Jeder hat seinen eigenen Investmentstil und das ist gut so

Die meisten von uns stöbern im Internet und sind auf den unterschiedlichsten Blogs unterwegs. Ich lese auch gerne mit und gebe ab und an meine Kommentare ab. Zwar ähneln sich die Dividendenstrategien alle in ihrer Form, sind aber in einzelnen Teilbereichen und von den Ansichten sehr unterschiedlich. Jeder hat so seine Erfahrungen im Laufe der Jahre gesammelt und diese fließen alle in die eigene Strategie ein. 


Verfolgt man einzelne Ansätze und die dazugehörigen Depots über einen längeren Zeitraum, kann man doch einiges lernen. Es gibt nicht die Strategie und alle Wege führen nach Rom, d. h. zum Erfolg. Wichtig ist einzig, bei seiner Strategie zu bleiben und diese auch in schlechten Zeiten weiter beizubehalten. Wenn man nicht vollkommen skurrile Ansätze wie Mondphasen oder die Hochwassermarken der letzten Jahre heranzieht, ist jede vernünftige Investmentstrategie aussichtsreich. Viele Forenteilnehmer blicken auf teilweise jahrzehntelange Börsenerfahrung zurück und viele Entscheidungen und Gedankengänge erfolgen im Unterbewusstsein. Es ist oft sehr schwierig die Nuancen zu diskutieren, da darüber endlos geschrieben werden kann und man doch oft "aneinander vorbei redet".


Ich meine, das Wichtigste ist, sich mit seinem Depot wohl zu fühlen und zu seinen Entscheidungen stehen zu können. Zu jeder Aktie findet man tausend Für und Wieder, aber letztendlich sind es doch größtenteils Vermutungen und Hoffnungen.


Neueinsteigern in die Börsenwelt empfehle ich, wenn sie eine Aktie, ETF, REIT oder ähnliches kaufen, in ein paar Worten aufzuschreiben, warum sie sich für das Investment entschieden haben.  Weil es der Nachbar hat? Weil es im Blog oder auf einer Internetseite empfohlen wurde? Oder weil einem das Geschäftsmodel gefällt?


Im Bereich Unternehmen habe ich zu den  von mir erworbenen Aktien ein Kurzportrait aufgeschrieben. Meine Erwartungen für die Zukunft des Unternehmens und die angestrebte Entwicklung dokumentiert. Dieses "Tagebuch" ist immer dann hilfreich, wenn ein Investment nicht richtig läuft. So kann ich überlegen, ob meine Annahmen grundsätzlich falsch waren oder ob die Voraussetzungen immer noch gegeben sind. Das bewahrt mich vor Kurzschlussreaktionen, die in einen Verkauf enden würden. Die meisten werden die Erfahrung gemacht haben, danach geht´s wieder aufwärts.


In diesem Sinne

Gute Investments





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Kommentare: 3
  • #1

    Christian (Samstag, 21 Februar 2015 14:10)

    Hallo Alexander,

    ich kann das Gesagte nur unterschreiben. Speziell der Tip die Dinge aufzuschreiben und sich über seine eigene Motivation klar zu werden ist für mich persönlich sehr wichtig. Vor allem kann man sich dann nicht selbst in die Tasche lügen, sondern kann später nachlesen, warum man die Aktie etc. gekauft hat. Wenn die eigene Einschätzung dann falsch war, muss man den eigenen Fehler eingestehen und nur so kann man letztendlich aus den eigenen Fehlern lernen.

    Gruß
    Christian

  • #2

    wirtschaftswaise (Mittwoch, 25 Februar 2015 18:19)

    Immer wieder lese ich in den Kommentaren zu Wirtschaftsblogs von einem "Investmentstil", der mich stets etwas befremdet.

    Es ist die Ich-warte-bis-der-Zeitpunkt-absolut-optimal-ist-Strategie ;-)

    Niemand muss seine gesamten Investments auf einem (stets nur vermuteten) Höhepunkt der Börsen tätigen. Aber einfach immer nur zu warten, bis der 'richtige Zeitpunkt' da ist lässt mich vermuten, dass sich diese Leute noch nicht vom denken in Sparbuch- und Versicherungskategorien trennen konnten.

  • #3

    Alexander (Mittwoch, 25 Februar 2015 20:30)

    Seh ich auch so. Der Deutsche wird so erzogen und es wird noch Jahre dauern, bis sich da was ändert. Aktuell fällt es mir auch schwer, eine Aktie kaufen. Aber wenn die Kurse unten sind, kaufen die erst recht nicht und schauen nur zu, wie die reichen Aktionäre immense Kursgewinne einfahren.