Der Bedarf an Öl wird weltweit weiter steigen

In der Zeitung habe ich heute einen Beitrag über den Klimaschutz gelesen. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die Autoindustrie immer mehr CO2 ausstößt und sich dies vermutlich in Zukunft  nicht ändern wird. Eine beauftragte Untersuchung der Grünen bei der Hamburger Energieinformationsagentur  "Energy Comment" kam zu folgenden Ergebnis, dass hier gekürzt wiedergebe:


Trotz aller technischen Fortschritte bei der Entwicklung sparsamer und schadstoffarmer Motoren stieg der Energieverbrauch im Verkehrssektor weltweit seit 1990 um 44 % und in der EU um 15 %.


Auf Deutschlands Straße fahren so viele Autos wie noch nie. 2014 gab es nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes in der Summe 61,5 Mio. zugelassene Fahrzeuge, der Bestand stieg innerhalb eines Jahres um 700.000 Fahrzeuge. Damit wird in Deutschland in der Summe mehr Sprit getankt als in den frühen 90er Jahren. 


Nach den Prognosen des Hamburger Instituts wird sich die Zahl der Autos und der leichten Nutzfahrzeuge weltweit von derzeit 1,1 Milliarden bis 2040 auf 2,2 Milliarden verdoppeln. Das hat zur Folge, dass der Spritverbrauch von heute 49,5 Mio. Barrel Öl pro Tag auf 60,4 Mio. Barrel pro Tag im Jahr 2040 steigt. Allein der Zuwachs entspricht der gesamten Ölproduktion Saudi-Arabiens. Wenn China, Indien und andere Schwellenländer weiterhin eine Motorisierung wie in den alten Industriestaaten verfolgen, wird der Diesel- und Benzinverbrauch einen Umfang erreichen, der produktionstechnisch von der Ölindustrie nicht mehr bewältigt werden kann (so die Studie).


Der stark gesunkene Benzinpreis hat zusätzlich zu einem Anstieg des Verbrauchs geführt und die Autos sind seit den 90er Jahren immer schwerer geworden und haben mehr PS bekommen. Der niedrige Ölpreis verführt zudem Verbraucher und verhindert den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen. Solange das Barrel 50 $ statt 100 $ kostet, schwindet vielfach die Motivation, sich auf neue Technologien einzulassen.



Als ich das gelesen habe, sah ich mich durchaus darin bestätigt, dass Öl noch lange gebraucht wir. Mit zunehmenden Wohlstand möchten die Menschen unabhängiger werden und da gehört ein Auto dazu. Man konnte die Entwicklung in China gut beobachten. Das Gleiche wird sich in Indien, Afrika und den Rest der Welt abspielen. Auch ist der Zeitraum bis 2040 gar nicht einmal so lang, gerade mal 25 Jahre. Die Autos, die in den nächsten 10 bis 15 Jahren gebaut werden, werden 2040 noch größtenteils fahren.


Elektromobilität sehe ich auch noch nicht am Durchbruch. Die Autos sind einfach noch zu teuer. Und wenn ein Land wie Deutschland schon nicht in die Gänge kommt, wie soll es da ein aufstrebendes Land schaffen?


Aktuell findet ein Preiskampf um Marktanteile am Ölmarkt statt, dieser wird nicht ewig so weitergehen. Viele Staaten brauchen die Öleinnahmen für ihren Haushalt. Die Ölwerte werden noch kräftig Federn lassen, aber in zwei, drei oder fünf Jahren schaut das wieder anders aus.


Fazit:   Ich behalte meine Ölaktien und werde diese langfristig aufstocken.


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Kommentare: 7
  • #1

    wirtschaftswaise (Mittwoch, 09 Dezember 2015 22:12)

    Ich stimme dir 100%ig zu. Hinzu kommt die unsichere Lage in Nahost. Wenn es in Saudi Arabien mal drunter und drüber geht, werden Driller und US-Ölwerte stark ansteigen.

  • #2

    Ulli (Donnerstag, 10 Dezember 2015 08:19)

    Ich lese im Zusammenhang mit Öl meist nur von Autos. Bedenkt bitte auch, dass Kunststoffe wie Plastik oder andere synthetische Materialien aus Öl hergestellt werden. Kleidung, Möbel, Computer, Fernseher, Smartphones, Spielzeug, beinahe alle Verpackungsmaterialien, Kleidung, Dämmstoffe, usw... Ohne Öl geht Nix!

  • #3

    Alex von Reich-mit-Plan.de (Donnerstag, 10 Dezember 2015 09:53)

    Nach und nach werden immer mehr Marktteilnehmer entweder rausgedrängt oder an ihre Grenzen gebracht. Die großen werden sich den Markt weiter aufteilen. Daher würde ich im Moment auch nur bei den Big 5 dabei bleiben. Die halten das aus.
    Kinder Morgan hat seine Dividende gerade um 75% gestutzt. Stell dir mal vor Shell bringt so eine Nachricht! Dann gehts rund an den Börsen.
    Gruß
    Alex

  • #4

    Christoph (Donnerstag, 10 Dezember 2015 13:42)

    Ja es liegt meiner Meinung nach einfach auch an den zu schwach verfolgten Zielen. Bestes Beispiel ist doch die Mondlandung vor 50 Jahren. Seitdem ist da fast kein Fortschrift in Sachen Antrieb usw passiert. Vielleicht war die damalige Generation aber auch einfach schlauer und erfinderischer?!
    Bei Co2 wird auch oft der Schiffsverkehr vergessen. Bei westlichen Autos ist der Schadtstoff Ausstoss ja fast nicht mehr senkbar oder nur minimal. Rußpartikelfilter usw.
    Aber bei Tankern zB gibt es gar keine Vorschriften dazu. So wein tanker kostet leicht mal 100 Mio Dollar und ein Rußfilter würde etwa 500.000 kosten. Aber wieso einbauen wenn es keine Vorschrift gibt? Und so ein Tanker verbraucht wirklich viel bzw hat einen hohen Ausstoß.
    Ebenso ist der Fortschritt bei Flugzeugen nur minimal. Wenn man Flugzeuge von heute mit denen vor 50 Jahren Vergleicht hat sich die Reichweite und der Verbrauch nicht sehr viel geändert. Einzig die Ausstattung, Flugeigenschaften usw. Aber der Antrieb ist ebenfalls im Prizip der gleiche.

    Ich stimmt Dir zu, dass es immer mehr Autos geben wird. Allerdings kann man in Deutschland die Statisik so nicht deuten. Es gibt viele die haben nicht nur ein sondern zwei oder mehr Autos. Allein mein Vater hat zB 3 Autos, meine Mutter eines und ein Motorrad hat er auch noch. Aber er kann immer nur mit einem fahren. In der Statisik würden dann eigenlich 4 Auto + ein Motorrad auftauchen. Gefahren wird in 90 % der Fälle aber nur mit einem Auto.

    Alex, welche Big 5 meinst Du genau? Exxon, Chevron, Chesapeake, BP und Shell?
    Ich habe mir auch überlegt, dass wenn die großen merken dass der Bedarf zurückgeht dass die sicherlich soviel chash bzw Unternehmenswert haben dass sie auch Unternehmen der neuen Energie aufkaufen können.

    Vielleicht nehme ich doch noch Exxon und Chevron ins Portfolio.. ;o)

    Gruss

    Christoph

  • #5

    Alexander (Donnerstag, 10 Dezember 2015 18:16)

    @Ulli
    Auch ist der Lebensmittelbereich mit Öl durchzogen und Baustoffe sogar rel. stark. Asphalt ist ein z. B. Erdölprodukt, und es gibt viele Straßen. Die Untersuchung bezog sich auf den Schadstoffausstoß, daher in erster Linie der Augenmerk auf KFZ.

    @Alex
    Über die Dividendenpolitik mache ich mir natürlich Gedanken. Heute hat Chevron und ConocoPhillips gemeldet, dass die Investitionen um 30 % bzw. 20 % zurück gefahren werden. Das sind schon einige Milliarden. Die Dividende ist sicher^^ (Abwandlung Zitat Lothar Späth).

    @Christoph
    Deutschland ist schon ziemlich gesättigt, vermutlich auch die USA usw.
    Aber schau mal in die Schwellenländer, da gibt es pro Kopf noch sehr wenige Autos.

  • #6

    Christian (Freitag, 11 Dezember 2015 21:47)

    Hi,

    ich habe zu dem Thema keine eigene Meinung, aber eines stelle ich fest: Alle Beteiligten bestätigen gegenseitig ihre Meinung. Mein Tipp: Mal nach Gegenargumenten suchen, die gibt es nämlich auch.

  • #7

    Alexander (Samstag, 12 Dezember 2015 13:53)

    Moin Christian,
    ich mache mir durchaus Gegengedanken.
    - Umweltgedanke
    - Ersatztreibstoffe, z. B. Biodiesel, Alkohol, Ethanol, Wasserstoff, Elektro
    - Heizung, hier hätte man Erdgas, Holz und bald wieder Strom. Die lang verteufelten Nachtspeicheröfen werden wieder interessant. Ich habe da einen spannenden Artikel gelesen.
    - Schmierstoffe, hier besondere chemische Verbindungen etc.
    - Verpackungen, Plastik - z. B. Ersatz durch Kartoffelstärke (biologisch abbaubar)
    usw.

    Es wird weltweit intensiv nach Ersatzprodukten geforscht, um Erdölprodukte zu ersetzen. Langfristig wird dies auch gelingen und sollte es einen Durchbruch in einem Einsatzgebiet geben, kann man sich an diesen Firmen durchaus beteiligen. Ich sehe aktuell nur nicht den "Killer" von Erdöl. Vielleicht funktioniert in 20 Jahren die Kernfusion und Energie gibt es dann für lau, da ich vermutlich noch 30 vielleicht 40 Jahre Lebenserwartung habe, kalkuliere ich nicht, was in 100 Jahren sein könnte.
    Aber prinzipiell hast du recht, bei einem Investment möglichst viele Gegenargumente suchen. Ist es dann immer noch sinnvoll, kann man kaufen.