OnVista - Erfahrungsbericht

Vor ca. eineinhalb Jahren wechselte ich gezwungenermaßen meine Depotbank, da meine bisherige Bank DAB in Consors integriert wurde und mir die Konditionen nicht zusagten. Die Schwierigkeiten begannen damit, dass ich erst einmal eine neue Bank suchen musste. Vergleichsportale gibt es viele und bei manchen werden die exotischten Banken aufgeführt, sind mit Werbung zugepflastert und oft auch unübersichtlich. Wenn man ein Depot neu eröffnet, möchte man aber doch zu einem etablierten Broker, um "ja keinen Fehler" zu machen.

 

Eine Seite mit den gängigen Anbietern habe ich mit discountbroker-vergleich.de  gefunden. Sie ist übersichtlich aufgebaut und bietet alle wesentlichen Informationen. Falls jemand überlegt, die Bank zu wechseln, findet hier vielleicht eine Anregung.  

Was ich nicht im Netz gefunden habe, ist ein neuerer Erfahrungsbericht über OnVista. Ich bekomme ab und an Mails, wo ich gefragt werde, bei welchem Broker ich mein Depot habe und wie zufrieden ich bin. Scheinbar besteht hier Informationsbedarf und ein Bericht mit meinen persönlichen Erfahrungen kann dem einen oder anderen Leser bei seiner Entscheidung vielleicht helfen.

 

Damit man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht, muss man auf die Anforderungen achten, denn es ist schon ein Unterschied, wenn man sich als Daytrader oder wie ich als Dividendenfreund umsieht. Mir ist wichtig, dass z. B. das Formular W-8BEN zum Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA automatisch von der Bank erledigt wird, die Dividendeneinkünfte kostenfrei gutgeschrieben werden und die Gebühren sich im Rahmen halten. Weiterhin sind die angebotenen Handelsplätze wichtig.

 

Diese Bedingungen sind alle erfüllt, zumal ich durch das Freebuy-Modell nur zwischen 80 Cent und 1,50 Euro Gebühr bei meinen Käufen bezahle. Die Dividendenabrechnungen sind in der Regel immer am Tag der Zahlung in meinem Postfach. Allerdings habe ich festgestellt, dass die Abrechnungen für REITs seit der neuen Steuergesetzgebung zwei Tage brauchen. Das ist auch der Grund, warum ich meinen Monatsabschluss erst ein bis zwei Tage später posten kann. Der Mailkontakt war bisher sehr freundlich und kompetent. Meine Anfragen wurden immer sehr zeitnah beantwortet. Insgesamt bin ich sehr zufrieden und meine Kriterien sind alle erfüllt.

 

Was ich bei Erfahrungsberichten vermisse, ist eine Beschreibung der Benutzerführung. Ich war 20 Jahre bei der DAB Bank und habe Depots bei der ING-DiBa. Hier unterscheidet sich OnVista doch etwas und ich brauchte ein paar Tage, um mich mit der Oberfläche und dem Kaufen von Aktien anzufreunden. Inzwischen finde ich einiges gar nicht so schlecht.

 

Anfänglich fand ich es befremdlich, dass man sich bei der ersten Anmeldung lediglich über eine SMS  identifizieren muss. Ich kannte es bisher so, dass man sich beim Broker anmeldet und für jede Aktion entweder eine TAN oder eine SMS mit Nummer bekam. OnVista hinterlegt auf dem Rechner eine Art Cookie und man kann dann nach Belieben alle Geschäfte ohne weitere Eingaben erledigen. Ich testete das mit einem anderen Rechner und bekam am Bildschirm die Meldung, dass dies ein anderer Computer als sonst ist und ich eine SMS bekomme, um zu bestätigen, dass das seine Richtigkeit hat. Wie sicher das ist, kann ich nicht beurteilen, aber sehr bequem. Nachteilig ist, man braucht ein Handy.

 

Den Desktop selber kann man sich nach eigenen Anforderungen einrichten, d. h. man wählt sich die einzelnen Anzeigen aus, die häufig genutzt werden. So kann z. B. die Depotübersicht und das Orderbuch ausgewählt und die Reihenfolge festgelegt werden. Diese sind wie eigene Fenster und lassen sich jederzeit wieder schließen. Beim Beenden merkt sich OnVista die Einstellungen und man findet  bei der Neuanmeldung den letzten Zustand wieder vor. Insgesamt lassen sich so vier Desktops einrichten, zwischen denen man bequem in der Menüleiste hin- und herschalten kann. Hat man sich alles nach Belieben eingerichtet, braucht man sich durch keine Menüs mehr hangeln, was sehr bequem ist. Wünschenswert wäre noch, wenn man den Desktops eigene Namen zuweisen könnte. Die Menüführung ist leicht und verständlich.

 

Die Depotübersicht lässt sich nach verschiedenen Merkmalen sortieren, was bei den meisten Banken inzwischen gehen dürfte. So kann man nach Namen, WKN, Tagesgewinn und Verlust, Gesamtgewinn und -Verlust usw. sortieren. Dies sowohl in aufsteigender wie auch in absteigender Reihenfolge.

 

Bei einem Depot ist das Kaufen und Verkaufen von Wertpapieren ein zentrales Thema. Hier bietet OnVista zwei Möglichkeiten an. Eine Handelsmaske, wie es bei Brokern allgemein üblich ist. Es werden die erforderlichen Daten wie WKN, Anzahl und Börsenplatz eingegeben. Selbstverständlich stehen auch alle Limit- und Stop-Loss-Arten zur Verfügung. Vor Abschicken der Order kann man diese nochmals prüfen, ob alle Eingaben korrekt sind. Hier ploppt ein Fenster mit allen Daten und dem Hinweis auf, dass das nicht die endgültige Order ist.

 

Eine zweite Möglichkeit ist die Quickorder für bereits im Depot befindliche Wertpapiere. Bei jeder Position ist ein Kauf- und Verkaufsbutton vorhanden. Verwendet man diesen, muss nur noch die Anzahl, der Börsenplatz und evtl. Limits eingegeben werden. Man kauft dadurch genau die Position nach, die man möchte, ohne auf die WKN oder ähnliches achten zu müssen. Anfänglich hatte ich damit meine Probleme, denn sobald man seine Angaben gemacht hat, wird einem für ein paar Sekunden ein abnehmender Balken mit der Ordergültigkeit dargestellt. Dieser wechselt von grün über orange zu rot. Innerhalb dieser Zeitspanne muss die Order mit "Kostenpflichtig handeln" bestätigt werden. Verpasst man das Zeitfenster, verfällt die Order. Ich fühlte mich dadurch irgendwie psychologisch unter Druck gesetzt und hatte tatsächlich zweimal eine falsche Menge (bedingt durch Euro- und Dollarangaben) geordert. Inzwischen hole ich mir die Kurse vorher von Ariva und rechne mir die gewünschte Anzahl aus. Kommt der Handel nicht zustande oder die Order verfällt, dann ist das kein Beinbruch, denn die Angaben bleiben erhalten und man startet den Auftrag einfach neu. Kosten fallen dafür keine an, das kann man auch fünfmal hintereinander machen. Wird der Auftrag ausgeführt, werden die Aktien innerhalb weniger Sekunden dem Depot gutgeschrieben bzw. werden aus der Übersicht genommen und die Finanzübersicht entsprechend angepasst. Ich kann so z. B. eine Position verkaufen und eine neue Position kaufen, ohne warten zu müssen, bis das Geld tatsächlich gebucht worden ist. Die Abrechnung liegt bereits am nächsten Morgen als PDF in meinem Postfach bereit.

 

Beispiel einer Qucikorder mit Colgate-Palmolive
Beispiel einer Qucikorder mit Colgate-Palmolive

 

Einige nützliche Kleinigkeiten sind z. B. die kleinen Charts neben jeder Aktie oder die Möglichkeit auf die Börsenseite von OnVista zu wechseln, bei der sofort die Aktie abgerufen wird (über den Button ganz rechts mit dem pinken O).

 

Für mich persönlich hat sich der CSV-Export der Depotdaten als überaus nützlich gezeigt. Ich kann diese in ein Excel-Formular kopieren und habe meine Depotübersicht für jeden Monat in weniger als einer Minute fertig. Bei fünf Aktien könnte man dies sicher manuell machen, bei 45 Titeln ist die Gefahr von Tippfehlern doch sehr groß, vom Zeitaufwand ganz zu schweigen. Weitere Exportmöglichkeiten sind noch das PDF-Format und Drucken.

 

 

Fazit

Ich bin nach ca. 1,5 Jahren mit OnVista zufrieden. Meine Anforderungen werden alle erfüllt und bisher gab es keine Probleme. Ich musste mich erst an das Design, welches eher schmucklos und einfach ist, gewöhnen. Inzwischen ist mir das sogar ganz recht, wenn ich alle Informationen kurz und knapp auf einen Blick sehe. Für jemanden, der alle sechs Monate in sein Depot schaut, mag das vielleicht nicht geeignet sein. Es ist jedoch alles da und die Möglichkeiten wie den CSV-Export, weiß ich inzwischen zu schätzen. Die Order laufen schnell und problemlos. Das FreeBuy-Modell ist für mich optimal und ich spare ca. 300 - 400 Euro Gebühren im Jahr. Es fehlt z. B. die Möglichkeit seine gesamten Finanzen als Tortengrafik anzeigen zu lassen oder ähnliches, ist aber nicht unbedingt erforderlich.

 

Nachtrag zum FreeBuy-Modell

Das FreeBuy-Modell erklärt Thomas Hönscheid auf seiner Seite discountbroker-vergleich.de ganz anschaulich. Bei OnVista ist das etwas versteckt und ziemlich müßig zu finden. Vielleicht soll das Modell nicht zu oft von Kunden gewählt werden, denn an mir hat OnVista noch nicht viel verdient. Meine Verkäufe, die kostenpflichtig sind, halten sich doch sehr in Grenzen. Zu Sparplänen etc. kann ich nichts sagen, da ich sie nicht nutze.

 

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Kommentare: 30
  • #1

    Manu (Samstag, 10 März 2018 17:47)

    Hallo Alexander,

    wie funktioniert das FreeBuy-Modell?

    Liebe Grüße
    Manuela

  • #2

    freaky finance (Samstag, 10 März 2018 17:59)

    Moin und danke für den Erfahrungsbericht.
    Sehr interessant, da ich seit kurzem auch ein Onvista-Depot habe und demnächst damit in den Handel einsteige.

    Beste Grüße
    Vincent

  • #3

    Ben (Samstag, 10 März 2018 22:20)

    Hallo Alexander,

    vielen Dank für diesen interessanten Beitrag und den Einblick zu OnVista.

    Off Topic: Du hattest mal angkündigt, was zu deinen REIT Investments zu schreiben. Vor allem würde mich interessieren, wie du diese aussuchst bzw. welche Kriterien du anlegst.

    Viele Grüße,
    Ben

  • #4

    Alexander (Sonntag, 11 März 2018 11:44)

    Hallo Manu,
    Erklärung habe ich nachgeschoben.

    Hallo Vincent,
    ich gehe davon aus, dass du mit Handel nicht Trading meinst. Zum Traden gibt es bessere Plattformen.

    Hallo Ben,
    der Artikel ist in Arbeit, ob ich den April oder Mai bringe, werde ich sehen. Ich lass manchmal einen Artikel gerne eine Zeitlang liegen, weil ich den doch nochmal überarbeite. Sonst schreibe ich zu viel Unsinn^^

    Viele Grüße an alle

  • #5

    renium (Sonntag, 11 März 2018 12:59)

    Guten Tag,

    einige Broker erheben Gebühren von ca. 5 Euro für die Einbuchung
    einer ausländischen Dividende.
    Wie ist das bei Onvista ?

    Vielen Dank

  • #6

    Ralf (Sonntag, 11 März 2018 16:22)

    Onvista = nein
    DKB = Nein
    Consors = Nein
    Comdirect = stand letztes Jahr nein, wies jetzt ist weis ich nicht

  • #7

    Alexander (Sonntag, 11 März 2018 16:27)

    Da ergänze ich noch zu Ralf

    ING-DiBa = Nein

  • #8

    Marco (Sonntag, 11 März 2018 17:12)

    Bin mal gespannt, was nach der Verschmelzung mit der comdirect so passiert...

  • #9

    Tugumak (Sonntag, 11 März 2018 18:36)

    Comdirect = nein. Bin da Kunde.

  • #10

    Malte (Montag, 12 März 2018 08:26)

    Hallo,

    ich bin auch seit einigen Jahren zufriedener OnVista Kunde.
    Jetzt möchte ich auch den Handel (hauptsächlich Einkauf) von Amerikanischen Dividenden Aktien starten.

    Mir ist aufgefallen, dass einige der Aktien aus diesem Blog (z.B: Lexington 907209) mit ausreichend Liquidität teilweise nur über NYSE gehandelt werden können. Über diese Börse fallen laut Freebuy-Preisverzeichnis mindestens 13,70 USD an Kosten an.
    Wie sind eure Erfahrungen. Handelt ihr auch über NYSE oder versucht ihr bei OnVista möglichst viel über deutsche Börsen zu handeln?

    Als Altenative sieht DeGiro für US-Aktien noch sehr preiswert aus. Hat hierzu jemand schon Erfahrungen gesammelt?

    Manchmal hat man ja die Wahl zwischen Bar-Dividenden oder Stück-Dividende. Ist dies bei beiden Anbietern kostenfrei? Konnte hierzu nur folgendes bzgl. Dividenden finden:
    DeGiro: Dividenden- & Coupon-Verarbeitung : Kostenlos
    OnVista: Dividendenzahlungen: Konstenfrei

    Viele Grüße
    Malte

  • #11

    Alexander (Montag, 12 März 2018 18:04)

    Wenn OnVista mit der comdirect verschmolzen wird, überlege ich wieder zu wechseln, da dann das Freebuy-Depot wohl Geschichte ist. Da muss ich dann schauen, ob degiro oder Lynx oder Banx. Könnte man dann langfristig doch mit Optionen anfangen.

    Ich kaufe habe mit Tradegate oder L&S keine Probleme. Ich habe nur Spirit in New York gekauft, da allerdings die Gebühr bezahlen müssen.

    Stück-Aktien habe ich bisher nicht genommen.

  • #12

    Askell (Montag, 12 März 2018 20:36)

    Hallo Alexander,

    ich lese Dein Block schon eine Weile. Aber Dich beim Podcast beim Finanzrocker zu hören, fand ich noch einmal eine gute Abrundung. Man glaubte, einen guten Freund zuzuhören.

    Ich freue mich auch schon auf den Reitartikel, da ich hier am liebsten investiere. Bei Immobilien kann man noch viel träger sein, als bei Dividendenaktien. Aber mal sehn, wie Du darüber schreibst.

    Askell

  • #13

    Christian (Dienstag, 13 März 2018 13:10)

    Habe mal eine zeitlang von Iberdrola die Dividende als Aktien genommen. Hat bei comdirect auch nichts zusätzlich gekostet.

  • #14

    Eberhard (Mittwoch, 14 März 2018 11:06)

    1. Ergänzung zu Gebühren für die Einbuchung einer ausländischen Dividende:
    Degiro - nein
    Interactive Brokers - nein

    2. Ich hatte das mit der "Verschmelzung" mit Comdirect so verstanden, dass die Comdirect zwar Onvista gekauft hat, aber beide "Banken" in Zukunft eigenständig operieren ...

    Hallo Alexander

    den Podcast habe ich auch gehört. Mir gefällt Dein entspanntes Herangehen an dieses ernste Thema. Ich plane auch die "Rente mit Dividende", habe allerdings einen etwas anderen Blickwinkel, weil ich schon etwas älter bin und das monatliche Dividendenausschüttungs-Ziel schon Ende diesen Jahres erreichen will.

    Ebi

  • #15

    Alexander (Mittwoch, 14 März 2018 18:01)

    Hallo Askell,

    danke für das Lob :)
    Der Artikel über REITs ist gerade in Arbeit.

    Hallo Eberhard,
    momentan ist der Sachstand so, wie du schreibst. Das wurde bei der DAB anfänglich so kommuniziert, aber die Geschichte hat uns eines besseren belehrt. Ich bleibe da entspannt. Wechseln ist ja kein Problem.

    Ich hoffe, du erreichst dein Ziel bis Ende des Jahres. Je näher ein bestimmter Zeitpunkt rückt, desto mehr ändern sich die Ansichten. Das geht mir genauso. Vielleicht ist es die zunehmende Lebenserfahrung. Ich wünsche dir auf alle Fälle alles Gute.

    Viele Grüße an alle

  • #16

    Daniel (Montag, 19 März 2018 18:26)

    Hallo Alexander,
    kann mich dem Lob nur anschließen. Bin Mitte 20 und deine Ideen inspirieren mich sehr. Mich würde sehr interessieren wie du aktuell zu General Electric stehst. Siehst du hier Handlungsbedarf oder nutzt du vllt die Gelegenheit für nachkäufe. Danke für deine super Internetseite, Viele Grüße aus dem Allgäu

  • #17

    Alexander (Mittwoch, 21 März 2018 20:34)

    Hallo Daniel,
    vielen Dank für das Lob :)

    Zu GE kann ich gar nicht so viel sagen, da ich die Aktie nicht habe und mich deshalb nicht weiter damit auseinandergesetzt habe. GE ist massiv im Umbruch, wo das im Einzelnen noch hingeht, weiß ich nicht. Zurückliegende Zahlen sind daher wenig aussagekräftig. Falls du dich für GE interessierst, dann überlege dir, ob die Firma in ein paar Jahren wieder zu alter Stärke zurückfinden kann. Vielleicht wäre es eine Überlegung, dass du dir eine Investitionssumme festlegst und diese auf mehrere Tranchen aufteilst. Immer wenn der Kurs unter deinem Einstand liegt, nachkaufen.
    Kann natürlich auch schief gehen, aber weiß das schon vorher.
    Viele Grüße ins Allgäu

  • #18

    Chris (Mittwoch, 21 März 2018 22:40)

    Hallo Alex,
    Da du auch einige reits hast: wurden diese bei dir auch mit dem Investment steuergesetz belegt?
    Bei mir Reality income, Geo Group und Omega Health.

    Das hessische Finanzministerium schrieb mir dass der einzelfall zu prüfen wäre aber grundsätzlich reits nicht dazu zählen.

    Consorsbank antwortete mir: es bleibt dabei da das Wertpapier zu einem alternativen Investmentfonds gehört.

    Ist meiner Meinung nach Quatsch. Das sind alles 3 keine fonds.
    Gruß

  • #19

    Alexander (Donnerstag, 22 März 2018 17:57)

    Hallo Chris,

    bei mir sind auch alle REITs so eingestuft worden. Auch wenn es Quatsch ist. Ich gehe davon aus, dass früher oder später irgendjemand klagt und das hoffentlich korrigiert wird. Ich sehe momentan keinen Handlungsbedarf, da die REITs alle ausschütten und die Vorabsteuer nicht greifen sollte. Unser neuer Finanzminister Scholz hat ja einen Banker an seine Seite geholt, vielleicht bringt das was?

    Solange die Dividenden pünktlich kommen, habe ich damit vorerst kein Problem.
    Grüße

  • #20

    Adrian (Mittwoch, 04 April 2018 11:06)

    Moin,
    leider ist es wohl nicht mehr möglich auch Ausländische Börsen zu handeln. Daher nur noch deutsche Börsenplätze fallen unter die FreeBuy-Option:-(

    Schade - dann ist es wohl absehbar dass weitere nützliche Vorteile langsam reduziert werden.

    Grüße
    Adrian

  • #21

    Alexander (Mittwoch, 04 April 2018 20:39)

    N´abend,
    ist mir auch schon aufgefallen. Ich befürchte auch, dass durch die Übernahme durch die comdirect die Leistungen gestrichen werden. Als consors die DAB übernahm, hieß es auch erst, alles bleibt beim Alten. Aber was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Sollte Onvista keine Vorteile mehr bieten, dann überlege ich wieder zu wechseln, auch wenn es nervt.

    Grüße
    Alexander

  • #22

    Guido (Sonntag, 08 April 2018 16:33)

    Hallo Alexander,
    schöner Bericht, du hast mich motiviert mir diesen Broker mal näher anzusehen, ich werde dort ein Depot eröffnen, Zur Zeit bin ich beim Sbroker und Consors. Mit Consors kann ich mich einfach nicht anfreunden (trauere wie du den DAB Zeiten hinterher), der Sbroker geht mir so langsam auf die Nerven. Beim Thema Qualcomm hat es dann gereicht. Dividendenstornierung und dann neuen Betrag als Kapitamassnahme kennzeichnen, nur kostet die jedes Mal mind. 10 € und ich hab dieses Jahr schon einige gehabt.
    Bei amerikanischen Aktien lohnt es sich ja über IB bzw. Captrader/LYNX nachzudenken. Vorteile: Du kaufst an der Heimatbörse (Liquidität) und zahlst unterjährig keine Kapitalertragssteuer (gut, später ist das dann nachteilig) und du kannst deine Aktien zusätzlich für kleines Geld veroptionieren. Allerdings holst du dir auch einige Nachteile an Bord z.B. musst du dich um die Versteuerung selber kümmern, für z.B. Japanische Aktien müsstest du erst € in Yen tauschen, sonst hast du zwar deine sagen wir 50.000€ Cash auf dem Konto aber einen Kredit in Yen laufen.

  • #23

    Alexander (Montag, 09 April 2018 19:16)

    Hallo Guido,
    ja, mit der DAB war ich auch sehr zufrieden. Das mit der Steuer bereitet mir etwas Kopfzerbrechen. Momentan taucht in der Steuererklärung nichts auf, aber bei den o. g. Brokern muss man nachversteuern und manchmal ist es besser, wenn nicht "jeder" alles weiß. Mit der Quellensteuer läuft das anonym.

    Grüße
    Alexander

  • #24

    Bernd (Donnerstag, 12 April 2018 21:13)

    Ich kann Degiro empfehlen. Sehr günstig und kundenorientiert. Bin dort seit zwei Jahren Kunde und nutze das Depot haupsächlich zum Optionshandel. Insbesondere amerikanische Aktien sind sehr günstig zu handeln. Die Gutschrift von Dividenden ist problemlos und kostenlos.

    Gruß Bernd

  • #25

    Vita (Freitag, 20 April 2018 18:32)

    Hallo,

    @ Bernd
    Du schreibst du nutzt Optionen bei DeGiro... ich wollte demnächst mit Optionen ( Haupsächlich Puts auf DIV Aktien und evtl. Calls) Hatte eigentlich nur IB (Captrader und Lynx) als Auswahl...
    Wie genau ist es bei DeGiro, kann im Internet nicht viel darüber finden...

    Danke
    Gruß Vita

  • #26

    Guido (Sonntag, 22 April 2018 15:03)

    @Vita
    DeGiro hatte ich mir auch schon angesehen, da es sich aber um keine Bank handelt und sie damit keine Einlagensicherung von 100.000€ anbieten müssen,sondern nur für 20.000€, hatte sich das Thema, zumindest für mich, erledigt. Die Preise für die einzelnen Produkte sind eben nicht alles.

  • #27

    Tobias (Dienstag, 08 Mai 2018 08:55)

    Hallo zusammen,

    inzwischen habe ich mein Depot aufgrund der angefallenen Gebühren auch auf OnVista umgezogen. Hier einige Punkte, die mich im Nachhinein echt stören, im Voraus für mich jedoch nicht so ersichtlich waren:
    1. Fondanteile wurden (aus meiner Sicht ungefragt) verkauft. Bei der comdirect war es möglich (durch Sparpläne) nicht-ganzzahlige Fondanteile zu erwerben. Im Rahmen des Umzugs wurden die "krummen" Anteile, also alles nach dem Komma, dann verkauft. Da es sich bei mir nur um einen Anteil von umgerechnet 11€ gehandelt hat und auch keine Gebühren (nur Steuer) angefallen sind, habe ich es nicht weiter untersucht, aber eventuell ist es ja für den ein oder anderen relevant.
    2. Der Umzug hat gefühlt eine Ewigkeit gedauert. Die letzten Tage war dazu kein Handel mehr über die Online-Plattform (Comdirect) möglich. Vorgewarnt wurde ich nicht und gemerkt habe ich es erst, als ich dann Aktien verkaufen wollte.
    3. Beim Handel bei OnVista in Kombination mit dem FreeBuy-Modell muss man offensichtlich darauf achten, dass keine Teilorder ausgeführt werden, da sonst mehrfach Gebühren anfallen. Das kann wohl nur effektiv durch eine (relativ) hohe Anzahl an FreeBuys oder durch Handel über Börse Stuttgart (<10.000€) oder Tradegate, Quotrix, Lang&Schwarz verhindert werden. Wer also hohe Gebühren vermeiden will, muss dabei definitiv aufpassen.
    4. Die Kaufkurse stimmen vorne und hinten nicht. Bislang habe ich noch keine Idee, wie OnVista auf die Kurse kommt, da sie teilweise jenseits von gut und böse liegen. Laut OnVista steht mein Depot jetzt 10% schlechter da als noch bei der Comdirect. Grundsätzlich nicht tragisch, da ich noch anderweitig meine Übersicht pflege, aber dennoch ein Negativpunkt, weil ich so keine schnelle Übersicht über die Webseite erhalte.
    5. "Aktueller Handelsplatz / Kurs" scheint willkürlich gewählt zu sein. Auch das trägt nicht zur Übersichtlichkeit bei. Was hilft es mir, wenn ich nicht weiß bei welchem Aktienplatz die Aktien nun erworben wurden? Wo ist mein Referenzkurs, an dem ich Gewinn/Verlust orientieren kann?
    6. 2 FreeBuys im ersten Monat. Naja, was soll ich da sagen. Meinen Antrag habe ich Anfang April gestellt. Der erste Login konnte dann am 28. April erfolgen. Wochenende. Meine Aktien noch nicht verfügbar, da sie erst heute übertragen wurden und Geld hatte ich ohne Login-Daten bewusst noch nicht überwiesen. Also sind die beiden Freebuys verfallen. Hätte man seitens OnVista auch geschickter regeln können finde ich. Kein Beinbruch, aber auch nicht unbedingt ein "Plus" auf meiner Liste.

    Alles in allem finde ich das zunächst einmal ernüchternd. Dabei bin ich noch nicht einmal auf die seltsam gestaltete Nutzerführung eingegangen. An die werde ich mich sicherlich noch gewöhnen, aber intuitiv oder übersichtlich ist etwas anderes. Der Teil war mir zumindest vorab relativ klar und ist deshalb auch keine Enttäuschung.

    Ich bin mal gespannt wie gut die Steuerberechnung bei meinem ersten Verkauf funktioniert. Rein gesetzlich muss ja alles übertragen worden sein.

    Gruß
    Tobias

  • #28

    Alexander (Dienstag, 08 Mai 2018 20:19)

    Hallo Tobias,

    anfangs erging es mir ähnlich. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt. Teilausführungen hatte ich bisher keine und ich schaue mir die Kurse bei Ariva vorher an. Die Angebote über Tradegate, Quotrix und L&S haben da immer ziemlich genau gepasst. Beim Verkauf hat die Steuer auch gepasst. Mich ärgert auch, dass die Anschaffungskosten zwar mit übernommen wurden (muss rechtlich so sein), aber nicht in der Übersicht erscheinen. Daher habe ich immer eine Differenz zwischen dem CSV-Export und meiner Buchführung. Bei den angezeigten Kursen von Stuttgart oder Düsseldorf (bei US-Werten) ist schon manchmal eine ziemliche Differenz zu anderen Börsenplätzen, teilweise haben die auch null Handel. Wie gesagt, perfekt ist OnVista nicht, aber das Freebuy-Model macht es für mich wett.
    Wenn du dich gar nicht daran gewöhnen kannst, bleibt nur der Wechsel.

    Viele Grüße
    Alexander

  • #29

    suchenwi (Mittwoch, 09 Mai 2018 22:48)

    Hallo *,
    ich bin seit 1. Feb. 2018 Börsenneuling. onvista-bank habe ich über Brokervergleiche ausgewählt, allerdings nicht das "free buy", sondern das "5€"-Depot (korrekterweise muss man sagen, 6.50€ kostet ein Kauf (fast) immer. Bei knapp 1000€/Kauf sind das aber 0.65%, fand ich ok. An "echten Börsen" kommen noch 1..3 Courtage usw. dazu).
    Ausnahme: bis Jahresende spart man die 5€, wenn man einen ETF (aus einer Positivliste, viel iShares und Lyxor) zu min. 1500€ bei Lang+Schwarz kauft - bleibt 1.50€ an Kosten.
    Gestört hat mich: seit Frühjahr können keine Fremdwährungsanleihen mehr gekauft werden (für US-Bonds habe ich den ETF A0LGP4 als Alternative gefunden).
    Ansonsten bin ich ganz zufrieden. Das Webtrading hat seine Macken, die Sekunden-Wartefristen bei Wertpapierkauf sind meist um, bevor die Seite aufgebaut ist - aber da hilft, beim günstigsten Anbieter eine neue Kursanfrage zu stellen.
    Einen Kauf an der Nasdaq habe ich Montag auch mal gemacht (A1JVSL Select Income REIT, den es in DE nirgendwo gibt). Ging fix, Abrechnung dauerte einen Tag länger, Spesen 12.50, steht aber wohl so im Gebührenverzeichnis. Hoffe, dass das Papier das wert ist...
    Fazit: ich kann mit onvista-bank leben, und mit deren Webtrading inzwischen gut umgehen. Konditionen sind günstig, und es tut halt seinen Job ordentlich.

  • #30

    Tobias (Donnerstag, 10 Mai 2018 10:57)

    Punkt 4 meiner Liste kann ich inzwischen entkräften. Werte wurden heute (ohne mein Zutun) korrigiert und entsprechen jetzt etwa dem was ich erwartet hatte. Verkauf von Fonds dauert aber immer noch an. Damit kann ich aber leben. Plane eh nicht mit vielen Verkäufen, muss aber aktuell etwas ausmisten und umschichten :)
    Denke an die Mängel kann ich mich zugunsten der niedrigeren Gebühren gewöhnen...