Sind Aktien gut für jedermann?

So titelte ein Beitrag auf n-tv von Birgit Haas.


Es stellt sich die Frage, ob sich jemals etwas daran ändert, das die Deutschen Aktienmuffel sind. Goldman Sachs hat hierzu eine Studie beauftragt und das Umfrageergebnis ergab: Es bleibt, wie es ist. Nur etwa 10 % der Deutschen legen ihr Geld in Aktien an. Also zumindest bewusst, da sehr viele über Lebensversicherungen und Zusatzversorgungen indirekt am Aktienmarkt beteiligt sind.


Als Grunde für die Abstinenz antwortete über ein Viertel, sie würden sich nicht mit dem Markt auskennen. Das erste Pflänzchen einer aufkeimenden Aktienkultur in Deutschland wurde mit dem Zusammenbruch des Neuen Marktes zerstört. Bis heute hallt das in vielen Köpfen nach. Mehr als 35 % sagten, dass ihnen das Risiko in Aktieninvestments zu hoch sei und für 62 % ist Sicherheit das entscheidende Kriterium. Über die Zinsen auf ihr Sparbuch bzw. Festgeld sind allerdings die meisten Sparer unglücklich. 


Aktionäre sind da wesentlich glücklicher mit ihrer Rendite. Immerhin über 70 % sind zufrieden.


Erstaunlich finde ich, dass auch Jüngere sich in ihrer Bank beraten lassen. 20 % gehen lieber in Ihre Bank, als sich im Internet zu informieren und 38 % sind davon überzeugt, kompetent beraten zu werden (mir graust da).



Leider wird sich das wohl auch nicht ändern, Deutschland bleibt ein wirtschaftliches Analphabetenland.


Eine Bekannte fragte mich, was ich denn machen würde, wenn ich Geld hätte (warum kommt sie überhaupt auf die Idee, dass ich keins haben sollte?). Ich antwortete ihr, dass ich mir davon Aktien kaufen würde. Original Gegenfrage: "Und was, wenn die weg sind?" Heiland, wo sollen die denn hin? Ich sagte nur 100 Aktien sind 100 Aktien, die verschwinden nicht einfach. Sie schwanken vielleicht im Wert, aber sie verschwinden nicht einfach. Sie meinte dann, dass ihr eine Immobilie lieber wäre, die steigen immer im Wert. Aha, da habe ich wohl was verpasst.


Was soll man darauf noch sagen?


Ein anderes Beispiel finde ich auch sehr bedenkenswert. Die Sparkassen betreiben mit Schülern jedes Jahr ein Börsenspiel, begleitet von Lehrkräften. Letztendlich geht es darum, welche Gruppe nach einem bestimmten Zeitraum (ich denke 3 Monate), am meisten gewonnen hat. Prima, so erzieht man die Kids von heute zum Zocker von morgen. Mit serösen Anlegen hat das meiner Meinung nach nichts zu tun.


Mein Angebot an verschiedene Leute als deren Mentor aufzutreten, blieb bis auf einmal erfolglos. Ich dränge mich niemanden auf, ich biete lediglich an, die Grundzüge über Aktien, Börsen, verschiedene Strategien usw. zu erklären. Es interessiert eben nur Keinen.


Fazit:

Ich freue mich, zum "elitären Kreis" der Aktionäre zu gehören und freue mich noch mehr, meine Dividendeneinnahmen wachsen zu sehen. Der Neid der Sparbuchbesitzer ist für mich nur Ansporn, weiter zu investieren. Sind Aktien gut für Jedermann? Meine Antwort lautet eindeutig JA





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Kommentare: 18
  • #1

    Dan (Freitag, 23 Oktober 2015 08:54)

    Deine Argumentation ist ok, allerdings ist dein Schluß falsch:

    Aktien sind nichts für ungeduldige. Wegen der hohen Schwankungen werden ungeduldige und impulsive Leute ihre Aktien am ungünstigsten Zeitpunkt verkaufen: wenn sie fallen.

  • #2

    Florian (Freitag, 23 Oktober 2015 10:04)

    genial geschildert :D

  • #3

    Björn (Freitag, 23 Oktober 2015 11:18)

    Die Heranführung an den Aktienmarkt funktioniert in Deutschland nicht, siehe dein Beispiel mit dem Börsenspiel.

    Generell haben die Leute wohl einfach Hemmungen, sich mit ihren Finanzgeschäften zu beschäftigen. Ob da wohl ein Schulfach "Finanzen" helfen würde?

  • #4

    redfox (Freitag, 23 Oktober 2015 12:40)

    ja die touristenaktionäre,die bei schönem börsenwetter kommen und wenns zu regnen beginnt sind sie weg, meissten für immer :-)genau jene verbreiten auch den grössten blödsinn über börse und genau daurch entstehen solche fragen."was tust du wenn die aktien weg sind".ich denke das ist in jedem bereich das gleiche.uninformiert plappert man alles nach was einem zu ohren kommt.die menschheit verblödet zum teil und ist zu faul um selber zu denken.ist das nicht von der wirtschaft gewollt.will man kritische stimmen?ich denke nein..will jemand,der daran verdient das man weiss was wirklich ist?mineralfarben sind gesünder,ohh mineralfarben atmen..ein verkaufsargument das es nicht gibt..1000ende wollen aber mineralfarbe weil sie es gehört haben.fleisch ist gesund...wer sagt denn sowas..ja,die nicht informiert sind und die die daran verdienen.milch bringts..ja,krebs und östeoporose..also ich denke wir aktionäre profitieren alle gewaltig von der unwissenheit der meschen und sind wir nicht auch in vielen dingen sehr unwissend und stellen nicht ganz so gscheite fragen.aber ich weiss genau was du meinst.mir gehts oft genau so ;-)

  • #5

    Alexander (Freitag, 23 Oktober 2015 16:42)

    @Dan
    Geduld kann man lernen. Das kommt auch durch Wissen, denn Wissen vertreibt Angst.

    @Florian
    Danke

    @Björn
    In Deutschland lautet die Devise, über Geld spricht man nicht. Würden die Kinder in den Schulen etwas über Wirtschaft und den Aktienmarkt lernen, dann würde sich das langfristig ändern. Nur wer soll sie unterrichten? Banker? Die allermeisten Lehrer haben selber keine Ahnung.

    @redfox
    Touristenaktionäre finde ich gut, das muss ich mir merken :)

  • #6

    wirtschaftswaise (Freitag, 23 Oktober 2015 16:44)

    Vieles in diesem Blog-Beitrag kann ich bestätigen!

    "etwa 10 % der Deutschen legen ihr Geld in Aktien an"

    Das jedoch kann ich kaum glauben. Oder rechnet man da Leute hinzu, die von ihrer Bank einen Fonds angedreht bekommen und dann am Markt investiert sind, ohne es zu wissen? Die 'echten' Aktiensparer würde ich auf deutlich weniger als 5% taxieren.

    An die Zeiten vom neuen Markt und der T-Aktie (übrigens eine der stärksten Aktien in meinem Depot) kann ich mich noch gut erinnern. Sogar in meinem Umfeld gab es Leute, die sich verschuldet haben, um T-Aktien nahe dem Kurshoch zu kaufen...weia!

    Dass auch jüngere Leute sich von der Bank 'beraten' lassen, passt ja ins Bild - von wem sollen sie die Finanzbildung bekommen? Von ihren Eltern?

    Aus eigenen Gesprächen im Bekanntenkreis kann ich bestätigen, dass die (letztendlich unreflektierte) Aversion gegen ein direktes eigenes Investment an der Börse bis hinein ins Bildungsbürgertum (Anwälte, Lehrer usw.) reicht. Auch ich halte mich dann zurück, weil ich nicht missionieren oder die Leute zu ihrem Glück zwingen will.

  • #7

    Alexander (Freitag, 23 Oktober 2015 17:00)

    Bei den 10% sind Direktinvestments und Fonds dabei. Also direkte Beteiligungen. Da kommen schon 10% zusammen. Es gibt viele Leute mit Belegschaftsaktien oder die mal gekauft haben und das Depot liegt rum. Ich denke sogar, dass sich aktiv vielleicht 1-2 % damit beschäftigen (also wir).

    Missionieren ist auch gefährlich, dazu habe ich keine Lust. Ich gebe auch keine Tipps ala diese Aktie musst du kaufen. Ich rege zum Nachdenken und eigenverantwortlichen Handeln an. Wenn jemand fragt, helfe ich gern. Aufdrängen? Nein, bringt eh nichts.

  • #8

    Christoph (Freitag, 23 Oktober 2015 22:11)

    Das liegt meiner Meinung nach zu allererst am Staat. Dieser will die eigenen Produkte wie Riester etc. ans Volk bringen.

    Sieht man sich die USA zb an, da gibt es ganz andere Möglichkeiten.
    Nicht nur dass man zb Dividenden nicht versteuern muss wenn diese direkt wieder investiert werden.
    Seit kurzem kann man aktien sogar in baumärkten usw kaufen!
    Ist ähnlich wie diese Gutscheine hier für eBay, amazon etc.
    Dort gibt es das mit unternehmen wie zb Coca-Cola usw. Man kann diese dann verschenken. Der beschenkte aktiviert diese dann, die Gebühr zahlt der verschenkende.

    Das bringt auch der Hausfrau von nebenan investieren mit starken Unternehmen nahe.

    Und solch ein Geschenk ist doch wirklich etwas sinnvolles.

    In Deutschland aktien zu schenken ist ja fast nicht möglich. Dazu bräuchte der beschenkte erstmal ein Depot. Hiervon müsste man die Daten haben usw.

    Vielleicht haben einige auch Angst weil sie in Filmen extrem reiche Manager sehen. Die machen Geschäfte mit Derivaten und sind am Ende pleite.
    Das prägt sich bestimmt eher ein als jemand der durch Dividenden Einkommen erzielt.
    (siehe die Glücksritter)

    Mein Vater hatte damals auch die t aktie gekauft.Seitdem verteufelt er aktien

    Neulich sagte ich ihm derzeit wäre eine gute einstiegsmöglichkeit. Er sagte wieso es fällt doch alles?
    Als ich ihm sagte, mich freut dies weil ich dann günstig nachkaufen kann und mir der Kurs sonst ziemlich egal ist solange das Unternehmen stabil dividende zahlt und gut Wirtschaftet.
    Seine Antwort war, das ist doch hoch spekulativ!

    Doch genau andersrum ist es ja. Wenn man auf steigende Kurse hofft, spekuliert man.
    Investieren in dividendenaktien (stabile natürlich) ist eigentlich konservativ.
    Aber das hat mein Vater nicht verstanden.
    Ebenfalls habe ich ihm mal eine Liste mit zahlreichen starken Unternehmen erstellt die zig Jahre dividende zahlen.
    Dieshat ihn nicht richtig interessiert.

    Als ich ihm aber beiläufig erzählte dass meine skyworks solutions aktien auf 90% gestiegen sind, wurde er hellhörig.

    Auch in meinem Freundeskreis( ü30) habe ich das Thema Altersversorgung mal angesprochen.
    Beide mit denen ich sprach sagten, ja sie müssten mal was tun aber sie wissen nicht was genau.
    Ich erzählte Ihnen was ich mache. Und dass sie doch sich einfach im Internet mal informieren können.
    Ein etf mit DAX Titeln und einer mit s&p usa zb wäre ein guter und sicherer Anfang.

    Bisher natürlich nichts passiert.

    Genau diesen beiden würde ich zb mal bei einer der nächsten Einladungen gerne eine der O. G. Gutschein aktien schenken. Vielleicht würden sie dann nach den ersten kleinen Dividenden Zahlungen merken: oh das ist ja ne schöne Sache. Damit sollte ich mich wirklich mal näher beschäftigen

  • #9

    Der Investor (Samstag, 24 Oktober 2015 09:52)

    In meiner Schule hatten wir damals auch ein Börsenspiel. War begrenzt auf den ATX und ging schätzungsweise 3 bis 4 Monate.

    Ob irgendeiner meiner Mitschüler wusste, was sie tun, oder was Aktien sind? Eher nicht.
    Am Ende habe ich gewonnen und eine Schokolade bekommen.

  • #10

    Alexander (Samstag, 24 Oktober 2015 15:48)

    Aktien als Gutscheine ist mir auch neu, aber ob man damit in Deutschland eine Freude machen kann? Also uns schon, aber den Abstinenzlern?

  • #11

    Christoph (Samstag, 24 Oktober 2015 17:05)

    Hier der link dazu

    http://m.welt.de/finanzen/geldanlage/article147802537/Apple-Aktien-gibt-es-jetzt-an-der-Supermarkt-Kasse.html

    Wäre auf jeden Fall mal etwas anderes als ne Flasche Wein etc.

  • #12

    toni (Sonntag, 25 Oktober 2015 10:23)

    Hi
    ein Video sagt mehr als 1000 Worte
    Tschü

  • #13

    toni (Sonntag, 25 Oktober 2015)

    ups
    https://www.youtube.com/watch?v=C0P0nNpYP68
    Video noch

  • #14

    Alexander (Sonntag, 25 Oktober 2015 14:29)

    Sehr gutes Video, ich habe zwar nicht das Ganze angeschaut, nur die ersten 15 Minuten und dann stückweise vorgespult, aber er hat vollkommen recht. Langfristig gute Unternehmen kaufen und es sollte von alleine gehen. Coca-Cola, Colgate usw. Natürlich wird man den einen oder anderen Fehlgriff tätigen, ich bin aber davon überzeugt, dass man sich langfristig ein Depot mit guten Werten zusammenstellen kann. Dazu muss man kein Profi sein, Geschäftsberichte im Detail verstehen. Einfach gesunder Menschenverstand. Was haben meine Eltern gekauft, was kaufe ich und was kaufen inzwischen die Kinder. Solche Produkte und die Hersteller, dann kann man nicht so viel falsch machen.

  • #15

    Christoph (Sonntag, 25 Oktober 2015 15:31)

    @Alex
    Bei der Gelegenheit
    Investierst du auch in fonds?

    Ich hab kleine Sparpläne für etfs.
    Überlege ob ich noch einen für Google und amazon dazu nehme, da mir diese beiden Unternehmen einzeln einfach zu teuer sind, noch dazu ohne Dividenden Ausschüttungen. Allerdings denke ich dass u.a. Diese beiden Unternehmen in der Zukunft den Ton angeben (u.a. Medizin, Roboter usw)

  • #16

    Alexander (Sonntag, 25 Oktober 2015 18:42)

    Fonds habe ich keine (mehr). Ich kümmere mich lieber selber um meine Investments. Wobei ich sagen muss, dass es da noch keine ETF´s gab, als ich mein Lehrgeld bezahlt habe.
    ETF´s halte ich für gut, um bestimmte Themen und Branchen abzudecken, wie z. B. Biotechnologie, Rohstoffe etc. Ich halte auch Sparpläne für sinnvoll, um erst mal einen Grundstock zu schaffen.

    An Google führt praktisch kein Weg vorbei. Und Amazon ist mit der Cloud sehr stark, das klassische Onlinegeschäft ist nur noch Begleiterscheinung. Wie das Ganze in 10 Jahren ausschaut? Keine Ahnung. Daher sollte man diese beiden schon etwas verfolgen.

  • #17

    Raphael (Montag, 26 Oktober 2015 09:50)

    Moin Alexander,

    vielen Dank für diesen Blog. Ich bin stiller Leser und erfreue mich an Deinen Zielen und Deiner Herangehensweise. Nun dachte ich, es ist einfach mal Zeit ein Lob auszusprechen.

    Mach Weiter so, viel Erfolg und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!

    Gruß,

    Raphael

  • #18

    Alexander (Montag, 26 Oktober 2015 17:33)

    Moin Raphael,
    herzlichen Dank für das Lob. Freut mich sehr.
    Ich bin mal gespannt, wann mir der erste größere Fauxpas passiert. Ich bin ja ein durchschnittlicher Anleger wie jeder andere. Mit Sorgen, Nöten, Ängsten, Hoffnungen und Halbwissen. Aber zur Zeit läuft es besser als geplant.
    Dir auch gute Investments und viele Grüße in den hohen Norden (vermute ich mal ;) )
    Alexander