf 1.000 € Käufe umstellen.

 

Weiter runter gehen wollte ich nicht, denn bei 500 € pro Kauf ist mir der Gebührennachteil doch zu groß.

 

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Kommentare: 10
  • #1

    Marco (Freitag, 17 Juni 2016 18:50)

    Hallo Alexander,

    ich bin sehr auf deine künftigen Käufe sehr gespannt.
    Weißt du schon, wie du bei der Auswahl der Zukäufe vorgehen wirst?
    Aktuell höchste Rendite, niedrigstes KGV? Oder ganz einfach alphabetisch durcharbeiten?

    Gruß,
    Marco

  • #2

    wirtschaftswaise (Samstag, 18 Juni 2016 12:48)

    "Ich kaufe bald mein 33. Unternehmen und damit mein vorerst letztes."

    So wie es aussieht, wird es nur noch einen neuen Kauf geben.

    Ich gestehe, dass meine "Wunschliste" an verschiedenen Aktien sehr lang ist. Bisher habe ich noch nicht das Gefühl, dass es zu viel Arbeit ist und die meiste davon erledigt eh' Excel. Und das nachtragen von Dividendeneingängen in die Excel-Tabelle ist ja keine Arbeit sondern die reine Lust. ;)

  • #3

    Delura (Samstag, 18 Juni 2016 12:57)

    Hallo Alex,

    Gratulation zu der Umstellung. Das halte ich für absolut richtig. Ich glaube max. 30 Werte bei einem großen Depot (ca. 500K€) reichen.

    Ich bevorzuge da noch eine Aufteilung in sog. "ganze" Einzelpositionen z.B. größer 20T€ mit möglichst 1.000€ Dividende im Jahr zumindest in bestimmter Zeit, sog. "halbe" Positionen ca. 10-12 T€ mit größer 500€ Dividende im Jahr und sog. "viertel" Positionen mit 5-6 T€ Zielgröße. (Dividende im Jahr >250€)

    Ich hätte sonst die Befürchtung das man den Überblick verliert, nachhalten kostet zuviel Zeit und Du hast es deinem Text oben erläutert: Es kann vier Jahre dauern bis Du wieder einen Nachkauf jeder einzelnen Aktie machst.

    Ich spreche immer davon, dass wenn ich zu viele kleine Werte im Depot habe ich nichts "merke" wenn es z.B. Dividendenerhöhungen gibt und das kann auf Dauer psychologisch ein Nachteil sein bzw. ist deprimierend.

    Weiter so.

  • #4

    Alexander (Samstag, 18 Juni 2016 15:33)

    @Marco
    Was ich im Einzelnen nachkaufe, weiß ich selber noch nicht. Ich habe mir eine Planungstabelle gebastelt, die ich demnächst ausführlich vorstelle. Vielleicht mache ich da zwei Beiträge draus, da dies etwas umfangreicher wird. Kurz vorne weg, dir Tabelle sagt mir, wie viele Anteile mir von jedem Unternehmen fehlen. Letztendlich werde ich da etwas Charttechnik und die Dividendenrendite und Dividendenzahlung einfließen lassen. Und natürlich viel Bauchgefühl.

    @wirtschaftswaise
    Ja, ein Neukauf kommt noch.
    Das Eintragen der Dividenden ist wahrlich ein Vergnügen. Ich lese aber auch regelmäßig die Meldungen der IR und sonstige News. Bei 33 Unternehmen kommt da im Jahr schon einiges zusammen. Ich merke einfach, dass ich da langsam an eine Grenze komme und wenn das zur Belastung wird, sollte man einen Strich ziehen.
    Ich sehe auch wie Delura, lieber ein paar Zahlungen weniger, dafür aber größere Summen. Das finde ich psychologisch vorteilhafter, zumindest für mich.

    Ich meine auch, dass für einen Anleger 12 - 15 Positionen sogar ausreichen. Bei großen Depotwerten sind ca. 30 völlig ausreichend. Wenn ich in jedes Unternehmen 20k investiere, dann wären das schon 660k und mit Wertsteigerungen würde das Depot irgendwann die Millionengrenze sprengen. Die Frage ist auch, ob man wirklich noch einen Vorteil hat, wenn sich 100 oder 150 Unternehmen im Depot befinden, ein vernünftiger Nachkauf in Schwächephasen ist da definitiv für unsereins nicht mehr möglich.

    Das ist aber natürlich auch eine Frage der Psychologie. Ich würde mich mit so vielen Unternehmen nicht mehr wohlfühlen.

  • #5

    Mr. Braun (Samstag, 18 Juni 2016 20:13)

    Mit mehr als 100 Werten im Depot wird es tatsächlich unübersichtlich, aber wenn man sowieso nicht verkaufen möchte ist es auch wieder egal. Ich freu mich über die täglichen Dividenden und die Steigerung betrachte ich nur insgesamt und aufs Jahr gesehen. Solange sich noch viele Werte in der Watchlist befinden konzentriere ich mich lieber auf diese und kaufe hinzu. So verliebt sich auch nicht so schnell in Unternehmen die man bereits hat und schießt Geld nach, obwohl oder weil die Kurse fallen. Alles immer ein Für und Wider.
    Allen viel Spaß und Erfolg beim Investieren.
    Mr. Braun

  • #6

    Christoph (Samstag, 18 Juni 2016 21:05)

    ich finde die Umstellung gut. so kannst du öfters mehr Nachkaufen.

    bezüglich deines 33. Unternehmens.
    also ich denke 3m ist ein muss

  • #7

    Christoph (Sonntag, 19 Juni 2016 07:34)

    huch wo ist denn der Rest meines kommentars hin?

    Also Walt Disney wäre natürlich auch eine Idee. die haben gerade in shanghai einen neuen Park eröffnet. es War soviel Andrang das die Leute über 2 Stunden an standen um überhaupt reinzukommen.
    und 300 Millionen leben im einzugsgebiet.
    Disney bringt den Chinesen auch die alten Sachen wie Peter Pan usw näher. neben den Einnahmen durch den Park erhofft man sich das die Besucher auch die filme ansehen und Souvenirs kaufen. allerdings nur 2 mal lm Jahr dividende

    oder skyworks solutions
    schuldenfrei. tolles Wachstum und breit aufgestellt. gerade Internet der Dinge usw wäre auch ne gute Sache fürs Depot.

  • #8

    Claudio (Sonntag, 19 Juni 2016 11:51)

    Also wenn ich z.B. 5%Dividende von einem guten Unternehmen bekomme, dann ist mir das doch völlig egal ob ich das auf einmal, zweimal oder viermal im Jahr verteilt bekomme. 5% sind 5%! Und mein Jahresplan der eingehenden Dividenden berücksichtigt den Zeitpunkt der Auszahlung! Null Problemo!

  • #9

    easydividend (Montag, 20 Juni 2016 12:30)

    Hey!

    Gute Anpassung finde ich!
    Ich entschuldige mich für das Problem mit meiner Spamliste.
    Ich habe gestern 2 Stunden im Internet nach einer Lösung gesucht, bin aber leider nicht weitergekommen.

    33 Werte im Depot ist ja schon eine beachtliche Zahl. Da fehlt mir noch einiges, bis ich an diesen Punkt gelange.

    mfG Chri
    Irgendwie ist das komisch.

  • #10

    Alexander (Montag, 20 Juni 2016 19:02)

    Ob nun 33 oder 100 Unternehmen, die Psychologie spielt da schon mit. Dem einen gefällt´s, dem anderen nicht. Letztlich muss man sich mit seinen Investments wohl fühlen, das kann man nicht oft genug herausstellen.

    @Claudio
    Klar, 5 % sind 5 %. Mir ist es aber lieber, die Dividende über das Jahr verteilt zu bekommen, als in 1 oder 2 Monaten 20.000 oder 30.000 €. Mathematisch egal, alles eine frage des Geschmackes.

    @Chri
    Sonst melde ich mich irgendwie anders an, schlimmstenfalls schreibe ich eine Mail :)
    Und die 33 hast auch bald, da bin ich fest von überzeugt.

    Zum letzten Neuerwerb:
    Es gibt so viele gute Unternehmen, aber letztlich muss man sich für eines entscheiden.
    Ich werde diese oder nächste Woche General Dynamics ins Depot holen. Der Blogbeitrag ist in Vorbereitung ;)