Verkauf ADP und Kauf Wal-Mart

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und es wird Zeit auszumisten. Die Folge davon ist, dass ich mich von Automatic Data Processing getrennt habe. Einen handfesten Grund gibt es dafür nicht. ADP ist eine hervorragende Firma. Aber warum habe ich dann verkauft? Nun, ich habe mich damit nicht wohl gefühlt. Eigentlich hatte ich mich am Tag nach dem Erwerb schon gefragt, ob es die richtige Firma war. In den letzten Wochen hat dieses Grübeln zugenommen und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, ADP die nächsten Jahre zu halten, wenn ich mich nicht damit identifizieren kann.


Nun predige ich meinen Bekannten immer: "Wenn es dich stört, ändere es und jammer nicht rum." Da muss ich mich natürlich auch daran halten.


Viele sagen immer, das Investieren nichts mit Gefühlen zu tun hat und man cool bleiben soll. Mag ja sein, aber wenn ich schlecht schlafe, dann bin ich eben nicht cool. Ist mir auch egal, ich muss mit meinen Entscheidungen leben und bin nur meiner Frau Rechenschaft schuldig.


Macht euer Ding und hört nicht darauf, was andere sagen.



Da ich den Erlös nicht für meinen langfristigen monatlichen Kaufplan benötige, kann ich das Geld gleich wieder investieren. Meine Wal-Mart sind derzeit ca. 14 % im Minus und ich kann dadurch einige Stücke mehr einsammeln. Ich habe letztlich 20 ADP in 27 Wal-Mat getauscht und fühle mich nun wieder wohler.


Ein paar Zahlen habe ich auch noch:


Der Verkauf von ADP brachte einen Erlös von 1.626,40 € brutto. Nach Abzug der Provision, Steuer und Soli verbleiben ein Gewinn von 102,90 €. Dazu meine einmalige Dividendenzahlung von 6,45 € ergibt das in der Summe 109,35 €, was einer Nettorendite von 7,44 % entspricht.


Im Gegenzug erwarb ich 27 weitere Wal-Mart und mein Bestand ist nun auf 74 Stück angewachsen. Die Dividendenzahlung könnte nächstes Jahr die 100 € Marke knacken. Brutto bekomme ich auch noch 10 $ mehr im Jahr als mit ADP.


Jedenfalls werde ich auch weiterhin meine Fehlentscheidungen korrigieren. Das Festhalten an irgendwelchen Positionen ist falscher Stolz und bringt mir letztendlich nichts. 



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Kommentare: 6
  • #1

    Christoph (Freitag, 27 November 2015 10:25)

    Hallo Alex,

    eine gute Entscheidung. Man sollte kein Bauchgrummeln bei den Unternehmen haben in die man investiert hat.
    Hier sind vielleicht auch noch ein paar die was für Dich wären (aktien von Buffet)
    http://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/zertifikate/nachrichten/marktausblick-und-boersen-diese-aktien-koennten-sie-2016-erfreuen/12637292.html

    Hast Du schonmal überlegt, weg von den einzelnen Käufen pro Quartal zu gehen und auf Aktiensparpläne zu gehen?
    Ich bin da gerade am überlegen. Vorteile wären natürlich dass man schon gleich von den Unternehmen Aktien kaufen kann die man sonst vielleicht erst in 2-3 Jahren kaufen könnte. Des Weiteren ist man ja nicht so abhängig einen möglichst günstigen Einstandspreis zu erwischen. Nachteil ist natürlich dass bei größeren Beträgen die 1,5% Gebühr teurer ist als ein normaler Kauf. Ich vermute aber, dass der Kursvorteil unterm Strich das mehr als wett macht.
    Wie siehst Du dies?
    Was hälst Du eigentlich von Southern? bin da investiert, steigern regelmäig die Dividende, ist eine wirklich gute Rendite und ist auch stabil. Es gibt zwar ein Problem mit einem Kraftwerk, aber das macht mir keine Sorgen.

    Schöne Grüße

  • #2

    Alexander (Freitag, 27 November 2015 16:53)

    Hallo Christoph,

    Danke für den Link, einige Aktien habe ich ja schon :)

    Aktiensparpläne sind per se nicht schlecht, aber nichts für mich. Ich möchte das Gefühl genießen, einmal im Monat zu kaufen. Und für alle meine Aktien gibt es keine Sparpläne. Wenn Deine derzeitige Sparmöglichkeit es nicht zulässt, regelmäßig (also alle 2-3 Monate) einen Einzeltitel zu kaufen, ist ein Sparplan eine gute Sache. Man sieht sein Depot wachsen, die Dividenden steigen und wenn genug Geld gespart ist, kann man mal einen Einzeltitel zur Ergänzung holen. Die Gebühren sind zwar etwas höher und ob dies der Cost Average Effekt ausgleicht, weis ich nicht. Wenn man nicht regelmäßig tradet, dann werden meiner Meinung nach die Gebühren überbewertet. Man muss nur mal rechnen. Wenn ich 150.000 € investiere, dann sind das 100 Käufe. Ich zahle dann ca. 900 € Gebühr. Bei 1,5 % sind das zwar 2.250 €, also 1.350 € mehr. Man muss das aber mal auf viele Jahre sehen und am Ende, wenn abgerechnet wird, spielt es keine Rolle ob der Depotwert 500.000 € oder 499.000 € ist. Wenn Du Dich damit wohl fühlst, mach das.

    Energieunternehmen haben in Deutschland einen schlechten Ruf, bedingt durch die Energiewende. Mir wäre bei Southern die Eigenkapitalrendite im Hinblick auf eine Verschuldung von 70 % zu hoch. Das Unternehmen ist relativ schwankungsarm und die Dividendenrendite rel. hoch. Viel Wachstum erwarte ich da nicht, auch in Bezug auf die Dividende. Die Ausschüttungsquote mit 80 % ist auch relativ hoch. Ich habe allerdings auch solche Unternehmen im Depot, sie bieten einfach Stabilität und das ist auch was wert. Verkaufen würde ich allerdings auch nicht.

    Probleme wird jede Firma mal haben (1 Kraftwerk). Keiner verkauft ein Auto, weil es einen Platten hat. Am Aktienmarkt rennen alle davon, gerade so als ginge die Welt morgen unter. Probleme gehören zum Unternehmertum dazu, solange die lösbar sind, kein Grund zur Panik.

    Viele Grüße
    Alexander


  • #3

    SDW (Freitag, 27 November 2015 17:24)

    Hallo Alexander,

    da würde mich allerdings interessieren was Dich genau dazu bewegt hat die Aktien von ADP zu veräußern. Ich halte diese auch in meinem Bestand. Bin allerdings erst kürzlich eingestiegen und habe die Historie gesehen, wie lange die Aktie gut gelaufen ist und jedes Jahr den Ertrag steigert. Auch schon Anfang der 90er war die Aktie ein Renner und konnte die Erträge von Jahr zu Jahr steigern.

    Mich interessiert allerdings mehr, warum Du bei dem Wert ein schlechtes Bauchgefühl hast? Das es sich um einen solides Unternehmen handelt, hast Du ja bereits geschrieben. Aber für Dein Unwohlsein muss es doch einen Grund geben.

    Beste Grüße und gute Dividenden....

  • #4

    Der Investor (Freitag, 27 November 2015 19:04)

    Anfang dieser Woche habe ich Intel aus dem Depot geschmissen. Wenn man bessere Möglichkeiten zum investieren findet, warum nicht?

    Und die 330€ aus den Erlös werden direkt reinvestiert.

    Liebe Grüße

  • #5

    Alexander (Samstag, 28 November 2015 14:14)

    @SDW
    Ich kann es Dir nicht sagen. Die Zahlen passen, es sind keine Horrornachrichten bekannt, nichts. Immer wenn ich in mein Depot schaute oder an meiner Exceltabelle arbeitete, sagte ich mir, die passt nicht zu mir. Ist wie bei Menschen, manche findet man gleich sympathisch, andere einfach nicht. Behalte ADP, nicht dass du verkaufst, weil mein Bauch das sagt ^^ Manchmal trifft man einfach eine Entscheidung, die man im Nachhinein irgendwie bereut.

    Der gezwungene Verkauf von Airgas z. B. ärgert mich. Wäre die dumme Übernahme nicht dazwischen gekommen, hätte ich die noch gerne länger behalten.

    @Investor
    Mache ich in meinem Spieldepot auch. Da wird schon mal was getauscht, wenn ich denke, ich kann woanders besser investieren.


    VG und gute Investments

  • #6

    xyz (Freitag, 28 Juli 2017 16:05)

    Ein heutiger Blick zurück sagt: es wäre besser gewesen ADP zu behalten.