Die Ereignisse überschlagen sich

Die letzten zwei bis drei Tage waren derart ereignisreich, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Also der Reihe nach.


IBM hat Zahlen gemeldet. Der Umsatz und der Gewinn lagen unter den Vorjahreswerten, was ich aber nicht schlimm finde. Der rückläufige Umsatz resultiert aus der Aufgabe von nicht rentablen Geschäftsfeldern und der Gewinn wird durch Investitionen in die Cloud-Technologie und neuen Rechenzentren beeinflusst. Die Investitionen von Heute bringen den Gewinn von Morgen. Ich denke, IBM ist auf dem richtigen Kurs.


Microsoft stellte das neue Windows 10 vor. Es sollen dabei 1,7 Mio. User an der Entwicklung mit Verbesserungsvorschlägen und dem Testen beteiligt gewesen sein. Nachdem Windows 8 meiner Meinung nach ein Flopp war, ist man gleich zwei Versionsnummer weiter gegangen. Nach Windows kommt früher oder später ein neues Office-Paket raus, also sollte der Gewinn und die Dividende für die nächsten Jahre positiv ausfallen. 


McDonalds hat Quartalszahlen gemeldet. Der Gewinn lag nur noch bei $ 1,13 (Vorjahr $ 1,40) und der Umsatz bei $ 6,57 Mrd. (Vorjahr $ 7,09 Mrd.).  Nun, das ist nicht sonderlich erfreulich und es ist bekannt, dass McDonalds derzeit etwas zu kämpfen hat. Aber es wird immer noch sehr gut verdient, was man nicht unbeachtet lassen sollte. Ich vertraue auch dem Management, dass es Lösungen findet und das Unternehmen wieder auf den Wachstumspfad führt.


Der niedrige Ölpreis zeigt seine ersten Wirkungen. Die Firmen entlassen Mitarbeiter, es soll die ersten Pleiten geben, Norwegen brechen die Einnahmen weg und viele Explorationen werden auf Eis gelegt. Ich denke, der Ölpreis wird noch einige Zeit niedrig bleiben und meine Ölaktien dürften etwas Federn lassen. Langfristig sehe ich aber Chancen und werde zu gegebener Zeit nachkaufen. Öl wird auch die  nächsten Jahrzehnte gebraucht werden.


Dann haben wir noch das Quantitative Easing Europe. Da werden mal kurz 1.100.000.000.000 € auf den Markt geschmissen. Nebenbei sollen noch über 300.000.000.000 € für Infrastrukturmaßnahmen ausgegeben werden. Ob die Hoffnung, dass man die aufkeimende Deflation damit bekämpfen kann, letztendlich aufgeht, kann ich nicht beurteilen. Da streiten sich selbst die Experten.


Dennoch muss ich mir überlegen, welche Folgen es für mich haben kann. Ich gehe davon aus, dass das Geld nicht dort ankommt, wo es hin soll. Vielleicht in der Vetterleswirtschaft, aber nicht in der Wirtschaft. Der Euro dürfte sich dem Dollar weiter nähern, d. h. ich erwarte eine Parität. Insgesamt traue ich der Situation nicht. Japan lebt bzw. leidet seit 20 Jahren mit ähnlichen Problemen. Langfristig könnte sogar der Euro und die Eurozone in Gefahr sein. Kurzfristig dürften die Aktienmärkte, vor allem in Europa, weiter steigen. Bei Immobilien wird eine Blase entstehen.


Die Frage, die ich mir stellen muss, ist:         Was mache ich mit meinen Aktien und meinem Cash?


Da ich überwiegend in amerikanischen Titeln investiert bin, sollte ich durch Währungseffekte gewinnen. Ich traue auch der amerikanischen Wirtschaft mehr zu, als der europäischen. Die Wachstumsprognose für die USA wurde von 3,1 % auf 3,6 % erhöht. Es sieht momentan nicht danach aus, als würden die Kurse deutlich fallen. Daher werde ich meine Investments sukzessive aufstocken.


Aus oben genannten Gründen, habe ich heute 36 Microsoft Aktien erworben. Bei einer Quartalsdividende von 0,31 $ ergibt das nach Steuern voraussichtlich 30 € zusätzliche Dividende im Jahr. Dies entspricht einer anfänglichen Netto-Rendite von  2 %/Jahr. Nicht berauschend, aber mehr als am Tagesgeld und es besteht die Chance, dass in den nächsten Jahren die Dividende erhöht wird.


Weiterhin habe ich Coca-Cola aufgestockt. Insgesamt wanderten 38 Stück in mein Depot. Die Dividende und die Dividendenrendite liegen ähnlich wie bei Microsoft und ich kann ebenfalls mit mind. 30 € nach Steuern rechnen. Als weltweit tätige Konzerne sollten beide die kommenden Krisen meistern und zumindest überleben.

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Kommentare: 2
  • #1

    Toni (Dienstag, 27 Januar 2015 20:31)

    hi schöne Seite die sie hier haben
    das mit MSFT ist sehr schade :-(
    da hab ich auch gleich eine frage halten sie eine Reserve an cash vor
    und wen ja wie viel
    tschü

  • #2

    Alexander (Dienstag, 27 Januar 2015 22:16)

    Hi Toni,
    ist halt manchmal so, wenn man kauft oder nachkauft. Man hat dann das Gefühl, dass man das Pech gepachtet hat. Aber der Kursrückgang ist nicht dramatisch. Viele Investoren lesen nur "Gewinneinbruch" und verfallen in Panik. Es wird erst am nächsten Tag nach den Hintergründen gefragt. Nur wegen einem Quartalsergebnis muss man nicht gleich eine Firma in Frage stellen.

    Den aktuellen Depotbestand und das Cash im Rentendepot halte ich im Bereich Depot auf dem Laufenden. Aktuell sind da über 11.000 € bar vorhanden. Bei einer Investition von ca. 1.500 € könnte ich 7 Werte nachkaufen. Allerdings habe ich kein festes Ziel oder eine Vorgabe, wenn die Kurse deutlich fallen, werde ich das Cash auf null zurückfahren.

    Und danke für das Lob. Ich freue mich immer über eine positive Resonanz und sollte ich nur einem Leser eine Hilfe oder Anregung geben können, bin ich zufrieden und freue mich. Konstruktive Kritik und Ideen nehme ich natürlich auch gerne an.

    Gute Investements