Die Deutsche Telekom AG - oder es geht doch

Durch einen Beitrag von Der Couponschneider animiert, habe ich mich hingesetzt (obwohl das Wetter super ist) und untersucht, wie sich das Investment in die Telekom langfristig entwickelt hätte, wenn man regelmäßig investiert. Man liest immer wieder, wer bei der Telekom zum Höchstkurs eingestiegen ist, sitzt auf fetten Verlusten, deshalb ist das mit den Aktien Teufelszeug, die Börse ein Casino für Zocker und am Besten legt man sein Geld auf das Sparbuch.

 

Im November 1996 ging die Telekom mit Trara an die Börse und die Deutschen verfielen in ein bisher ungekanntes Ausmaß in ein Aktienfieber. Nach dem Zusammenbruch des Neuen Marktes leckten sich alle die Wunden und schworen sich "Nie mehr".

 

Was aber, wenn ein Investor dabeigeblieben wäre?

Ich gehe davon aus, dass jemand seit dem Börsengang jedes Monat 100 € spart (damals 200 DM) und einmal im Jahr Telekomaktien kauft. Seine Dividende sammelt und diese dann mit seinen gesparten 1.200 € investiert. Das ganze zum 1.  Januar jedes Jahr und alternativ zum 1. April.

 

Zunächst habe ich mir die Kursdaten zu den Zeitpunkten geholt und die Dividenden notiert, das Ganze in eine Excel-Tabelle geschmissen und nun seht selbst.

 

 


 

Das Ergebnis weicht natürlich etwas voneinander ab, aber es bleibt festzuhalten, dass der Investor unterm Strich im Plus ist. In dieser Zeit hat die Telekom eine Achterbahnfahrt hinter sich und zweimal die Dividende komplett ausfallen lassen. Der Neue Markt, 911, Lehmannpleite und allen Crashs zum Trotz, befinden sich 2.600 bzw. 2.700 Aktien im Depot und die Dividendeneinnahmen liegen in beiden Fällen über 1.400 €.

 

Investiert wurden ohne Dividenden 24.000 € und der Depotwert liegt im Mittel bei rund 42.000 €. Was immerhin fast 100 % Gewinn entspricht.  In beiden Fällen wurden über 12.000 € an Dividenden generiert.

 

Wenn also wieder einmal im Bekanntenkreis auf die Telekom geschimpft wird, dann lächelt nur, denn ihr wisst es besser.

 

Nun ist die Telekom nicht unbedingt ein Paradebeispiel für ein mustergültiges Unternehmen. Es würde sich sicherlich lohnen, diese Untersuchung mit Standartunternehmen aus dem DAX wie Siemens, BASF, adidas usw. zu machen (oder dem Dow Jones). Da schaut es viel besser aus. Man kann sich auch die Problemfälle Deutsche Bank, E.ON, RWE usw. näher anschauen. Weiß man denn, ob diese in 10 Jahren nicht auch wieder besser dastehen?

 

Ich bin davon überzeugt, wenn man sich ein Portfolio aus einigen guten großen Unternehmen zusammenstellt und diese regelmäßig über Jahre "bespart", hat man eines Tages ein gutes Einkommen. Hat man das Glück, nicht allzu viele Problemfälle ausgewählt zu haben, dann sollte nichts mehr schief gehen und hat für seine arbeitsfreie Phase gut vorgesorgt.

 

Sollten Fragen zu den Tabellen bestehen, beantworte ich die gerne.

 

Diese kleine Betrachtung bestätigt mich jedenfalls, auf dem richtigen Weg zu sein.

 

(Kauft aber nicht gleich alle Telekom, da gibt es wahrlich bessere Unternehmen)

 

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Marco (Sonntag, 22 Mai 2016 21:04)

    Hi Alex,

    vielen Dank für die Übersichten.

    „Hat man das Glück, nicht allzu viele Problemfälle ausgewählt zu haben, dann sollte nichts mehr schief gehen und hat für seine arbeitsfreie Phase gut vorgesorgt.“

    Tim McAleenan Jr. hat in einem Artikel beschrieben, was passiert, wenn man das Pech hat und nur ein gutes Investment tätigt: http://theconservativeincomeinvestor.com/2013/12/07/what-if-you-only-make-one-good-investment-your-entire-life/

    Gruß,
    Marco

  • #2

    Alexander (Montag, 23 Mai 2016 18:07)

    Hallo Marco,

    danke für den Link. Absolut lesenswert. Da findet man noch einige gute Artikel mehr.
    Wo gräbst du sowas aus? Ich finde immer nichts ;)

    Gruß
    Alexander

  • #3

    Couponschneider (Sonntag, 03 Juli 2016 11:11)

    Hättest du mal meinen ganzen Blog gelesen. :-)

    http://couponschneider.blogspot.de/2016/01/langfristigen-sparen-lohnt-sich-am.html

  • #4

    Gabriel (Donnerstag, 19 Januar 2017 11:57)

    Kurze Frage: Wie bist zu den ganzen historischen Daten gekommen? Würde gerne für mich selbst so etwas überprüfen (quasi eine Spielerei:-)

    Sehr informative Seite hast du hier. Top, und immer weiter so!

  • #5

    Alexander (Donnerstag, 19 Januar 2017 19:48)

    Es kommt auf die Firmen darauf an. Manche bieten historische Kurse auf ihrer Homepage an, meistens wird man auch bei Onlinebanken oder Börsen fündig. Gut ist es, wenn man die Kurse als csv-Datei downloaden kann. Braucht man zB nur einen Kurs im Jahr, kann man bei Finanzen.net abfragen. Hier kann man einen beliebigen Zeitraum eingeben und bekommt diese dann angezeigt. Makiert und kopiert man diese in Excel, kann man das auch umwandeln und damit arbeiten. Ist aber manchmal etwa mühsam. Wenn du bei google historische Kurse FirmaXY eingibst, wird man recht schnell fündig.
    Sehr komfortable ist yahoo-finance, seitdem die ihren Internetauftritt überarbeitet haben. Hier kriegt man historische Kurse über Jahrzehnte und kann sie bequem als CSV runterladen. Es gibt in excel eine Funktion, die dann die Datensätze in einzelne Spalten übergibt. Sehr komfortabel und einfach. Siehe auch hier http://praxistipps.chip.de/excel-spalten-in-csv-dateien-aufteilen_28056