Würdet ihr in dieses Unternehmen investieren?

Derzeit gibt es für Geld praktisch keine Zinsen und viele suchen Investitionsmöglichkeiten, um wenigstens etwas Rendite am Markt rauszuholen.

 

Auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten, findet man verschiedene Angebote. Ein Bekannter von mir hat in ein Unternehmen investiert, das folgende Kennzahlen aufweist:

 

Jahresumsatz 5,76 Mio.

Marktkapitalisierung 126 Mio.

Ebitda 4,61 Mio.

Gewinn vor Steuer 2,59 Mio.

Gewinn netto 1,94 Mio.

KUV 21,88

KGV 64,81

Ek-Quote 100%

EK-Rendite 1,54 %

Ausschüttungsquote 200%

Rendite 3,14 % 

 

Das Gewinnwachstum der nächsten Jahre ist sehr beschränkt, wenn es gut läuft, dürfte das bei  2 % - 3 % liegen. Die Einnahmen werden hauptsächlich durch einen Kunden generiert.  Sollten Investitionen anfallen, fällt entsprechend der Gewinn geringer aus, was sogar bis zu einer kompletten Streichung der Ausschüttung führen kann.

 

Würdet ihr in solch ein Unternehmen investieren?

 

Ich habe meinem Bekannten davon abgeraten, er hat trotzdem 126.000 € investiert.   

 

Wie das Unternehmen heißt?        Eigentumswohnung!

 

Ersetzt man die Mio. durch Tausend, dann passt die Größenordnung. 

 

Bewertet man eine Immobilie wie ein Unternehmen, liegen diese Zahlen oft zu Grunde.

 

 

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Kommentare: 10
  • #1

    Christoph (Donnerstag, 17 März 2016 18:29)

    Ich bin echt erschrocken als ich 200% Ausschüttung las ;o)

    Aber die Frage ist ja wieso kauft er die Wohnung? Wenn er die zur Vermietung nutzen will: Ist nicht mein Fall. Ich bin da der Meinung, dass man oft mehr Ärger und Verlust als RUhe und Gewinn hat.

    Nutzt man die aber für sich selbst sieht das schon anders aus. Aber da du ja von einem "Kunden" sprichst ist es wohl Vermietung.

  • #2

    wirtschaftswaise (Donnerstag, 17 März 2016 22:02)

    126.000 € Kaufpreis und 100% Eigenkapital-Quote!?
    Falls es sich um eine vermietete Immobilie handelt, ist das ein sehr untypisches Vorgehen. Ich bitte dringend um Aufklärung...

  • #3

    Alexander (Freitag, 18 März 2016 09:32)

    Die Wohnung ist vermietet, sein eigengenutztes Haus ist abbezahlt.
    Er hat eine Erbschaft gemacht und wollte das Geld "sicher" anlegen. Ihm geht es weniger um die Rendite, er möchte das Geld nicht am Konto rumliegen lassen und sieht Aktien als zu risikoreich an.

    Beim Gewinn wird die Abschreibung abgezogen, diese ist quasi ein steuerfreier Betrag. Beim Cashflow muss diese aber berücksichtigen. Daher ist die "Auszahlung" höher als der Gewinn.

  • #4

    Oliver (Freitag, 18 März 2016 15:16)

    Würd ich nie machen. Das interessante bei vermieteten Wohnungen ist tatsächlich die Hebelwirkung. Ob man das mental mag, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Über Immobilien gibts Tonnen von Diskussionen. Ich denke, wenn sich jemand auskennt und die Sache professionell aufzieht, wird er damit gut Geld verdienen können. Aber die Rechnung deines Bekannten sieht nicht professionell aus, von daher wird er durch die Immobilie, wenn nichts schief geht, sein Geld weitestgehend behalten, aber keine große Rendite einfahren. War auch nicht sein Ziel, wie Du geschrieben hast.

  • #5

    Alexander (Freitag, 18 März 2016 16:05)

    Oliver, ich auch nicht. Ich bin ganz deiner Meinung, die Hebelwirkung ist interessant und man sollte sich auskennen. Dann klappt das auch. Mit den Immobilien ist es wie mit den Aktien. Den Leuten spukt im Kopf herum, dass eine Wohnung was Tolles ist und Aktien Teufelszeug sind. So wie du niemanden für Aktien interessieren kannst (nicht mal überzeugen, einfach nur mal unbedarft an die Sache heranzugehen), genauso wenig kannst du die Leute sensibilisieren, dass eine Wohnung nicht das A und O der Geldanlage ist. Mit den Aktien habe ich inzwischen aufgegeben, bei den Immobilien bin ich soweit, das Handtuch zu werfen.

  • #6

    Ralph (Freitag, 18 März 2016 17:43)

    Wie bereits erwähnt ist der Hebel bei der Immobilie das Nette, was man bei einer Aktie nicht hat, ich kenne keine Bank, die einem für 30 Jahre Geld zum investieren an der Börse leiht....
    Daher finde ich es als Beimischung mit wenig Eigenkapital eine Eigentumswohnung anzubezahlen sehr interessant und werde mich im nächsten Jahr näher damit beschäftigen. Aber vom Gefühl her sind Aktien im Vergleich zum Immo deutlich günstiger im historischen Vergleich.

    Gruß Ralph

  • #7

    Ex-Studentin (Samstag, 19 März 2016 11:58)

    Gutes Zahlenbeispiel! Generell verstehe ich Leute, die ihr Geld lieber eine Wohnung als in Aktien stecken. Man hat was zum Anfassen. Ist also eine emotionale und keine rationale Entscheidung. Drücken wir dem Bekannten die Daumen, dass die Wohnung sich auf Dauer nicht als Fehlkauf herausstellt.

  • #8

    Alex (Montag, 21 März 2016 14:46)

    Wenn ich das mit Aktien gleichsetzen würde, wäre dieses Unternehmen nicht mal auf meiner Watchlist. Einzig die Rendite würde noch passen, vorausgesetzt, es gibt eine langfristige Dividendenhistorie.
    Aber über das Thema Immo hin und oder lässt sich ja bekanntlich Jahrelang diskustieren.
    Ich verstehe trotzdem nicht, anfassen hin oder her, wie man praktisch zu 100% alles auf eine Karte setzen muss.
    Warum kauft man sich von dem Geld nicht ein Mehrfamilienhaus? Mehrere Einheiten würden das Risiko minimieren. Alternativ könnte ich das Geld auch in verschiedene Aktienunternehmen aus der Immobilienbranche investieren.
    Wenn ich eine einzige Aktie im Depot hätte, mit diesen Kennzahlen, würde mir jeder einen Vogel zeigen. Aber eine Immobilie kann man ja anfassen ... ;-)
    Auch wenn zum aktuellen Zeitpunkt der Vorteil bei den niedrigen Zinsen liegt, ist es nicht ein Nachteil dann zu deutlich höheren Preisen kaufen zu müssen?
    Vor ein paar Jahren hätte die Wohnung vielleicht nur 80K gekostet, dafür aber mit Zins 3,5%.
    Gruß
    Alex

  • #9

    Alexander (Montag, 21 März 2016 17:19)

    Alex, hast ja recht. Aber das ist eben die Psychologie der Leute. Da hab ich was handfestes und ist sicher .....

    Ich würde da versuchen, eine 95 % Finanzierung zu zaubern und das Geld anderweitig anlegen. Naja, er ist zufrieden, was ja auch was wert ist.

  • #10

    Björn (Dienstag, 22 März 2016 09:27)

    Ich arbeite selbst im Immobilienbereich und rate Bekannten auch stets vom Kauf einer ETW zur Geldanlage ab. Wie hier schon erwähnt gibt es bessere Möglichkeiten, um im Immobilien zu investieren. Aber das ist wirklich ein Kampf gegen Windmühlen...