OGame - Ein Browserspiel und was man daraus lernen kann

Was ist ein Browsergame?

Das ist ein Spiel, das rein über den Browser im Internet gespielt wird und keiner Installation bedarf.

 

Worum geht es bei OGame?

Ziel des Spieles ist, Planeten zu besiedeln und ein kleines Sternenreich aufzubauen. Zentraler Punkt ist die Beschaffung der notwendigen Ressourcen, um seine Planeten auszubauen und eine Flotte zu erstellen. Ressourcen kann man einerseits durch Minen auf den Planeten bekommen oder in dem man andere Spieler überfällt und ausraubt. Um sich vor Überfällen anderer Spieler zu schützen, können stationäre Verteidigungsanlagen errichtet werden. Je mehr Ressourcen verbaut werden, desto mehr Punkte bekommt man, was wiederum in eine Rangliste mündet. Das Ganze spielt sich in einem begrenzten Universum ab, so dass nach Schätzungen ca. 15.000 bis 17.000 Spieler auf ein Universum kommen.

 

Ich spiele das Spiel nun etwa acht Jahre. In diesem Zeitraum haben viele Spieler wieder aufgegeben und es wurden verschiedene Universen miteinander fusioniert, damit diese nicht zu leer werden. Inzwischen bin ich von geschätzten 30.000 bis 40.000 Spielern nach Punkten unter den Top 100. Ich habe in den Jahren neue Planeten besiedelt, meine Verteidigung aufgebaut und die Wirtschaft (sprich Minen) vorangetrieben.

 

Dabei habe ich mich nie in die Feinheiten der Spielmechanik vertieft, vielmehr bin ich wohl einer der faulsten und schlechtesten Spieler überhaupt. Auch wende ich dafür täglich vielleicht 5 Minuten auf und trotzdem bin ich ziemlich weit vorne dabei.

 

Nun, warum schreibe ich das?

Weil man auch bei einem solchen Spiel etwas lernen kann.

 

Man kann nämlich durchaus Parallelen zum Investieren ziehen und zwar speziell zum Dividendeninvestieren. Der Erfolg stellt sich erst langfristig ein, es ist Durchhaltevermögen gefragt.

 

Wie im Spiel, sollte man sich erst einmal eine sichere Basis schaffen, Schulden abbauen und einen Notgroschen anlegen. Stimmen die Grundlagen, kann man expandieren und weitere Dividendenaktien erwerben, die langfristig zu einem stetigen Ertrag führen. Die so angesammelten Ressourcen können wieder in neue Aktien investiert werden.

 

Viele lassen sich von Rückschlägen entmutigen und geben auf, wenige bleiben am Ball und machen immer weiter. Mit der Zeit wächst das Depot und die eingehenden Mittel werden immer mehr und man kommt in eine Phase, in der es von alleine läuft.

 

Ich habe bei diesem Spiel gelernt, dass man mit wenig Aufwand und ohne großes Wissen, rein durch die Zeit, ziemlich weit kommen kann. Wenn man in Standartaktien investiert, diese lange hält und eine gesunde Basis hat, stellt sich der Erfolg unweigerlich ein. Die ersten Jahre waren schwer, aber es wird mit der Zeit leichter. Genauso beim Investieren. Anfangs geht es ziemlich zäh, man macht Fehler und es gibt Rückschläge, aber irgendwann hat man einen Punkt erreicht, da langen 5 Minuten am Tag und es läuft. Das Investieren an der Börse ist nichts anderes als ein Browsergame. Alleine durch die Zeit und Durchhaltevermögen stellt sich der Erfolg ein.

 

Wenn man bewusst seine Umwelt beobachtet, wird man viele solche Parallelen entdecken und man kann aus allem was lernen. Selbst von einem einfachen Computerspiel. Also Augen auf.

 

Gute Investments.

 

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Kommentare: 6
  • #1

    Der Hanseat (Dienstag, 05 Januar 2016 21:19)

    Wow... Mir war gar nicht bewusst das Ogame noch existiert. Vor Jahren habe ich mich an dem Spiel versucht und gehöre zu denen, die aufgegeben haben.

    Vielen Dank für den Artikel. Er motiviert mich bei meiner Geldanlage einen längeren Atem als damals beim Ogame zu haben.

  • #2

    Dennis (Mittwoch, 06 Januar 2016 00:10)

    Das gute alte Ogame / Space Pioneers (ein abklatsch, der meiner Meinung nach einige bessere Ansätze hatte)

    Man kann miitlerweile aber leider gehörige Vorteile mit Geld kaufen. Seit dem das damals gekommen ist, hatte ich dann auch aufgehört/aufgegeben.

  • #3

    Ex-Studentin (Mittwoch, 06 Januar 2016 12:13)

    Sympathischer Einblick in dein Leben! :) Ich habe mich auch schon gefragt, ob unser Spielverhalten über uns was aussagt. Früher habe ich gerne Sims 2 gespielt. Dort konnte man die Beziehungen zwischen verschiedenen Menschen fördern, dafür sorgen, dass sie einen anständigen Job machen und eine Familie gründen. Man konnte von sehr glücklichen Sims das Leben nahezu ins Unendliche verlängern. Schade, dass das nicht auch im realen Leben klappt.

  • #4

    Alexander (Donnerstag, 07 Januar 2016 19:55)

    Ich denke schon, dass Computerspiele einiges über Menschen aussagen. Die Spiele, die mir gefallen, entsprechen auch meinen Wesenszügen. Ich spiele auch lieber rundenbasierte Strategiespiele, vielleicht weil ich immer etwas langsam bin ;)

  • #5

    Marco (Montag, 11 Januar 2016 19:45)

    Das haben wohl alle Strategiespiele gemeinsam. Mit fortschreitendem Spielverlauf wird es in der Regel immer leichter an Rohstoffe (oder was auch immer im jeweiligen Spiel die Grundlage ist) zu gelangen und so lassen sich immer schneller neue Einheiten produzieren und man hat die Möglichkeit auf Masse zu setzen und Gegner zu überrollen.
    Problematisch bei KI-Gegnern: Sie haben unendlich viel Geduld ;-)

    Viele Grüße,
    Marco

  • #6

    Alexander (Dienstag, 12 Januar 2016 19:38)

    Jo, ich hab auch viel Geduld ;) und dazu menschliche Intelligenz (manchmal hilft´s ^^)

    VG